Mittwoch, 22. Mai 2013

Zukunft es Schulstandorts Heddesheim/Hirschberg

Trend zur Gemeinschaftsschule?

Heddesheim/Hirschberg/Rhein-Neckar, 31.10.2012 (red/ld) Individualisiertes Lernen könnte die Zukunft für den Schulstandort Heddesheim-Hirschberg sein. Die Gemeinden und die Eltern möchten die Schule vor Ort behalten. Angesichts der sinkenden Schülerzahlen in den Werkrealschulen ist aber fraglich, ob sie in dieser Schulform lange überleben wird. Individuelles Lernen und die Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule könnte eine Chance sein. Eltern und Bürger sind skeptisch.

Von Lydia Dartsch

Der Trend der geschlossenen Werkrealschulen lässt sich nicht stoppen. Endrick Ebel vom Staatlichen Schulamt in Mannheim erklärt den etwa 40 Anwesenden am 24. Oktober in Heddesheim die Situation, wie sie überall im Land anzutreffen ist:

Unsere Versuche, die Entwicklungen aufzuhalten oder umzukehren, sind gescheitert

Von ursprünglich 120 Werkrealschulen in der Rhein-Neckar-Region gibt es aktuell nur noch 80. Ebel spricht von einem Schulsterben (siehe Bericht vom 23.10.2012). Grund dafür ist zum Einen der demografische Wandel, durch den die Schülerzahlen seit 30 Jahren zurückgehen.

Zum anderen verstärkt die fehlende Grundschulempfehlung diesen Trend vor allem bei den Hauptschulen. Das Schulsystem entwickle sich von einem dreigliedrigen in ein zweigliedriges Schulsystem, hat Ebel beobachtet:

Es wird versucht, möglichst viele Abiturienten hervorzubringen.

So kämen 35 Prozent der Abiturienten mittlerweile aus beruflichen Gymnasien, nachdem sie zuerst eine Realschule abgeschlossen hatten. Denn immer mehr Eltern meiden die Werkrealschulen: Der Ruf der Hauptschule und Zweifel an der Güte der Mittleren Reife an einer Werkrealschule sind schuld daran. Zwar sollte es keinen Unterschied zwischen den Schultypen geben. Die Eltern erleben das aber anders und entscheiden sich deshalb lieber gleich für die Realschule – oder das Gymnasium. In Heddesheim-Hirschberg gilt der Trend noch nicht. Herr Ebel befürchtet aber, dass es früher oder später auch die Karl-Drais-Schule treffen wird und sie geschlossen werden muss.

Lieber länger gemeinsam lernen

Auch in Hirschberg gab es einen Informationsabend für Eltern. Bürgermeister Manuel Just sagte auf Anfrage, dass es ihm zuerst um die Einbindung der Eltern, Schüler und Lehrer gehe. Er sei für alle Möglichkeiten offen, also einerseits eine Gemeinschaftsschule mit Heddesheim, aber auch ohne die Nachbargemeinde. Und es könne sich auch herausstellen, dass nur noch die Grundschule in Hirschberg verbleibt: “Wir müssen alle Optionen vernünftig prüfen.” Aus seiner Sicht sei eine Gemeinschaftsschule sinnvoll, aber nicht um jeden Preis und nicht ohne solide Zukunftsaussichten. Für eine Gemeinschaftsschule müsse ein zuverlässiges pädagogisches Konzept erarbeitet werden, eine Mindestschülerzahl sei Voraussetzung. Der Vorteil seien das längere gemeinsame Lernen und ein Schulstandort vor Ort. An einer Gemeinschaftsschule könnten auch Fächer wie Latein unterrichtet werden.
Durch den Wegfall der Grundschulempfehlung habe sich die Situation grundlegend verändert, zur Zeit gebe es gerade noch genug Schüler – aber die Tendenz sei klar, die Schülerzahlen werden schon in den kommenden Schuljahren nicht mehr für eine Werkrealschule reichen. In Hirschberg nahmen rund 50 Personen an der Informationsveranstaltung teil.

Eine Gemeinschaftsschule könnte den Schulstandort Hirschberg-Heddesheim sichern, schlägt Ebel vor und berichtet aus seiner Erfahrung, dass die 42 Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg gerade einen Schülerzulauf erleben. Eine Karl-Drais-Gemeinschaftsschule würde bedeuten, dass die Kinder entweder ab der ersten oder der fünften Klasse bis zur zehnten Klasse zusammen auf die Schule gehen, ohne Unterschied ihres Lernniveaus. Für die Schüler in Heddesheim-Hirschberg hieße das, sie könnten dann weiter in den Gemeinden auf die weiterführenden Schulen gehen, ungeachtet ob sie Abitur, Mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss machen.

Jedes Kind soll den bestmöglichen Abschluss erreichen, findet Ebel. Zwar gibt es weder Noten, noch bleiben Kinder sitzen. Es finden aber Leistungskontrollen statt, um festzustellen, wie schnell die Schüler in dem jeweiligen Fach vorankommen. Entsprechend ihrer Leistungen würden sie dann gefördert und sich in den letzten Schuljahren gezielt auf einen Abschluss vorbereiten. Nach der zehnten Klasse wechseln die Abiturschüler in die zehnte Klasse des Gymnasiums und machen dort ihr (neunjähriges) Abitur.

Lieber lernen durch Erfolgserlebnisse

Alle Schüler werden individuell gefördert. Sie gehen gemeinsam in eine Klasse ungeachtet ihres Lernniveaus. Rektor Jens Drescher hat auch schon eine Idee, wie das aussehen könnte. So hat er sich Anregung von der Schule Bürglen, in der Schweiz, geholt, die ihre Schüler seit einiger Zeit in Lernbüros unterrichtet. Der Film “Individualisierung – das Geheimnis erfolgreicher Schulen” von Reinhard Karl zeigt wie es dort zugeht: Dort werden die Schüler angeleitet, selbständig zu lernen, ohne den traditionellen Frontalunterricht.

Wer Fragen hat, kann Lehrer ansprechen oder Mitschüler und sich den Stoff erklären lassen. In dieser “Lernlandschaft”, wie es die Schule nennt, arbeiten 64 Schüler und 4 Lehrer gemeinsam an dem Stoff. Die Lehrer im Film zeigen sich begeistert, die Kinder lernten Selbständigkeit und kämen mit der Arbeitsatmosphäre gut klar. Es gebe weniger Störer und auch außerhalb der Schule weniger Randalierer.

