Dienstag, 21. Mai 2013

Gabis Kolumne

Nur eine “Klamottenfrage” oder doch viel mehr?

Guten Tag

Hirschberg, 4. Oktober 2010. Unsere Kolumnistin Gabi fragt sich, wie Kinder sich heutzutage abgrenzen, wenn Eltern oft die gleichen Klamotten tragen und die gleiche Musik hören.

„Hot ma des awwl so?“, fragte mich meine Großtante – (ich weiß weder wie man das schreibt und kann es auch nicht wörtlich übersetzen, wusste aber sinngemäß, was sie meinte) – als ich ein Teenager war und mich kleidete, wie es gerade angesagt war.

Sie sagte nie, wie schrecklich meine Henna gefärbten Haare zu dem übergroßen grünen Pullover, den ich heimlich aus der Altkleidersammlung meines Vaters rausgezogen hatte, aussah. Ganz im Gegenteil, als ich ihr meine neuen geschnürten Stiefel zeigte, schlurfte sie in ihre Kammer und brachte mir schwarze Altdamen-Stiefetten herbei und meinte, die würden mir sicherlich passen.

Was junge Mädchen heutzutage tragen

Ihr Verhalten beruhte nicht auf großer modischer Toleranz, nein eher auf Verwunderung, „was die junge Mädchen heutzutage tragen“.

Das war bei meinem Vater ganz anders. Die täglichen Diskussionen über meine unordentlichen Haare am Abendbrottisch, sind mir noch gut – und in keiner guten – Erinnerung. Er flippte regelrecht aus, als er sah, dass ich mir ein zweites Ohrloch hatte stechen lassen, auch wenn ich das wochenlang unter meinen „unordentlichen Haaren“ verbergen konnte.

Die alte Lederjacke, ein Erbstück von meinem Großvater, mein ganzer Stolz, verursachte bei ihm einen Wutausbruch: „Mit so was gehst du nicht in die Schule“, erklärte er keine Diskussion zulassend.

Mein erster Freund hatte lange Haare, ein absolutes „No-Go“. „Einen Langhaarigen brauchst du nicht mit nach Hause zu bringen“, lautete seine klare Anweisung.

Wie Sie es sich sicher denken können, ich trug die Lederjacke weiterhin und blieb mit meinem Freund über ein Jahr zusammen, aber ich tat jetzt alles so, dass er weder das eine noch das andere mitbekam.

Heute bin ich mir sicher, dass er um Beides wusste, aber sich so leichter vormachen konnte, dass ich mich an seine Gebote und Verbote hielt.

Sind wir eine tolerante Generation?

Meine Kinder sind jetzt im Teenageralter. Und wir gehören wahrscheinlich zu der Generation, die sich selbst für die toleranteste hält.

Tragen wir doch die gleichen Jeans und Tops wie unsere Kinder. Schon jetzt holt sich meine 12jährige Tochter Klamotten aus meinem Kleiderschrank und auch ich habe mir hin und wieder einen Schal oder Modeschmuck von ihr ausgeliehen.

Mein Sohn trug seine Haare eine Zeit lang recht lang und ich war richtig enttäuscht, als er sie abschneiden ließ.

Dennoch gibt es bei uns natürlich Diskussionen über Stylingfragen. So ist die Größe der Ohrringe, die Farbe und Länge der Nägel unserer Tochter eine ständige Streitfrage. Kreolen, die bis zur Schulter reichen und knallroter Nagellack sind absolut tabu. Und da achtet vor allem mein Mann drauf.

Ich dagegen rege mich über zu lange Jeans, deren Hosenbeine durch das Schleifen auf dem Boden ausfranzen besonders auf. Vor allem, wenn mein Sohn mir erklärt: „Das muss so sein“. Aber alles in allem laufen zumindest diese Diskussionen bei uns ziemlich “gechillt” ab.

Beliebt bei Teenie-Eltern ist auch die Frage, um das wann und ob von Tatoos oder Piercings. Als sich vor einem Jahr die Tochter einer Freundin eine Blume am Knöchel tätowieren ließ, verkündete ich, „das würde ich nie erlauben“. „Hast du dir schon mal überlegt, wie sich unsere Kinder von uns abgrenzen sollen“, entgegnete meine Freundin. „Meine Mutter war noch gekleidet wie eine Mutter und nicht wie die ältere Schwester, an ihren Kleiderschrank wäre ich nie gegangen. Wir dagegen tragen die gleichen Klamotten und hören die gleiche Musik.”

Das gab mir zu denken und als ich kürzlich mit meiner Tochter bummeln war und eine diesen Herbst angesagte „Jeggings“ in der Hand hielt, schüttelte meine Tochter nur den Kopf und meinte: „Mama, dafür bist du dann doch etwas zu alt.”

Da legte ich das Kleidungsstück schnell ins Regal zurück.

gabi

Preisausschreiben “Eiskaltes Schweigen” – das Los hat entschieden!

Guten Tag. Hirschberg, 03. Oktober 2010. Unser Preisausschreiben zu dem aktuellen Krimi von Wolfgang Burger „Eiskaltes Schweigen“ hat große Resonanz gefunden und viele Leser haben eine Email mit der Lösung an die Redaktion gesendet. Jetzt hat das Los entschieden.

Das hirschbergblog bedankt sich bei seinen Lesern für die zahlreiche Teilnahme bei unserem Gewinnspiel zu Wolfgang Burgers Krimi „Eiskaltes Schweigen“.

Die Lösung war A – Alexander Gerlach. Und die Frage war anscheinend zu einfach, denn sie wurde von allen Teilnehmern richtig beantwortet.

Gewonnen haben:

Thomas Kluß aus Bruchsal

Heidrun Hönig aus Heddesheim

Nicole Pochert aus Heddesheim

Das Buch wird den Gewinnern in den nächsten Tagen auf dem Postweg zugestellt.

Nicht berücksichtigt werden konnten Mitarbeiter der Redaktion sowie Teilnehmer, die unter einem Pseudonym die Lösung eingeschickt haben.

Wir wünschen den Gewinnern viel Spaß beim Lesen.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Reportage: Im Landtag nichts Neues?

Guten Tag

Hirschberg, 30. September 2010. “Ich traue meinen Ohren kaum, weil ich doch glaubte, ich säße in einem Parlament. Einem Ort der Würde und des Anstands”, denkt unsere junge Mitarbeiterin Jule Kuhn-Weidler, als sie zum ersten Mal persönlich das Geschehen im Stuttgarter Landtag verfolgt. Doch sie erlebt hämische Zwischenrufe, wilde Gesten, lange Flure. Auch das ist Politik, notiert sie auf ihrem Block. Wie sie den Landtag aus dem Blickwinkel einer 17-jährigen Schülerin erlebt, hat sie in dieser Reportage aufgeschrieben.

Der Baden-Württembergische Landtag - hier wird politisch entschieden. Bild:jkw

Text und Fotos: Jule Kuhn-Weidler

Die Tür fliegt auf und Uli Sckerl tritt in den Raum. 59 Jahre alt, 1,88 Meter groß, dunkelgraue Haare. Brillenträger. Figur normal. Bis auf den Politikerbauch. Eine ausgebeulte, volle Lederaktentasche unterm Arm. Jeans, grünes Hemd, dunkles Jacket.

Die SPD veranstaltet ne Sause.

Lässt sich nicht gerne fotografieren: MdL Uli Sckerl am Kaffeeautomaten. Bild: jkw

„Hallo“, sagt Sckerl knapp. Ein kurzer Blick und ein Handschlag begrüßen seinen Assistenten Benjamin Lauber und mich. „Die von der SPD veranstalten gerade ne Sause und jubeln“, sagt Sckerl. „Klar, wegen der aktuellen Umfrage“, sagt sein Assistent. Danach würde die SPD 25 Prozent erhalten und die Grünen satte 20 Prozent. Lauber guckt auf den Bildschirm: „Ich bin voll geplättet.“ Sckerl nickt und sagt: „Ist nur eine Umfrage, wir müssen die Landtagswahl 2011 abwarten.“

Es ist Ende Juli 2010. 12:00 Uhr mittags. Zweiter Stock. Haus der Abgeordneten. Neben dem Stuttgarter Landtag. Hier sitzen 139 Landtagsabgeordnete. Uli Sckerl ist einer davon, für Bündnis90/Die Grünen (17 Sitze). Es ist seine erste Legislaturperiode. Im März 2006 ist er über die Landesliste in den Landtag gekommen.

Ich habe noch keine große Erfahrung als Journalistin und stehe am Ende meines Praktikums beim hischbergblog.

Mein Auftrag: Schreibe eine Reportage über Deine Erfahrungen im Landtag. Schreibe ein Porträt über den Landtagsabgeordneten Uli Sckerl.

„Was gibt-€™s sonst?“

„Was gibt-€™s sonst?“, sagt Sckerl. Es gibt viel Neues. Die Liste der Themen und emails ist lang. Die Infos gehen zwischen den beiden hin und her. Konzentriert, intensiv, ab und an wird gescherzt. Eine halbe Stunde geht das so in diesem sechszen Quadratmeter großen Raum.

Das Büro ist voll gestellt mit Ordnern. Polizei, Direkte Demokratie, Finanzen, Rechtsradikalismus usw. steht da drauf. Es gibt kaum Bücher. Dafür aber überall Papierstapel. Gelocht, geklammert, gelblich und ab und an auch angerissen.

Es ist immer dieselbe Situation, hat mir vorher Benjamin Lauber erklärt. Er managt das Büro, bereitet die Informationen auf, vereinbart Termine, recherchiert. Die Zeit ist immer knapp. Auch heute wieder. Um 13:00 Uhr ist Fraktionssitzung.

Der lange Gang durch die Instanzen im Landtag. Bild: jkw

Der Versammlungsraum der Grünen-Fraktion ist in der 14. Legislaturperiode zu klein geworden. Wir müssen ins Nebengebäude. In einen lichten Raum mit beigem Teppich und einheitlichen Ledersitzen

„Was heute hier besprochen wird, verlässt nicht diesen Raum.“

Vorab der Satz: „Was heute hier besprochen wird, verlässt nicht diesen Raum.“ Der Fraktionsvorsitzende Winfried Kretschmann hat für die kommenden vier Stunden hauptsächlich das Wort. In der Pause werden die Abgeordneten, aber auch die Berater und Praktikanten mit Kaffee und Kuchen versorgt.

Ordner, Ordner, Ordner. Schrankwand im Abgeordentenbüro. Bild: jkw

Besonders eine Strategie zeichnet sich ab: die Abwarten-Verhandeln-Vermarkten-Strategie. Es wird abgewartet, wann welches Thema besonders präsent ist, oder welches gerade im Interesse des Bürgers liegt. Es wird verhandelt, mit möglichen Fraktionen, die einen ähnlichen Antrag unterstützen würden. Danach wird das Thema mit Hilfe von Medien und Kontakten für die Öffentlichkeit vorgestellt.

Ich laufe zurück ins Büro. Auf dem Weg werde ich von einem Herrn im maßgeschneiderten Anzug angesprochen, der den gleichen Weg hat.

Kein Lächeln mehr für mich.