Ein Lernbüro gibt es auch schon an der Karl-Drais-Schule. Er habe damit bisher gute Erfahrungen gemacht, erklärt Rektor Drescher und erklärt die Idee dahinter. Das bestehende System frustriere die Schüler. Jeder Schüler habe in der gleichen Zeit den gleichen Stoff zu lernen, sonst bleibt er sitzen und muss schließlich ein Schulniveau nach unten wechseln. Das Gefühl, an dem Lernstoff und der Schule zu versagen, frustriere und macht ihnen keine Lust, zu lernen. Außerdem vernachlässige das bestehende System, dass Schüler unterschiedliche Fächer unterschiedlich schnell lernen:

Das Kind kommt beispielsweise in Englisch gut mit, hat aber Schwierigkeiten in Mathe.

Die Kinder haben Erfolgserlebnisse in der Gemeinschaftsschule und sieht Rektor Drescher eine bessere Chance – für alle Schüler:

Lernen funktioniert nur durch Erfolg.

Das stärke das Selbstwertgefühl der Schüler und ihre Motivation in die Schule zu gehen. Erste Schritte habe er bereits gemacht sagt er und zeigt sich begeistert von seinen Erfahrungen mit dem Lernbüro. Darin plane jeder Schüler seine Lernziele individuell mit den Lehrern. Gleichzeitig finde eine kontinuierliche Elternberatung statt, in der die Lehrer Rückmeldung über die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung ihrer Schüler geben.

Versuchslabor Kind?

Gemurmel ist aus den Reihen der Eltern zu hören, als Drescher und Ebel vorschlagen, die Karl-Drais-Schule zur Gemeinschaftsschule umzuwandeln, mit Grundschule oder ohne. “Versuchslabor Kind”, ist als Kommentar zu hören. Die Anwesenden fragen nach:

  • Wie ist es mit der Lehrerausbildung?
  • Welche Lehrer unterrichten?
  • Richtet sich die Lehrerabdeckung nach den Grundschulepfehlungen?
  • Gibt es dann eine Bestandsgarantie für die Gemeindeschule?
  • Was sind die Alternativen?

“Alles andere ist besser als so, wie es jetzt ist. Ich weiß nicht, wie sie es umsetzen wollen”, sagt Andrea Robers, Elternbeirätin. Eine andere Mutter ist begeistert:

Ich sehe das als Chance. Ich bin ein großer Freund von gemeinsamen Lernen.

Aber auch skeptische Stimmen sind zu hören: “Wir brauchen noch mehr Informationen. Wir können uns das kaum vorstellen, wie das funktioniert”, findet eine Besucherin und eine andere berichtet:

Mein Enkel macht gar nichts selbständig. Den muss man immer erst anschubsen, damit er was macht.

Die Werkrealschule ist “angezählt”

Es müssen Lehrer aller Schulen an einer solchen Gemeinschaftsschule unterrichten, antwortet Ebel. Um den Bedarf an Lehrern zu decken, würden Stellen ausgeschrieben und die bestehenden Lehrer könnten in Fortbildungen an der neuen Lehrmethode ausgebildet werden. Bisher seien die Reaktionen von Lehrern und Eltern auf den Vorschlag gemischt, berichtet Drescher. Für die Option, an dem bestehenden festzuhalten, sieht Ebel aber keine Zukunft:

Wenn genügend Schüler angemeldet werden, geht das. Noch ist das zwar der Fall. Aber meine Erfahrung zeigt, das hat keinen Sinn.

Eine Entscheidung ob die Gemeinschaftsschule kommt, soll es erst im Herbst 2013 geben. “Um die weiterführenden Schulen am Ort zu behalten, muss man sich früh auf den Weg machen, um ein Alleinstellungsmerkmal zu haben”, erklärt Ebel. Dazu müssen sich Eltern, Lehrer und die Stadt zuerst einigen und einen Antrag für die Gemeinschaftsschule stellen. Dann brauche es etwa zwei Jahre Entwicklungszeit.

Im November soll daher zunächst eine Besichtigungsfahrt an eine bestehende Gemeinschaftsschule stattfinden. Im Frühjahr 2013 soll die Diskussion dann in die heiße Phase übergehen und im Herbst zu einer Entscheidung aller Beteiligten führen. Rektor Drescher hofft auf die Gemeinschaftsschule und auf Leben in den Schulgängen:

Es tat mir als Schulleiter weh, als ich vor den Sommerferien durch die Gänge gelaufen bin, und diese gähnende Leere gesehen habe.

Brand auf Lagerhalle von Evobus gelöscht – Ursache war Kurzschluss


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Feuer auf dem Dach von Evobus - Ursache noch unklar.

Guten Tag

Hirschberg, 02. Mai 2011. (Update 03. Mai 2011) Kurz nach 16:00 Uhr informierte Mitarbeiter der Firma Goldbeck Solar GmbH die Hirschberger Feuerwehr, weil sie auf dem Dach der benachbarten Evobus GmbH Rauchwolken bemerkt hatten.

Von Hardy Prothmann

Die Feuerwehr war kurz darauf im Hirschberger Gewerbegebiet zur Stelle und konnte den Brand schnell löschen. Erkenntnisse über die Ursache liegen noch nicht vor. Ersten Informationen zufolge könnte der Brand durch eine fehlerhafte Elektrik ausgelöst worden sein, eventuell auch durch die installierte Photovoltaik-Anlage. Ein “Großbrand”, wie andere Medien gemeldet haben, lag nicht vor.

Die Photovoltaik-Anlage ist von Goldbeck montiert worden: “Wir haben die quasi immer im Blick”, sagte Vertriebsleiterin Waltraud Matzenberger: “Unsere Techniker sind sofort rübergeeilt und haben die Anlage abgeschaltet.”

Gerhard Nadolny, Geschäftsführer von Autohaus Ebert-Diehm, sagte, man habe die Service-Arbeiten in den Evobus-Hallen aus Sicherheitsgründen sofort unterbrochen. Ein Personenschaden sei nicht eingetreten. Dies sei der erste technische Defekt gewesen, der einen Einsatz der Feuerwehr notwendig gemacht habe.

Aus Weinheim wurde die Drehleiter geordert. Durch den Einsatz war die Straße “Im Rott” für den Durchgangsverkehr ab dem Kreisel gesperrt. Auch Bürgermeister Manuel Just war vor Ort, um sich ein Lagebild zu verschaffen.

Die Polizeidirektion Heidelberg informierte am Abend, dass sich der Brandschaden nach ersten Schätzungen auf 15.000 – 20.000 Euro beläuft
Die Ermittlungen zur Brandursache wurden von den Spezialisten der Kriminalpolizei übernommen.

Udpate:
Nach den Ermittlungenvon Beamtendes Dauerdienstes der Heidelberger Kriminalpolizei ist der Brand auf dem Dach eines Autohauses -€šIm Rott-€™, bei dem am Montagnachmittag gegen 16.30 Uhr Sachschaden in Höhe von ca. 20.000 Euro entstanden war, auf einen technischen Defekt im Verteilerkastens der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zurückzuführen.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Kommandanten bestätigt – Pfadfinder-Wiese sorgt für Ärger – Tierheim braucht Geld


Guten Tag!