„Machen Sie hier ein Praktikum?“, fragt der Herr außerordentlich freundlich und lächelt.
„Ja“, antworte ich ebenfalls höflich.
„Bei welcher Partei sind Sie denn?“, fragt der Herr.
„Bündnis90/Die Grünen“, sage ich, ohne zu erwähnen, dass ich dort als journalistische Praktikantin nur zu Besuch bin, mit dem Auftrag darüber zu berichten.
„Oh, achso, na dann“, sagt der Herr und läuft sogleich einen Schritt schneller, um nicht weiter mit mir reden zu müssen.

Auch an den folgenden Tagen wird mich der Mann weder grüßen, noch anlächeln.

Für diesen Tag bin ich fertig.

Ich mache mich auf die Suche nach meiner Jugendherberge, dort wurde von Benjamin Lauber für mich ein Bett reserviert.

Fürs Protokoll.

Dort angekommen gehe ich noch einmal meine Notizen durch, als plötzlich die Tür auffliegt und eine junge Frau mit Köfferchen im Zimmer steht. Wir begrüßen uns.

„Was machst du in Stuttgart?“, frage ich.

„Ich bin Stenografin im Landtag für die nächsten zwei Plenumstage“, bekomme ich als Antwort.

„Was machst Du genau?“ frage ich.

Redner im Plenum. Bild: jkw

„Ich bin eine von denen, die immer neben dem Pult des Redners sitzen, ihren Bleistift in der Hand und wie wild auf einen Din-A5-Block kritzelt, was gesagt wird. Die Notizen für das spätere Protokoll. Es erfordert Konzentration und Genauigkeit. Einrufe müssen zu dem jeweiligen Politiker zugeordnet werden.“

Einrufe. Davon gibt es viele – von jeder Partei.

Szenenwechsel – ich bin wieder im Landtag.

Schäbig.

„Reden Sie nicht von Anstand, wenn Sie selbst keinen haben!“
„Sie sind einfach nur schäbig!“
„Sie reden von Ideologie? Aber davon können sie wahrlich nur träumen!“

So geht das in einem fort.

Ich traue meinen Ohren kaum, weil ich doch glaubte, ich säße in einem Parlament. Einem Ort der Würde und des Anstands.

An dem Ort eines öffentlichen, konstruktiven Austauschs. Dem ist nicht so.

Und dabei sitzen doch Nonnen und Rentner im Publikum, teils mit steinernen Gesichtern. Es ist klar, dass diese „Einwürfe“ ihnen gar nicht gefallen.

Die Stimmung im Landtag ist angespannt. Gerade bei dem Thema Bildung gehen die Interessenlagen weit auseinander.

Es donnert und poltert dort unten, als ich gerade wieder die Plenumssitzung von der Tribüne aus verfolgen möchte. Schon nach kurzer Zeit stelle ich mir die Frage, ob es sich lohnt, dem Theater da unten zu folgen.

Meine Gedanken schweifen ab und ich beginne die Politiker optisch zu mustern.

I-Phone ist interessanter als Politik.

Fast alle tragen Anzug und Krawatte. Die Abgeordneten der Grünen stechen ein wenig heraus. Keine Krawatte, das Hemd nicht bis oben zugeknöpft und auch die feinen Lederschuhe sind ab und an durch gemütliche Turnschuhe ersetzt.

Die Autorin: Jule Kuhn-Weidler. Bild: jkw

Ich habe mir eine simple Kleiderordnung gegeben: Alles außer zerrissene Jeans und zu knallige, figurbetonte Oberteile.
Bei anderen Parteien sehen die Praktikanten schon anders aus. Für zwei Jungs bei der FDP ist der Anzug und die Krawatte Pflicht, genauso wie die gegelten- und zur Seite gekämmten Haare. Allerdings scheinen sich die jungen Männer eher weniger für die Politik ihrer Partei zu interessieren. Mehr noch interessiert das I-Phone auf ihrem Schoss.

Ich beobachte die Politiker weiter. Der Ministerpräsident, Herr Mappus, runzelt ununterbrochen die Stirn, während ein SPD-Abgeordneter einen besonderen Streitpunkt anschlägt.

Beifall in jeder Sprechpause von SPD und Grünen. Die restlichen Abgeordneten sitzen relativ unbeeindruckt auf ihren Plätzen und warten auf den Sprecher ihrer eigenen Partei.

Schwierige Zusammenhänge.

Bei kritischen Aussagen wird wieder eingerufen. So darf man sich den restlichen Nachmittag vorstellen. Es passiert nicht wirklich etwas Interessantes.

Noch etwas fällt mir besonders auf. Die unterschiedlichen Redensarten. Der eine liest seine Rede völlig vom Papier ab, der nächste wirbelt nur so mit Statistiken um sich, ein anderer versucht den restlichen Politikern ins Gewissen zu reden und wiederrum ein anderer fuchtelt mit den Armen um sich, um die Bedeutung seiner Worte noch mehr hervorzuheben.

Ich merke, dass gerade die Streitpunkte mir Schwierigkeiten bereiten. Ich verstehe Zusammenhänge nicht sofort und auch die Argumentation der Politiker ist für mich schwer nachvollziehbar.

Aber es geht nicht nur mir so. Die restlichen Zuschauer haben offensichtlich ebenfalls große Probleme zu folgen.

Manche fragen fortlaufend ihren Sitznachbarn und andere haben es sich gemütlich gemacht, um ein Nickerchen zu halten. Wenige Zuschauer blättern verzweifelt in ihren Informationsheftchen, um wenigstens den Versuch zu unternehmen, die Debatte der Fraktionen zu verstehen.

So läuft Politik.

Drei anstrengende Tage gehen so vorüber. Ich habe viel gesehen und viel Neues erfahren. Manches hat mich überrascht, manches sehr enttäuscht.

Partei ist nicht gleich Partei und auch die Erkenntnis, dass Zeit hier Mangelware ist, wurde mir immer wieder vor Augen geführt.

Und es wird „scharf geschossen“ in der Landespolitik. Aber so läuft Politik, wird mir gesagt.

Sitzgruppe - ein Ort des Treffens, an dem sich niemand trifft. Bild: jkw

Der Einblick in den Landtag hat mir gezeigt: Politik ist wichtig. Und es ist wichtig, dass darüber gesprochen wird.

Gäbe es kein Parlament, das sich mit ausschlaggebenden Pro- und Kontra-Argumenten zu den vielen Themen beschäftigen würde, so würde wohl die gesamte Gesellschaft ganz und gar zerbrechen.

Unübersichtliche Gänge der politischen Arbeit.

So unübersichtlich die Gänge im Landtag sind, so verschachtelt ist auch die Arbeit dort.

Zu viele Sackgassen und Einbahnstraßen versperren den Weg, zu einer einheitlichen Entscheidung zu kommen.

So viele Namensschilder wie es an den Türen gibt, so viele unterschiedliche Meinungen gibt es auch. Im Parlament werden die oft auf eine „gemeinsame“ reduziert. Und das wird sich so schnell wohl auch nicht ändern.

Aber das alles ist nur ein Eindruck.

Ich habe drei intensive der Beobachtung hinter mir und habe viel gelernt und verstanden. Und gemerkt, dass die Arbeit als Journalistin ganz schön anstrengend ist.

Was wäre, wenn ich das seit Jahren schon tun würde?

Könnte ich dann behaupten, die Politik im Landtag verstanden zu haben?

Ich glaube nicht.

Und ich habe den Eindruck, dass auch die Politiker damit selbst große Schwierigkeiten haben.

Jung, rockig experimentierfreudig - Jule Kuhn-Weidler.


Anmerkung der Redaktion:
Jule Kuhn-Weidler (17) ist Gymnasiastin und absolviert neben ihrem Hauptjob, der Schule, ein redaktionelles Praktikum beim hirschbergblog.
Sie stammt aus einem “politischen” Haus – ihr Vater, Arndt Kuhn-Weidler, ist im Vorstand der Grünen Liste Hirschberg und deren Sprecher.
Von der Redaktion bekam sie den Auftrag, den Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl zu porträtieren sowie eine Reportage aus dem Leben eines Abgeordneten im Stuttgarter Landtag zu schreiben.
Jule hat noch eine Aufgabe vor sich, dann wird ihr Praktikum bei uns beendet sein und weil sie weiter journalistisch arbeiten will, begrüßen wir sie ab November 2010 als freie Mitarbeiterin.
Da im März 2011 Landtagswahlen anstehen und sie aus unserer Sicht eine hervorragende Arbeit abliefert, werden wir sie auf die anderen Kandidaten “ansetzen”, die sich zur Wahl stellen.

Porträt Uli Sckerl: “Respektsperson im T-Shirt”

Guten Tag

Hirschberg, 30. September 2010. “Mein Kleiner interessiert sich total für Politik”, sagt der grüne Landtagsabgeordnete scherzhaft über seinen zweijährigen Sohn, den er ab und an zu Veranstaltungen mitnimmt, wenn die Mama keine Zeit hat. Unsere Praktikantin Jule Kuhn-Weidler hat den Mann getroffen und drei Tage begleitet, um ein Porträt über den Politiker und den Menschen Sckerl zu schreiben.

Von Jule Kuhn-Weidler

Lässt sich ungern fotografieren - tut das selbst aber gerne: Uli Sckerl. Bild: GAL

Ich hatte ganze drei Tage Zeit, die Person Uli Sckerl kennenzulernen. Mein Auftrag: Verfasse ein Porträt über den Landtagsabgeordneten.

Um also vorinformiert zu sein, durchforstete ich das Internet nach Eckdaten: geboren am 28.April 1951 in Weinheim (heute also 59 Jahre alt), Abitur, studierte Jura und Volkswirtschaftslehre.

Früher Einsatz.

In seiner Zeit als junger Erwachsener rückte das Thema Ökologie und Umwelt immer mehr ins Bewusstsein der Menschen. Auch Uli Sckerl begann mehr und mehr bei Bürgerinitiativen mitzuwirken und sich für diese neuen Themen zu interessieren.

Als Gruppenbildung allein nicht mehr half, kam es zu der Partei, die man heute Bündnis90/Die Grünen nennt. Im Zusammenhang damit war Uli Sckerl einer der Mitgründer der GAR, der so genannten „Kommunalpolitischen Vereinigung der grünen und alternativen Räte in Baden-Württemberg“.

Seit 1984 sitzt der Grünen Politiker im Kreistag und ist dort Fraktionsvorsitzender. 1989 bis 1998 war Uli Sckerl Mitglied im Gemeinderat von Hirschberg, seit 2004 ist er im Gemeinderat von Weinheim und schließlich wird er im März 2006 in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt.

Ein engagierter Mann also, der wohl schon eine Menge Erfahrung im Bereich Politik erlangt hat

Vorurteile.

Allerdings kann ich meine Vorurteile über Politiker nicht komplett vergessen: Man könnte denken sie laufen Tag und Nacht im Anzug herum. Sie reden in dieser „wichtigen“ Sprache, die Normalsterbliche wohl nicht verstehen sollen, und obwohl immer alle Politiker davon reden, sie seien bürgernah, interessieren sie sich doch nur für das eigene Wohl.

Uli Sckerl (links mit Sohn auf dem Arm) bei einer Protestveranstaltung in Heddesheim: "Der Kleine interessiert sich total für Politik."

Vorurteile bleiben solange Vorurteile, bis man sich ein eigenes Urteil machen kann. Meine erste Begegnung mit Uli Sckerl war kurz, aber sehr freundlich. Und alle eben genannten Vorurteile trafen nicht zu.