Hirschberg, 27. Januar 2011. (update) Die Idee, den Pfadfindern ihre Wiese wegzunehmen, sorgt für Ärger in der Bürgerschaft – auch wenn Bürgermeister Manuel Just darüber noch keine “abschließende Meinung” hat. Heinrich Mayer und Peter Braun sind als Kommandanten bestätigt. Im Tierheim Weinheim fehlt es an allem. Die erste Gemeinderatssitzung 2011 hatte keine “großen” Themen, aber viel Diskussionsbedarf.

Von Sabine Prothmann

Die Fragezeit bei der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr nutzen Bürger der Gemeinde Hirschberg, um ihren Unmut zu äußern über den Antrag der CDU-Fraktion, ein Teilstück der Wiese, die bisher dn Hirschberger Pfadfindern zur Verfügung steht, zu verkaufen und zur Bebauung vorzusehen.

Sebastian Cornish, Vorstand der Leutershausener Pfadfinder, fragte, ob dem Gemeinderat bewusst sei, “welche negativen Konsequenzen für die von uns geleistete Jugendarbeit durch eine Bebauung der Wiese”, entstünden. (Anmerkerung der Redaktion: Auf Wunsch von Herrn Cornish wurde der unterstrichende Satz eingefügt. Wir hatten geschrieben: “wollte wissen, wie lange ihnen noch der Zugang zur Wiese verweigert würde.”) Unterstützung bekam er dabei von einer Bürgerin, die die Jugendarbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung der Pfadfinder als einen wertvollen Beitrag zur Gewaltprävention beschrieb.

Bürgermeister Manuel Just erklärte, das Grundstück sei schon immer zur Bebauung vorgesehen gewesen und der Gemeinderat werde sich in den nächsten Wochen und Monaten beraten und abschließend eine Entscheidung treffen. „Ich für mich persönlich habe mich noch nicht entschieden.“ Und weiter räumte der Bürgermeister ein, dass man die vorgetragenen Bedenken berücksichtigen werde.

Heinrich Mayer und Peter Braun als Kommandanten bestätigt.

Der Wiederwahl des 1. Kommandanten, Heinrich Mayer, und des 2. Kommandanten, Peter Braun, der Großsachsener Feuerwehr stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.
Bürgermeister Just wies daraufhin, dass aufgrund der Fusion der beiden Wehren im Jahr 2012, die Amtszeit von 5 Jahren durch den Fusionszeitpunkt begrenzt sei.

„Man muss auch den Betreibern ein gewisses Eigenleben lassen.“

Die Kinderkrippeneinrichtung in der Bahnhofstraße, die von dem Verein „Postillion“ betrieben wird, wird bereits seit dem 1. Januar 2009 mit dem nach dem Kindertagesbetreuungsgesetz gesetzlich vorgeschriebenen Zuschuss in Höhe von 68 Prozent bezuschusst.

„Es fehlte bislang nur ein schriftlicher Vertrag“, erklärte Bürgermeister Manuel Just. Deshalb wurde über den Abschluss des Betriebskostenvertrags mit dem Postillion e.V. als Träger der Kleinkrippe in Leutershausen abgestimmt. Letztendlich waren sich die Ratsmitglieder über die Zustimmung einig, nur die Details wurden diskutiert.

Dr. Horst Metzler (SPD) forderte, dass der Träger dem Gemeinderat die Ordnung zur Kenntnis geben sollte und brachte diesbezüglich einen Antrag ein.

In der Ordnung ist zum Beispiel die Aufnahme der Kinder geregelt. Im Vertrag ohnehin festgeschrieben ist, dass Kinder ohne Rücksicht auf ihr Bekenntnis oder ihre Nationalität aufzunehmen sind, und dass Hirschberger Kinder Vorrang haben. Die Gemeinderätin Monika Maul Vogt (GLH) teilte die Bedenken.

„Hier muss es ein Entgegenkommen in beide Richtungen geben“, forderte Bürgermeister Just. Der Hirschberger Gemeinderat gebe Dinge gerne nach Außen ab, wolle dann aber bis ins Detail mitbestimmen.

Gemeinderat Peter Johe (Freie Wähler) verwies darauf, darauf, dass die Vertragsgestaltung an das neue Vertragsmuster des Gemeindetages über den Betrieb und die Förderung des kirchlichen Kindergartens angelehnt sei und so vorgeschlagen wurde. „Man muss auch den Betreibern ein gewisses Eigenleben lassen.“ „Ich hätte vor 35 Jahren vielleicht auch noch rumgekrittelt, aber ich habe mich inzwischen abgeschliffen“, sagte Johe.

Ferdinand Graf von Wiser betonte, dass der Träger Postillion e.V. ohnehin auf die Akzeptanz der Eltern angewiesen sei. Deshalb werde der Verein sicherlich bemüht sein fair und Transparenz vorzugehen.

Der Antrag von Dr. Metzler wurde – bei Zustimmung der SPD und der GLH – abgelehnt und dem Abschluss des Betriebskostenvertrages mit dem Postillion e.V. als Träger wurde letztendlich ohne Änderungen einstimmig zugestimmt.

Die Grünpflegearbeiten auf Spielplätzen und Friedhöfen werden neu ausgeschrieben.

In der Dezember-Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt wurde der Beschluss zur Verlängerung der Grünpflege auf den Spielplätzen und den Friedhöfen mit der Firma Nerz Lentz GmbH um ein Jahr, bis zum 31.12.2011, gefasst.

Vor wenigen Tagen wurde der Verwaltung jedoch mitgeteilt, so Just, dass die Firma einen Insolvenzantrag gestellt habe und somit das Weiterführen des Betriebes nicht möglich sei.
Der Beschlussvorschlag die Grünpflegearbeiten auf den Spielplätzen und den Friedhöfen für einen Beauftragungszeitraum von drei Jahren neu auszuschreiben, wurde einstimmig angenommen.

Zur intensiveren Überwachung der Arbeiten werde künftig neben dem Bauamt auch der Bauhof „Kontrollgänge“ durchführen, sagte Just. Dieses Vorhaben wurde von den Fraktionen begrüßt.

„Desolate Zustände“ im Weinheimer Tierheim

Da laut Gesetz die Gemeinden zur Ausführung und Behandlung von Fundsachen verpflichtet sei, worunter auch herrenlose Tiere fallen, wurde zwischen dem Tierschutzverein Weinheim und der Gemeinde Hirschberg schon 1978 ein Vertrag geschlossen. An dem Verein Tierschutz Weinheim und Umgebung sind zudem neben Weinheim und Hirschberg, auch die Städte Schriesheim, Hemsbach und Ladenburg sowie die Gemeinde Heddesheim vertraglich beteiligt.

Bislang hatte der Tierschutz Weinheim für die ständige Bereitschaft Fundtiere aufzunehmen, von den angeschlossenen Gemeinden 30 Cent pro Einwohner erhalten, das heißt Hirschberg hat 2010 2.848 Euro an den Tierschutz gezahlt.

Die Stadt Weinheim zahlt seit 2001 40 Cent pro Einwohner. Aufgrund von gestiegenen Energiekosten und einem Investitionsstau bei den Gebäuden und notwendigen Reparaturen sieht man sich nun gezwungen, die Pro-Kopf-Pauschale zu erhöhen, die Stadt Weinheim wird künftig 80 Cent pro Einwohner zahlen und die angeschlossenen Gemeinden haben sich – vorbehaltlich der Gemeinderatsbeschlüsse – auf eine Erhöhung auf 60 Cent verständigt.

Weiter wurde ein Beschlussvorschlag über einen Baukostenzuschuss in Höhe von 3.540 Euro zum Bau eines dringend benötigten Hundeshauses vorgelegt. Das Kostenvolumen von insgesamt 98.000 Euro werde zwischen der Stadt Weinheim (15.000 Euro), einem Zuschuss des Landes (32.666 Euro) und den fünf beteiligten Gemeinden (je 3.533, 40 Euro) aufgeteilt.

Just konnte sich bei einer Begehung über die „desolaten Zustände“ überzeugen. „Hier fehlt es an allem“. Alle möglichen Tiere seien schon im Verwaltungsgebäude untergebracht.

Zudem merkte Just an, dass mit dem jährlichen Zuschuss von 5700 Euro es Hirschberg nicht gelingen würde, die in der eigenen Gemeinde abgegebenen oder ausgesetzten Tiere zu betreuen. Auf Nachfrage erklärte er, dass im Jahr 2010 24 Hunde, Katzen und Kleintiere aus Hirschberg im Weinheimer Tierheim gelandet sind.

Auch Gemeinderat Matthias Dallinger (CDU) unterstrich den Notstand im Weinheimer Tierheim.

„Tiere sind kein Wegwerfartikel“, mahnte Eva-Marie Pfefferle (SPD). „Es ist wichtig, dass wir Abhilfe schaffen.“

Kleintiere als Futter für Raubvögel?

Die Bemerkung von Hartmut Kowalinski (FDP): „Die Tierparks suchen auch immer Futter für ihre Raubvögel“, der den Sinn der Pflege von ausgesetzten Kleintieren anscheinend bezweifelte, sollte man wohl eher nicht ernst nehmen.

Beide Beschlussvorschläge zu dem Tierheim Weinheim wurden vom Gemeinderat Hirschberg einstimmig angenommen.

CDU-Spitzenpolitiker Peter Hauk: “Ob das 10 oder 15 Milliarden kostet, kann Baden-Württemberg wurscht sein.”

Guten Tag!

Hirschberg, 25. Oktober 2010. (Bereits über 22.000 Mal aufgerufen, Anm. d. Red.) Peter Hauk, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, besucht am 20. Oktober 2010 Hirschberg und redet zu Stuttgart 21. Es soll eine “Informationsveranstaltung” sein. Doch Hauk nutzt den Abend, um ordentlich Dampf abzulassen. Dabei zeigt er, wieviel “Druck auf dem Kessel” ist. Seine “Show” zeigte die desaströse Verfassung der CDU im Land.

Von Hardy Prothmann

So “hoher” Besuch ist selten in Hirschberg. Der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Peter Hauk, kommt nach fünf Jahren mit einstündiger Verspätung wegen diverser Staus und Platzregens in die Gemeinde an der Bergstraße.

Glatte Lügen.

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Nur 28 Gäste interessieren sich für den CDU-Spitzenpolitiker Peter Hauk.

28 Gäste sind anwesend, die meisten grau- bis weißhaarig, die meisten Männer. Das gefühlte Durchschnittsalter liegt bei 65+. Die Weinheimer Nachrichten und die Rhein-Neckar-Zeitung berichten am nächsten Tag sehr positiv über diesen Besuch und übereinstimmend, dass “50″ Gäste anwesend gewesen seien. Das ist glatt gelogen, aber offensichtlich zwischen den Redakteuren Hans-Peter Riethmüller (WN) und Annette Schröder (RNZ) so abgesprochen – beide Berichte lesen sich sehr ähnlich (siehe Fotos). Beide Journalisten verlassen auch lange vor dem Ende des “Informationsabend” denselben.

Auch Peter Hauk lügt glatt, als er behauptet, dass alle das “Projekt Stuttgart 21″ mitgetragen hätten und er überhaupt nicht verstehen könne, weswegen es jetzt so viel Aufregung gebe.

Und damit sind wir schon mitten im Thema: “Stuttgart 21″.

Während man auf die Ankunft von Peter Hauk wartet, füllt Staatssekretär Georg Wacker die Zeit. Er redet von “vielen Arbeitsplätzen”, “Wirtschaftskraft” und “Attraktivitätssteigerung”. Und er stellt die rhetorische Frage: “Was sind denn die Alternativen?” Kunstpause. Es gibt keine, soll das heißen.

Verlustängste.

Über “60 Konzepte” seien geprüft worden. Selbst wenn man das Projekt stoppen würde, vergingen mindestens 15-20 Jahre für ein neues Konzept. Baden-Württemberg zahle und zahle in den Länderfinanzausgeleich und jetzt könne man was zurückbekommen, was sonst, wenn Stuttgart 21 nicht käme, verloren sei.

Alles sei “durchfinanziert” – Fragen, wie sich die ursprünglich rund 2,5 Milliarden auf nun sieben Milliarden erhöhen konnten, bleiben außen vor. Wacker redet und redet und redet und sagt oft: “Wenn Sie mir das erlauben zu sagen”, oder “”Vielleicht gestatten Sie mir diesen Satz”.

Dann geht es plötztlich um den “Branisch-Tunnel” in Schriesheim, den Baustopp, die Erklärung, alles sei im Lot, es müssten hier “Ausschreibungsvorschriften” beachtet werden.

Und dann sagt Herr Wacker: “Das Pro und Kontra entsteht aus dem Informationsdefizit.”

Was dann folgt, ist eine so verquere Umdeutung, dass die Projektgegner versäumt hätten, die Bevölkerung über ein sehr verfahrenes Projekt zu informieren anstelle der Projektbefürworter und Planer.

Es geht um “alles” – was auch immer das ist.

Ganz ehrlich? Irgendwann steigt man auch als Journalist aus und kapiert gar nichts mehr. Herr Wacker redet und redet und fügt Satz an Satz an und ich schaue mich um.