In seinem Stuttgarter Landtagsbüro warte ich auf den Abgeordneten. Die Tür fliegt auf und ein Mann mit grünem T-Shirt und Jeans steht in dem kleinen Büro (Vorurteil 1).

„Mein Gott, die da drüben von der SPD feiern ja ne Sause wegen dieser Umfrage“, ist sein erster Satz (Vorurteil 2).

Sein zweiter Satz zu seinem persönlichen Mitarbeiter: „Hast du schon gehört, dass wir es geschafft haben eine zweite Klasse in der Berufsschule von XY zu bewerkstelligen?“ (Vorurteil 3).

Uli Sckerl ist die nächste halbe Stunde konzertiert bei der Sache, während sein Mitarbeiter die eingegangenen E-Mails vorliest, er bleibt freundlich, lacht, scherzt.

Dann ist es Zeit für die Fraktionssitzung. Ich springe also auf und möchte dem grünen Politiker folgen, werde jedoch höflich vorgelassen.

Der Platzmacher.

Überhaupt möchte er der jungen Generation den Weg frei machen, sich mit frischen Ideen zu etablieren, erzählt er. Aufgrund dessen sei er von Ämtern im Landesvorstand der Grünen und der GAR zurückgetreten, um Platz zu machen.

Um auch die Themen des „kleinen Mannes“ in den Vordergrund zu rücken, setzt er sich seit langem für Volksentscheide ein. Zwar wurde schon 1974 der Volksentscheid rechtsgültig, allerdings kam Baden-Württemberg noch nicht in den Gebrauch dieses Gesetzes. Umso wichtiger ist es für Uli Sckerl das Gesetz zu vereinfachen, um den Volksentscheid zu erleichtern.

Die Autorin: Jule Kuhn-Weidler. Bild: jkw

Andere Themenbereiche, für die er als Innen- und Rechtspolitiker der grünen Landtagsfraktion zuständig ist, sind: Datenschutz, Bürgerrechte und Rechtsextremismus, sowie Kommunale Demokratie und Finanzen.

Mit seinem trockenen Humor und der stetig ausstrahlenden Ruhe ist das Arbeiten mit ihm wohl recht entspannt. Jedoch ihm gegenüber eine andere Meinung zu äußern, fällt schwer. Zum einen, weil man weiß, dass er selbst mit Sicherheit besser über das Thema Bescheid weiß, zum anderen weil er einfach eine besondere Respektsperson darstellt – trotz T-Shirt und lockerem Auftreten.

Der Mann ist Jurist und unglaublich gut informiert. Zu fast allen Themen hat er nicht nur eine Meinung, sondern tief greifende Kenntnisse. Das imponiert mir.

In seinem angestammten Beruf ist Uli Sckerl immer noch teilweise tätig.

“Mein Kleiner interessiert sich total für Politik.”

Sein Geburtsort ist auch sein heutiger Wohnort. Dort lebt er mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn. Sie ist evangelische Pfarrvikarin. Die 22-jährige Tochter studiert gerade Tiermedizin.

Auf die Frage, ob die Kinder sich auch für Politik interessieren, antwortet Sckerl: „Also mein Kleiner interessiert sich total für Politik. Meine Tochter hat aber nichts mit Politik am Hut. Das finde ich persönlich aber nicht so schlimm, sie studiert ja Tiermedizin, dann brauch ich später mit den Hunden nicht mehr zu einem fremden Arzt gehen. Hat also alles seine guten Seiten.“

Homepage von Uli Sckerl: Hund, Heimat, Heiterkeit. Quelle: Sckerl

Zu der Familie gehören auch die beiden Hunde. In Sckerls freier Zeit, nimmt er dann meist die Tiere mit auf einen Spaziergang, jedoch nicht ohne seine klassische alte Kamera mitzunehmen.

Dann werden Natur, Tiere oder Architektur abgelichtet. Besonders die Schwarz-Weißfotografie hat es ihm angetan.

Das “Geschaffene” weiterführen.

Obwohl er gerne mit der Kamera umgeht und es gewohnt sein müsste vor der Kamera zu stehen, gefällt ihm das „nicht so“.

Seine Funktion als Politiker sieht er als Berufung. Und da er dieser schon lange folgt, will er das „Geschaffene“ weiter fortführen.

Am wichtigsten finde ich allerdings, dass er seinen Beruf als Ehre ansieht. Er ist immer noch ein Mensch und möchte auch nicht bevorzugt werden aufgrund seiner politischen Stellung. Ob das alles so „wahr“ ist? Wieder so ein Vorurteil über Politiker, dass sie selten die Wahrheit sagen.

Ich persönlich halte den Politiker Uli Sckerl für glaubwürdig. Aber das ist nur mein Urteil.

Jung, rockig experimentierfreudig - Jule Kuhn-Weidler.

Anmerkung der Redaktion:
Jule Kuhn-Weidler (17) ist Gymnasiastin und absolviert neben ihrem Hauptjob, der Schule, ein redaktionelles Praktikum beim hirschbergblog.
Sie stammt aus einem “politischen” Haus – ihr Vater, Arndt Kuhn-Weidler, ist im Vorstand der Grünen Liste Hirschberg und deren Sprecher.
Von der Redaktion bekam sie den Auftrag, den Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl zu porträtieren sowie eine Reportage aus dem Leben eines Abgeordneten im Stuttgarter Landtag zu schreiben.
Jule hat noch eine Aufgabe vor sich, dann wird ihr Praktikum bei uns beendet sein und weil sie weiter journalistisch arbeiten will, begrüßen wir sie ab November 2010 als freie Mitarbeiterin.
Da im März 2011 Landtagswahlen anstehen und sie aus unserer Sicht eine hervorragende Arbeit abliefert, werden wir sie auf die anderen Kandidaten “ansetzen”, die sich zur Wahl stellen.