Knapp 30 Gäste sind gekommen. Die meisten männlich und alt und ergraut. Und keiner dieser Gäste versteht, was Herr Wacker da vorne so von sich gibt. Das wird sich bei der Rede von Herrn Hauk später nicht ändern. Der erzählt irgendwas von “Verkehrsknoten” und “Brügge” und vergleicht den “Abstieg” Brügges im Mittelalter mit einem möglichen Abstieg Stuttgarts aktuell, um dann wieder zu sagen, es gehe ihm überhaupt nicht um Stuttgart und der Norden Baden-Württembergs (also Hirschberg) habe nichts davon, würde aber trotzdem insgesamt verlieren, und dass es um “alles” gehe.

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Kabarett-Veranstaltung.

Zwischendrin fallen Sätze wie: “Wollen wir uns abhängen lassen?” Die meisten schütteln den Kopf. “Wo sind die Alternativen?” Die Gäste raunen. “Wir brauchen dieses wichtige Infrastrukturprojekt”, die Köpfe nicken.

Herr Wacker sagt: “Trotzdem gibt es ein absolut geschlossenes Meinungsbild.” Nichts passiert, denn die Gäste sehen das offensichtlich nicht so.

Unsicherheit unter den alten CDU-Anhängern.

Später wird einer sagen: “Ich hätte erwartet, dass die CDU die Befürworter unterstützt. Wenn die CDU das nicht macht, wird es schlecht werden mit der Wahl.”

Und: “Welche Chancen hat denn ein Volksentscheid?”

Und: “Es gibt eine Menge Geheimunterlagen, die die Grünen haben, aber nicht mal die Landtagsabgeordneten.”

Die alten, grauen Gäste sind unsicher. Sie wollen Antworten – auf diffuse Fragen. Was hier im Hirschberger Gemeindesaal stattfindet, ist ein Spiegel für das Land.

“Warum wird in der überregionalen Presse totgeschwiegen, dass es Unterstützung für Stuttgat 21 gibt?”, fragt einer der alten Männer. Die Frage klingt verzweifelt. Die Frage stellt die Frage nach einer “gleichgeschalteten” Presse. Tatsache ist, dass es die “gleichgeschaltete Presse” gibt, eine, die überwiegend konservativ die Parolen der Politik nachplappert, ohne Recherche, ohne journalistischen Anstand, Informationen auch zu überprüfen. Und fest gewillt, Besucherzahlen hochzulügen, wie im aktuellen Fall, wo aus 28 Gästen auf 50 Personen nahezu “verdoppelt” wird.

In der RNZ heißt es: “…überbrückte Staatssekretär Georg Wacker (CDU) souverän mit einem Vortrag zu Stuttgar 21…” – dass Wacker nur Zeit schindete und je länger der Vortrag dauerte, um so sprunghafter und wirrer wurde – davon berichtet die RNZ nichts. Die Weinheimer Nachrichten berichten über “zurückhaltende Worte”, die wir so aufgeschrieben haben: “Sogar die Projektgegner haben die Möglichkeit ihre Argumente öffentlichkeitswirksam auf den Tisch zu legen.”

Klingt das “zurückhaltend”? Wenn ein Staatssekretär dem “Gegner” erlaubt, “Argumente auf den Tisch zu legen”? Oder ist das nicht schon revolutionär demokratisch? Das ist natürlich ironisch gemeint.

Es ist egal, ob das Projekt sieben, zehn oder fünfzehn Milliarden kostet.

Wenn ein CDU-Fraktionschef Peter Hauk allerdings laut und deutlich und unmissverständlich sagt, es sei egal, ob das “Projekt” nun sieben, zehn oder fünfzehn Milliarden koste, das Land werde ohnehin profitieren, dann ist das nicht mehr ironisch, sondern zynisch.

“Wenn jemand sagt, woanders fehlten die Mittel, in den Schulen, bei der S-Bahn, dann ist das alles Kokolores. Es fehlt überhaupt nichts”, sagt Herr Hauk und wählt die große Geste.

“Als Landespolitiker ist es mir egal, was Stuttgart oder Cannstadt will”, sagt Herr Hauk auch noch. Und: “Vor fünf Jahren wäre mir ein Volksentscheid recht gewesen. Aber vor der Entscheidung und nicht danach.” Dabei fuchtelt er mit den Armen und zeigt eine Mimik, die jedem Kabarettisten beim “Scheibenwischer” zur Ehre gereichen würde.

Und dann zählt er auf: “Arbeitslosigkeit, Pisa, Wirtschaftskraft” undsoweiter, überall sei Baden-Württemberg “Nummer eins” und “jetzt gibts was zurück” und “anders kommen wir nicht voran”.

Und dann sagt er: “Wir müssen auf die Bürger zugehe, wenn die Frage haben.” Und dann sagt er: “Man kennt nur die Argumente der Gegner und das ist das Problem.”

Und dann sagt er: “Ob das jetzt zehn oder fünzehn Milliarden kostet, kann Baden-Württemberg wurscht sein.”

Und dann sagt er: “Die neueste Kalkulation lautet sieben Milliarden. Das müssen Sie nicht akzeptieren, aber das ist so.” Und: “Wir brauchen diese Infrastruktur und das ist der Punkt.” Und: “Brügge lässt grüßen.”

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Was steht nochmal im Flyer "Für S21"?

Schmierentheater.

Als politischer Journalist mit zwanzig Jahren Berufserfahrung habe ich selten ein solches Desaster erlebt, wie am Mittwoch, den 20. Oktober 2010. Was die Herren Wacker und Hauk dargeboten haben, geht auf “keine Kuhhaut”.

Ein Schmierentheater ohne Sinn und Verstand und symbolisch für das, was gerade im Land passiert.

Meine Kritik über diesen Mumpitz kann nur so negativ ausfallen, wie sich diese Spitzenpolitiker selbst entblößt haben.

Als Herr Hauk zu Informationen im Flyer gefragt wurde, musste er tatsächlich nochmal nachlesen. Gehts absurder?

Meine Kritik geht aber weiter: Ich habe keinen verantwortlichen Politiker anderer Parteien auf dieser Veranstaltung gesehen. Weder die SPD, noch die FDP, noch die GLH haben die Chance genutzt, sich einzubringen, Fragen zu stellen und damit für Transparenz zu sorgen.

Vor Ort war ein kleiner Kern von “Parteisoldaten”, denen nicht nur wegen des Alters offensichtlich jeder Mumm aus den Knochen genommen wurde.

Herr Wacker und Herr Hauk haben sich in Hirschberg als Symbol der Politikverdrossenheit im Land inszeniert.

Der einzige positive Satz in diesem Trauerspiel kam vom Bundestagsabgeordneten Karl A. Lamers. Der sagte: “Wir sind doch hier, um Fragen zu klären.”

Vermutlich werden viele Fragen im März bei der Landtagswahl “geklärt” werden – zu Lasten der CDU. Und zu recht, denn Politik ist mehr als Termine wahrzunehmen und in Kameras zu grinsen.

Ergänzung am 27. Oktober 2010
Auf den Nachdenkseiten finden Sie einen Text zu den “Argumenten” der Befürworter. Alle hier aufgestellten “Kernargumente” wurden auch in Hirschberg vorgetragen. Ob Sie taugen, möge jeder selbst entscheiden.
stern: “Fahrt auf schwäbischen Filz” – Hintergründe über Verstrickungen von Medien, Politik, Wirtschaft zu S21

(

Hirschberg noch ohne Nachricht aus Heddesheim

Guten Tag!

Hirschberg, 02. Juli 2010. In Sachen Hirschberger Bedenken gegen das geplante Logistikzentrum “Pfenning” gibt es noch keine offizielle Benachrichtigung der Gemeinde Heddesheim an die Gemeinde Hirschberg. Unklar ist, ob die Gemeinde Hirschberg juristische Mittel ergreifen wird.

Wie uns der Hirschberger Bürgermeister Manuel Just auf Anfrage mitteilte, liegt noch keine “offizielle” Benachrichtigung über die “Zurückweisung” der Hirschberger Eingabe gegen das geplante Logistikzentrum “Pfenning” von Seiten der Heddesheimer Verwaltung vor.

Im Heddesheimer Gemeinderat wurden die insgesamt 910 Einwendungen in der Sitzung vom 24. Juni 2010 “behandelt”. Im Schnelldurchgang verlas Bürgermeister Michael Kessler die Einwendungen und die Stellungnahmen der Verwaltung – der Großteil der Einwendungen, so auch die Hirschberger, wurden zurückgewiesen. Alle Anträge der Verwaltung wurden mit 12:9 Stimmen angenommen.

Während der Sitzung lobte der Planer Sartorius, dass die Gemeinde sich transparent zeige und alle Verfasser von Einwendungen direkt anschreiben würden – ein Zeitraum wurde nicht genannt.

Nach Informationen der Redaktion ist dies bisher unterblieben.

Ab dem 09. Juli 2010 wird der Bebauungsplanentwurf “Nördlich der Benzstraße” erneut für die Dauer eines Monats ausgelegt werden, da die Verwaltung einen möglichen Formfehler ausgemacht hat, der durch die neuerliche Auslage “geheilt” werden soll.

Bürgermeister Just kündigte gegenüber dem hischbergblog an, dass die Sache “Pfenning” erneut im Hirschberger Gemeinderat behandelt werden wird, sobald eine Benachrichtigung durch die Gemeinde Heddesheim vorläge.

Der Umgang mit dem Thema sei zum jetzigen Zeitpunkt “noch völlig offen”, auch “inwieweit sich klagerelevante Einflüsse” ergeben könnten.

Die Gemeinde Hirschberg stellt sich nicht prinzipiell gegen das Bauvorhaben, fordert aber die Ausweitung des Hirschberger Kreisels am Gewerbegebiet und einen Verkehrslenkungsvertrag, wie ihn die Gemeinde Heddesheim mit “Pfenning” geschlossen hat.

Im Fall einer Störung auf der A5 ist die B3 durch Hirschberg die offizielle Entlastungsstrecke. In Spitzenzeiten sollen zusätzlich bis zu 800 Lkw-Bewegungen täglich durch “Pfenning” stattfinden. Kritiker des Projekts glauben, dass die Zahl weit überschritten wird. Hinzu kommt der sonstige Verkehr durch Arbeitnehmer.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Haben Blogs Herrn Köhler zum Rücktritt bewegt?

Guten Tag!

Heddesheim/Berlin, 31. Mai 2010. (Artikel wurde erweitert) Wie kam es eigentlich dazu, dass das Köhler-Zitat über den “Wirtschaftskrieg” in Afghanistan so bekannt wurde, dass der Mann letztlich wenige Tage später vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten ist? Robin Meyer-Lucht, Politikwissenschaftler, Journalist und Blogger hat eine Dokumentation vorgelegt, die zeigt, dass Blogs mittlerweile eine hohe publizistische Bedeutung haben – auch wenn seiner Meinung nach dann der Spiegel den Druck so entscheidend erhöht hat, dass Horst Köhler sich zum Rücktritt entschlossen hat.

Von Hardy Prothmann

Dr. Robin Meyer-Lucht ist eine Größe in der deutschen Blog-Szene. Der Politikwissenschaftler und Journalist betreibt mit dem Blog Carta eine herausragende Plattform für politische und mediale Betrachtungen.

CARTA: Ein Politikblog, an dem man nicht vorbeikommt.

Wer sich für Politik, Medien und Journalismus interessiert, stößt irgendwann unweigerlich auf Carta und wird immer wiederkehren, weil hier interessante Menschen interessante und kontrovers-diskutierte Texte veröffentlichen.

Aktuell hat Carta eine Dokumentation erstellt, wie es zur “Wirtschaftskrieg”-Nachricht in Afghanistan kam – der chronologische Abriss zeigt deutlich, dass vor allem Blogs und nicht die klassischen Medien, die Nachricht als relevant erkannt und weiterverbreitet haben.

Mit einiger Zeitverzögerung reagierten dann auch Zeitungen und Magazine – bis der aktuelle Spiegel einen Artikel über Horst Köhler brachte. In Berlin ist der Spiegel nicht erst am Montag, sondern schon am Samstag zu haben. Zwei Tage Druck könnten gereicht haben, Herrn Köhler den Spaß am Bundespräsidentenamt gründlich zu vermiesen.

Noch haben Blogs nicht die publizistische Macht des Spiegels – aber wie lange wird das noch dauern? Ein paar Monate? Ein Jahr, zwei Jahre?

Blogs sind schneller, vernetzter und frecher als alle so genannten etablierten Medien. Ihnen fehlt das Gehabe des “Staatstragenden”. Was nicht heißt, dass Blogger den Staat unterlaufen wollten: Viele Blogger setzen sich vehement für die Grundrechte ein und tragen damit zur Stabilität des Staates bei, indem sie Missstände thematisieren. So auch in Sachen Köhler.

Hinzu kommt, dass viele Blogger die so genannten “sozialen Netzwerke” wie Twitter oder Facebook virtuos bedienen.

Und: Sie handeln ihre Nachrichten und Inhalte frei zugänglich, ohne Bezahlschranken. Damit sorgen sie für eine enorm schnelle Verbreitung – in Echtzeit.

Kritiker versuchen immer noch, Blogs eine journalistische Relevanz abzusprechen. Diese Kritiker sind meist die etablierten Medien oder Politiker, die unter Druck geraten oder dies fürchten.

Die Macht der Blogs fürchten diese Leute zu Recht: Denn Blogs bilden ein lockeres Netzwerk. Hinter jedem Blog steht mindestens ein (kluger) Kopf und es werden immer mehr. Sie tauschen ihre Informationen aus, weisen auf Quellen hin – sie verlinken, verbinden sich also, als wären sie eine große, flächendeckende Redaktion.