In eigener Sache: Bloggerkonferenz in Kairo

Guten Tag

Hirschberg, 30. September 2010. Hardy Prothmann, verantwortlicher Journalist für das hirschbergblog, nimmt vom 01.-05. Oktober 2010 an der “Young Media Summit” teil, einer Konferenz von arabischen und deutschen Journalisten in Kairo. Der Austausch der Teilnehmer soll dem interkulturellen Dialog dienen.

Kairo. Bild: wikipedia, Raduasandei

Organisiert wird die Konferenz von der Deutschen-Welle-Akademie in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandzentrum der Deutschen Botschaft in Kairo. Finanziert wird die Reise vom Auswärtigen Amt.

Die Konferenz von so genannten “Bloggern”, also Menschen, die im Internet veröffentlichen, hat zum Ziel, sich vor Ort auszutauschen und über das moderne Medium Internet den kulturellen Austausch zu befördern:

“Die Vorstellungen von der arabischen Kultur auf der einen, der europäischen auf der anderen Seite sind von Neugier, aber auch Vorurteilen geprägt. Die Frage, wie sehr das Bild eines „Orients“ den Blick auf die arabische Welt, aber auch das Selbstbild dieser Länder geprägt hat, wird seit langem kontrovers diskutiert. Und welche Rolle spielt umgekehrt das Bild einer so genannten „westlichen Welt“? Das World Wide Web gibt vor, keine Grenzen zu kennen, doch wie sieht es in der Realität aus?”

Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.
Informationen zu den Teilnehmern finden Sie hier.

Zum Abschluss wird es eine öffentliche Diskussion an der University of Cairo geben.

Wir werden über die Veranstaltung berichten.

Neben der Konferenz bleibt ein wenig freie Zeit, die wir gerne nutzen würden, sofern dies möglich ist. Sie können uns dabei unterstützen:

  • Kennen Sie eine Verbindung Hirschberg-Kairo?
  • Lebt dort jemand, den Sie kennen und über den wir berichten können?
  • Gibt es geschäftliche Beziehungen zwischen Kairo und Hirschberg?
  • Gibt es kulturelle Beziehungen “zwischen diesen Welten”?

Wenn Sie einen Tipp haben, versuchen wir vor Ort zu berichten – ob das möglich sein wird, ist noch nicht klar. Aber einen Versuch ist es Wert.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Mehreinnahmen im Haushalt – ein Lichtblick, aber kein Grund zum Jubel

Guten Tag

Hirschberg, 30. September 2010. In der Gemeinderatssitzung am 28. September 2010 sagte Bürgermeister Manuel Just, dass sich der Haushalt der Gemeinde besser entwickelt habe, als geplant. Die insgesamt 510.000 Euro Mehreinnahmen im Verwaltungshaushalt plus Mehrausgaben in der Gewerbesteuerumlage ergeben 450.000 Euro weniger an negativer Zuführung.

Von Sabine Prothmann

Just erläuterte in seinem Bericht, dass die Mehreinnahmen vor allem durch ein Plus bei der Gewerbesteuer, die Jahr für Jahr schwer zu planen sei, sowie durch den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer und durch den Familienleistungsausgleich zustanden gekommen sei. Dies sei jedoch ein bundespolitischer Trend und nicht auf die Gemeinde zurückzuführen.

Peter Johe von den Freien Wählern war mit dem Ergebnis zufrieden: „Diese Zwischenbilanz gibt Hoffnung und wir werden weniger geschoren als erwartet“. Die Entwicklung sehe gut aus, denn zu den besseren Einnahmen kommen weniger Ausgaben. Dies resultiere in aus der Verzögerung beim Baubeginn des Hilfeleistungszentrum sowie bei der Kostenbeteiligung am zweigleisigen OEG-Anschluss, Projekte, die in diesem Jahr nicht mehr begonnen werden. Deshalb sollte man überlegen, ob es besser sei, schon in diesem Jahr ein Darlehen aufzunehmen.

Dem Vorwurf der Grüne Liste Hirschbergs, man hätte mit den Mehreinnahmen kleinere Projekte wie das Umweltförderprogramm unterstützen können, hielt Johe entgegen, dass man bei Haushaltsbeschluss 2009 noch in der Krise steckte und dass eine Erholung der Wirtschaft nicht vorhersehbar war.

Gemeinderat Ferdinand Graf von Wiser (CDU) bezeichnete die Mehreinnahmen als Lichtblick, der mit Vorsicht zu genießen sei: „Wir brauchen nicht jubilieren.“ An die GLH gewandt, meinte Graf von Wiser, man dürfe nicht so naiv sein, zu glauben, man hätte das auch anders einplanen können: „Man soll nichts verteilen, bevor der Bär erlegt ist“, aber die CDU freue sich über die Situation, auch wenn sie noch nicht komfortabel sei.

„Auch wir können uns freuen“, antwortete Jürgen Steinle (GLH), „wir wollen nicht die Kasse der Gemeinde plündern“, sondern man wolle kleine Maßnahmen wie das Umweltförderprogramm realisieren. Das normale Geschäft sollte auch laufen.

Just gab zu Bedenken, auch bei dem positiven Ergebnis handle es sich immer noch um ein Minus von gut einer halben Million, da müsse man sich fragen, „was können wir uns erlauben“.

Auch Hartmut Kowalinski (FDP) unterstrich, „wir haben nicht gespart, sondern weniger ausgegeben“, denn die Ausgaben wurden nur verschoben. Die Gewerbesteuer bezeichnete er als „zickige Braut“.

„Diese Zahlen sind erfreulich, aber nicht beruhigend“, kommentierte Dr. Horst Metzler (SPD) den Bericht des Bürgermeisters. Das Umweltförderprogramm der Gemeinde Hirschberg müsse zunächst überarbeitet werden.