Dabei ziehen Blogs bei weitem nicht immer an einem Strang, manchmal kritisieren sie sich auch gegenseitig. Sie lassen Kommentare zu und befruchten damit umso mehr die Debatten – Blogs sind Zellen der Meinungsfreiheit. Und es werden immer mehr.

Link:
Robin Meyer-Lucht und Hardy Prothmann im Video zur Identitätskrise des Journalismus
Focus Online: Der verzögerte Skandal
Süddeutsche: Blogger machten auf Köhlers Äußerungen aufmerksam

Dokumentation: Die Debatte um den “Pfenning”-Beschluss

Guten Tag!

Hirschberg, 31. März 2010. (red) Das hirschbergblog dokumentiert die am 30. März 2010 im Gemeinderat geführte Debatte zur in Heddesheim geplanten “Pfenning”-Ansiedlung.

Bürgermeister Manuel Just sagte, es gehe nicht um eine Verteufelung des Projekts, “bei dem ich aus unserer Sicht aber Probleme sehe. Unabhängig davon, dass hier ein volkswirtschaftlicher Nutzen für die Region entstehen kann.”

Unabhängig davon müsse man aber sehen, dass “was gut für Heddesheim ist, nicht zu Lasten von Hirschberg gehen darf.”

Widersprüchliches Gutachten. Note "ausreichend" für den Kreisel am Hirschberger Gewerbegebiet.

In Bezug auf das zweite Verkehrsgutachten, das nach der Eingabe Hirschbergs im Zug der Anhörung der betroffenen Behörden und Träger öffentlicher Belange erstellt wurde, sagte Just: “Das Verkehrsgutachten kommt zu dem Schluss, dass der Kreisel am Hirschberger Gewerbegebiet die Stufe D erreichen wird, also den Verkehr noch wird bewältigen können. Stufe D heißt ausreichend. In der Schule wäre das keine gute Note, aber ein Schüler wäre damit noch versetzt.”

Widersprüchliche Gutachten

Und weiter: “Ich will nicht dieses Gutachten in Frage stellen. Sehr wohl stellt sich mir aber die Frage, wenn ich den Gesamtkontext betrachte. 1999 hat dasselbe Ingenieursbüro, Koehler, Leutwein & Partner im Zuge des Ausbaus unseres Gewerbegebiets ebenfalls ein Gutachten erstellt, dass erhebliche Bedenken wegen des zu erwartenden Verkehrs feststellte. Das war vor zehn Jahren, Mittlerweile gibt es das Gewerbegebiet, man darf annehmen, dass der Verkehr erheblich zugenommen hat und trotzdem kommt das aktuelle Gutachten zu einer Bewertung “ausreichend”.”

Weiter problematisierte Bürgermeister Just einen Bypass zum Kreisel, denn hier müsse der Straßenbaulastträger bei den Kosten herangezogen werden.

“Das größte Problem sehe ich bei einer Vereinbarung der Gemeinde Heddesheim mit der Firma Pfenning, keinen Verkehr durch Heddesheim zu leiten”, sagte Just. “Die Frage der Qualität einer solchen Vereinbarung, die eine reine Selbstverpflichtung darstellt, ist der Frage unterzuordnen, was das für Hirschberg bedeutet.”

“Ich hätte mir eine solche Vereinbarung auch für Hirschberg gewünscht”, sagte Just und bestätigte damit implizit, dass “Pfenning” im Gespräch mit Just eine solche abgelehnt hatte. “Eine solche Vereinbarung kann nicht zu Lasten Dritter, also Hirschberg, abgeschlossen werden.”

“Pfenning”-Verkehr wird über die B3 fahren.

Bürgermeister Just erläuterte daraufhin, wie sich die “Pfenning”-Verkehre ihren Weg suchen würden, wenn sie nicht durch Heddesheim führen. In den meisten Fällen würden sie über die B3 führen, sofern die Autobahn “dicht” wäre.

Selbst wenn es eine solche Vereinbarung mit Hirschberg gäbe, sei die B3 die offizielle Umleitungsstrecke bei großem Rückstau auf der A5. Dementsprechend würde in einer Extremsituation diese Vereinbarung hinfällig.

Peter Johe (FW) sagte: “Mich stören zwei Dinge: Es kann nicht sein, dass das Gutachten zur Bewertung “ausreichend” kommt und gleichzeitig einen Bypass empfiehlt und es kann nicht sein, dass durch Heddesheim keine Lkw fahren mit der Konsequenz, dass diese durch Hirschberg fahren. Aus meiner Sicht verträgt sich das aktuelle Gutachten nicht mit dem Gutachten von vor zehn Jahren. Der Vertrag zwischen “Pfenning” und Heddesheim muss fallen.”

Dr. Jörg Boulanger (CDU) sagte: “Das aktuelle Gutachten sagt, “kurzfristig ausreichend” und empfiehlt einen Bypass. Für mich ist das ein Persilschein, der die Aussage des Gutachtens bestätigen soll.”

Jürgen Steinle (GLH) sagte: “Den volkswirtschaftlichen Nutzen stelle ich grundsätzlich in Frage. Weiter frage ich mich: Wie wird sicher gestellt, dass kein Pfenning-Verkehr durch Hirschberg fährt? Wie ist die “Sicherstellung” definiert? Ermöglicht uns dieser Beschluss, im Rahmen der Offenlage Einwände zu formulieren? Was, wenn die Offenlage vorüber ist und es Differenzen zur Frage der Sicherstellung gibt, welche Handlungsmöglichkeiten haben wir dann noch? Der Geschäftsführer Nitzinger hat sich in einer Fernsehsendung eindeutig geäußert, dass bei einem Stau auf der A5 Pfenning die Lkw über die B3 schickt. Damit steht fest, dass der Verkehr durch Hirschberg rollen wird. Ich kann hier keinesfalls zustimmen, bis Fakten geschaffen sind. Die aktuelle Beschlussvorlage sagt nichts aus. Ich lehne den Bebauungsplan ab.”

“Unfreundlicher Akt der Gemeinde Heddesheim.” Horst Metzler

Bürgermeister Just sagte: “Ich kann Ihre Motivation verstehen, aber es nützt nichts, den gesamten Bebauungsplan abzulehnen. Das ist Sache von Heddesheim, wir müssen sehen, dass ein Verkehrsproblem aus unserer Sicht gelöst wird.”

Dr. Horst Metzler (SPD) sagte: “Wir sollten nicht den Weg wie Heddesheim gehen, sondern einen kooperativen. Die Vereinbarung, keinen Verkehr über die Ringstraße und durch den Ort zu schicken ist ein unfreundlicher Akt der Gemeinde Heddesheim gewesen, weil sie sonst keine Mehrheit bei der Bürgerbefragung bekommen hätte.”