An Metzler gewandt fragte Kowalinski, ob er meine, man solle Kredite aufnehmen. „Dazu habe ich keine Meinung, das muss man rechnen“, entgegnete der SPD-Gemeinderat.

Natürlich prüfe die Gemeinde schon zu diesem Zeitpunkt Darlehen und Zinssicherung, erklärte Just.

Ortskernsanierung jetzt auch vermehrt für Privateigentümer

Ein Punkt auf der Tagessordnung des Gemeinderates am 28. September 2010 war der Aufstockungsantrag für die Ortskernsanierung in Großsachsen II. Der Förderrahmen soll um 143.000 Euro erhöht werden.

Einstimmig wurde beschlossen, dass die Gemeinde einen Antrag beim Regierungspräsidium auf Erhöhung der Landesbeihilfe um 85.600 Euro stellt. Bei einem Fördersatz von 60 Prozent durch das Land errechnet sich ein bei der Gemeinde verbleibender Eigenanteil von rund 57.400 Euro.

„Wir brauchen noch 215.000 Euro zur Förderung privater Maßnahmen“, erläuterte Just.

Die CDU könne dem nur zustimmen, so Karin Kunz. Die Sanierungsmöglichkeiten seien gut und viel genutzt worden.

Auch Eva-Marie Pfefferle (SPD) hielt es für sinnvoll, dass die Ortskernsanierung durch einen Aufstockungsantrag erweitert wird. Vor allem, um dadurch die Nutzung durch Private zu ermöglichen. Wenn die Sanierung gefördert werde, würde auch das Kaufinteresse steigen.

Johe unterstrich ebenfalls, dass die Gemeinde bislang großen Nutzen aus den Fördermitteln ziehen konnte und sieht jetzt auch für Private eine große Chance mit kleineren Anträgen.

„Wir haben den Privateigentümern nichts weggenommen für eigene Maßnahmen“, stellte Just klar. Auch mit den Privaten seien Vorgespräche geführt worden.

Den Nutzen im Sinne des Gemeindewohls halte er für mindestens genauso wertvoll wie den Nutzen von Privateigentümern, betonte Metzler.

Kein Spielraum mehr für weitere Investitionen

Überplanmäßige Ausgaben von gut 4000 Euro für die Feuerwehr in Leutershausen standen als nächster Punkt auf der Tagesordnung. Im Verwaltungshaushalt 2010 stehen für die Anschaffung von zehn Einsatzjacken für die Freiwillige Feuerwehr Leutershausen 4500 Euro zur Verfügung. Durch einen Kommunikationsfehler, wie sich Just “vorsichtig” ausdrückte, wurden 20 bestellt und geliefert.

„Bei der Feuerwehr gibt es jetzt kein Spielraum mehr für Investitionen“, betonte der Bürgermeister und ließ anklingen, dass er bei den Verantwortlichen seinen Unmut über die zuviel bestellten Jacken geäußert habe.

Die Feuerwehr denke weit voraus, nach dem Motto: „Was ich hab-€™, das hab-€™ ich“, kommentierte Gemeinderat Fritz Bletzer (FW) ironisch das Verhalten der Leutershausener Wehr.

Matthias Dallinger (CDU) wollte wissen, ob bei der Anschaffung der Jacken auch berücksichtigt wurde, dass sich die beiden Wehren, Leutershausen und Großsachen, auf dem Weg einer Vereinigung befänden. Er hoffe nicht, dass die Jacken dann nicht mehr zu gebrauchen seien.

Mit „die beiden Wehren nähern sich mit großen Schritten an, es wird an einem Strang gezogen“, beruhigte Bürgermeister Just die Bedenken des Gemeinderats Dallinger.

Der Beschlussvorschlag einer überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 4095,89 Euro wurde einstimmig angenommen. Gedeckt werden soll die Mehrausgabe durch Einsparung im Vermögenshaushalt in gleicher Höhe.

„Unsere Kanäle werden immer älter, genau wie wir“

Aufgrund des lang anhaltenden Winters 2009/2010 und der immer öfter auftretenden Extremniederschlägen waren im Bereich Abwasserbeseitigung (Kanalnetzunterhaltung) vermehrt Reparaturen notwenig geworden. Die überplanmäßigen Ausgaben beliefen sich auf 39.000 Euro, so Just. Einstimmig wurden diese Ausgaben genehmigt. Die Finanzierung wird durch weniger Ausgaben im Bereich Straßen- und Gebäudeunterhaltung gedeckt.

„Diese Ausgaben sind wie das Wetter, nämlich unvorhersehbar“, sagte Dr. Jörg Boulanger (CDU).

„Unsere Kanäle werden immer älter, genau wie wir“, deshalb sollte man von vorneherein einen größeren Betrag im Haushalt einplanen, so Eva-Marie Pfefferle. Und erntete mit diesem Einwurf Lacher, aber auch Zustimmung.

Aus der nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 27. Juli 2010 gab Bürgermeister Just bekannt, dass dem Erbbauvertrag mit den Partnern FWD Dossenheim, Evangelische Heimstiftung und dem Verein Postillon e.V. für das Seniorenzentrum und die Kinderkrippe zugestimmt wurde.

Neben dem Antrag der GLH (wir berichteten) stellten die Freien Wähler einen Antrag zur Errichtung einer weiteren Trainingshalle. Diese Anträge nahm der Bürgermeister zur Kenntnis.

Offener Brief der Redaktion an die Grüne Liste Hirschberg

Guten Tag

Hirschberg, 29. September 2010. Unser Kommentar “Pfenning. Für Hirschberg geht es um Schadensabwehr – Vorteile gibt es keine” hat für Aufregung gesorgt – bei der Grünen Liste Hirschberg (GLH) oder vielleicht auch nur bei deren Vorsitzenden Jürgen Steinle.