Werner Volk (FW) sagte: “Das ist ein Unding, die tun uns merklich weh mit diesem Vertrag.”

Oliver Reisig (FDP) sagte: “Ich persönlich sehe nur wenige Lkw auf der B3. Es sollte ein Vertrag wie in Heddesheim geschlossen werden. Lkw fahren nur in Ausnahmefällen von der Autobahn.”

“Heddesheim soll Vereinbarung mit Pfenning zurückziehen.” Peter Johe

Peter Johe (FW) sagte: “Entweder schließt Pfenning auch mit Hirschberg einen solchen Vertrag oder Heddesheim zieht den Vertrag mit Pfenning zurück.”

Dr. Jörg Boulanger (CDU) sagte: “So formuliert kommt das einer Nötigung gleich. Davon sollten wir absehen.”

Die GLH stellte einen erweiterten Antrag, den Bebauungsplan “Nördlich der Benzstraße” mit entsprechender Begründung abzulehnen. Mit 4 Ja- und 14 Nein-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.

Im Anschluss versuchte Bürgermeister Just aus dem Stand einen neuen Beschlussvorschlag mündlich zu formulieren, was wegen der Komplexität schwierig war. Deswegen wurde die Sitzung für fünf Minuten unterbrochen.

Der Gemeinderat stimmte dem neuen Beschlussvorschlag zu. (Dokumentation: Der “Pfenning”-Beschluss)

Link:
Der Ortsverband Bündnis90/Die Grünen hat auf seiner homepage Sonderseiten zum “Pfenning”-Projekt eingerichtet. Hier finden sich alle Gutachten und der Bebauungsplanentwurf und das Verkehrsgutachten.

Service:
Zum Verkehrsgutachten gibt es eine “ergänzende Stellungnahme”. Wir haben das Dokument in drei Teile gegliedert, um die Dateigrößen klein zu halten:
Download Teil 1 Textfassung (500 kb).
Download Teil 2 Grafiken und Tabellen (660 kb).
Download Teil 3 Grafiken und Tabellen (480 kb).

Plan der “Pfenning”-Ansiedlung

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Das hirschbergblog

In eigener Sache: “Was ist die Nachricht wert?” Live-Diskussion

Guten Tag!

Hirschberg, 16. März 2010. Der Gründer des hirschbergblogs, Hardy Prothmann, diskutiert heute Abend zusammen mit anderen Journalisten den “Wert der Nachricht”. Die Diskussion wird live über das Internet ausgestrahlt.

Das Institut für Publizistik (ifp) lädt heute Abend in München zur Diskussion ein: “Der Wert der Nachricht.”

Die Podiumsteilnehmer: Hardy Prothmann, Gründer hirschbergblog.de, Ludwig Ring-Eifel, Chefredakteur kna, Jochen Wegner, Chefredakteur FOCUS online/Geschäftsführer Nachrichten.de, Joachim Widmann, Chefredakteur ddp; Moderation: Christian Vogg, Redaktionsleiter WDR Mediathek.

Die Diskussion kann live ab 18:30 Uhr im Internet verfolgt werden: IfP im Gespräch.

Das Video kann auch nach der Live-Übertragung angesehen werden. Bei den ersten elf Minuten gibt es eventuell Probleme mit dem Ton – danach sollte es funktionieren.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

“Vom Versagen der Lokalpresse”

Guten Tag!

Hirschberg, 08. März 2010. Der Medienjournalist Stefan Winterbauer ärgert sich heute in einem Artikel über die Odenwälder Zeitung, bei der er selbst volontiert hat. Sein Fazit: Die Lokalpresse versagt.

Stefan Winterbauer ist Journalist und berichtet seit Jahren als Fachautor über Medienthemen. Unter anderem bei “meedia”, einem führenden Portal, das über Medien berichtet. Die Welt der Medien ist spannend: Hier finden sich Konzerne mit Marktmacht, hier finden sich politische, kulturelle, sportliche, gesellschaftliche Themen.

Winterbauer wollte sich bei “seiner” Zeitung, Weinheimer Nachrichten/Odenwälder Zeitung, über den Kindesmissbrauch an der Odenwaldschule informieren. Aus erster Hand. Was Winterbauer bleibt, ist die ernüchternde Erkenntnis, dass der Lokaljournalismus kläglich versagt.

Update:
Mittlerweile gibt es einen kurzen Text mit Material der dpa.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Tipp: „Zwei wie Bonnie und Clyde“

Hinweis: Die Veranstaltung fällt wegen Krankheit aus!

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„Zwei wie Bonnie und Clyde“
Eine Gauner-Komödie im Olympia-Kino

bc

"Zwei wie Bonnie & Clyde"

Das badische Tourneetheater „Kleine Komödie Thespiskarren“ – gegründet von Isabella und Ferdinand von Prondzynski – zeigt seit 10 Jahren mit großem Erfolg seine Theaterproduktionen in Gastspielen auf professionellen Bühnen in Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg, aber auch in vielen kleinen Städten und Gemeinden Süddeutschlands. Das ohne staatliche Zuschüsse oder Subventionen arbeitende Theater hat sich als heitere Bühne zur Aufgabe gemacht, die Menschen zum Lachen zu bringen, und ihnen damit die Möglichkeit zu geben, für zwei, drei Stunden dem Alltag zu entfliehen.

„Zwei wie Bonnie und Clyde“ ist eine von viel Situationskomik geprägte Gaunerkomödie über den immerwährenden Wunsch der Menschen „reich“ zu sein.
Sie ist aber auch eine pointenreiche “Beziehungsschlacht” voller Witz, Spannung und überraschender Wendungen, eine Herausforderung für die Lachmuskeln der Zuschauer. Zwei herrliche Stunden liebevoll inszeniertes Komödientheater.

Pressestimmen: „Sie erheiterten das Publikum mit großem schauspielerischem Können, viel Wortwitz und herrlicher Situationskomik… zwei vergnügliche Stunden lang amüsierte sich das Publikum-  köstlich..“
„Es war ein äußerst vergnüglicher Abend, das ungleiche Gaunerpärchen zu beobachten und deren eigener “Markenzeichenkombination” Badisch/Hochdeutsch für sich allein betrachtet bereits Garant für Lachsalven des Publikums ist …“

Mittwoch, 17. März 2010, 20 Uhr
Olympia-Kino 69493 Hirschberg-Leutershausen, Hölderlinstr. 2

Eintritt: 14 Euro / Förderkreis-Mitglieder 12 Euro

Vorverkauf ab sofort:
Postagentur Leutershausen (Tel. 06201/590028), Schreibwaren Schuhmann in Großsachsen (Tel. 06201/53012), Opus in Schriesheim (Tel. 06203/937684)

Kartenreservierung ist möglich unter:
foerderkreis@olympia-leutershausen.de oder Tel. 06201 / 53600