Wir dokumentieren transparent für die Öffentlichkeit ein Telefonat zwischen Herrn Jürgen Steinle und Herrn Hardy Prothmann (verantwortlich für das hirschbergblog) zu diesem Kommentar.

Wir haben intern diskutiert, ob dieser Brief sich nur an die GLH richten sollte oder auch an die Öffentlichkeit.

Das Gespräch unterlag keiner Vereinbarung von Vertraulichkeit und war auch nicht als “Hintergrundgespräch” vereinbart. Herr Steinle hat auch nicht “privat”, sondern in seiner Funktion als Gemeinderat, Fraktionsvorsitzender und Unterzeichner eines Antrags in der Redaktion angerufen und offen Kritik an unserem Kommentar geübt, was er selbstverständlich darf.

Weil Herr Steinle aber mit “Konsequenzen” gedroht hat, sind wir der Meinung, dass die Öffentlichkeit über Form und Inhalt dieses Telefonats Kenntnis haben muss. Drohungen sind wir aufgrund unseres kritischen Journalismus gewohnt und lassen uns wie gewohnt nicht davon beeindrucken.

Als überparteiliche und unabhängige Redaktion informieren wir aber selbstverständlich die Öffentlichkeit ohne Ansehen der Person oder einer Partei über Missstände und Fehlverhalten, sofern wir davon Kenntnis haben.

Redaktion hirschbergblog

Offener Brief an die GLH

Guten Tag!

Wegen meines Kommentars: Pfenning. Für Hirschberg geht es um Schadensabwehr – Vorteile gibt es keine, hat Herr Steinle heute früh versucht, mich um 8:30 Uhr und 9:30 Uhr telefonisch zu erreichen. Ich war auf einem Termin und habe Herrn Steinle kurz vor 11 Uhr zurückgerufen, um zu erfahren, um was es geht.

Dieses Telefonat war äußerst unerfreulich.

Herr Steinle hat sich an dem Satz gestoßen: “Der Antrag der GLH hat sicherlich juristische Schwächen”, und meinte, wenn das andere im Gemeinderat lesen würden, könnten diese den Antrag entsprechend behandeln. Auch den “Normalbürger” sah er im Verständnis des Satzes überfordert.

Herr Steinle wollte von mir wissen, wie ich dazu komme, einen solchen Satz zu schreiben, ich sei schließlich kein Jurist und in der Sache nicht kompetent. Ich habe Herrn Steinle bestätigt, dass ich kein Jurist bin, aber durchaus häufig mit juristischen Sachverhalten zu tun habe und damit über ein gewisses juristisches Verständnis verfüge.

Der Hebel für ein Normenkontrollverfahren gemäß des Antrags wäre, der Gemeinde Heddesheim nachzuweisen, dass diese die Einwände nicht ausreichend berücksichtigt habe. Der Antrag formuliert aber, dass die Einwände übergangen worden sind.

Da ich als Journalist und Heddesheimer Gemeinderat die Angelegenheit sehr kritisch verfolge, meine ich, dass dies so nicht zutrifft, versuchte ich, Herrn Steinle meine Haltung zu erklären.

Eventuell könnte es sein, dass die Behandlung nicht korrekt durchgeführt worden sein kann – ein Nachweis wird sicherlich nicht einfach zu führen sein. Doch ich bin kein Jurist – letztlich müsste dies vor Gericht geklärt werden.

Ich habe mehrmals versucht, Herrn Steinle meine Meinung und Einschätzung zu erklären: Keiner der Punkte, die die GLH in der Begründung schreibt, ist meines Erachtens juristisch einforderbar. Darüber hinaus wird der Gemeinde Heddesheim ein “mutwilliges Ignorieren” der Einwände der Gemeinde Hirschberg vorgeworfen.

Das sind die “juristischen Schwächen”, die ich aus meiner Sicht identifiziert habe.

“Das steht doch nur in der Begründung, das ist nicht der Antrag“, sagte Herr Steinle. Dass die Begründung wichtig für den Antrag ist, wollte Herr Steinle in diesem Zusammenhang offenbar nicht “verstehen”.

In dem knapp 15-minütigen Telefonat herrschte nur zu einem Punkt ein Einverständnis zwischen Herrn Steinle und mir, nämlich, dass die GLH keinen juristisch ausformulierten Antrag einbringen muss, sondern der Antrag als Auftrag an die Verwaltung zu sehen sei.

Ich habe Herrn Steinle darauf hingewiesen, dass er den Satz nicht isoliert betrachten und vielleicht am nächsten Tag den Absatz nochmals lesen solle. Herr Steinle meinte, dies würde bei ihm zu keinem anderen Verständnis führen.

Daraufhin habe ich Herrn Steinle nochmals gebeten, den Satz nicht isoliert zu betrachten, sondern im Kontext der nachfolgenden Absätze lesen solle, die zweifelsfrei feststellen, dass der Bürgermeister und der restliche Gemeinderat in der Pflicht wären, auf Grund des Antrags alles zu tun, um eine juristisch stichhaltige Klage zu führen, weil sie sonst ihrer Pflicht, Schaden von der Gemeinde abzuwehren, nicht nachkommen würden. Ein Zuwiderhandeln wäre der schlimmste Vorwurf, den man einem Bürgermeister und einem Gemeinderat machen kann.

Der Schluss dieses Gedankens endet im Text mit der Ankündigung, dass Bürgermeister Just und der gesamte Hirschberger Gemeinderat an ihren Bemühen zu messen sein werden.

Herr Steinle zeigte sich weiterhin verständnislos.

Ich schlug Herrn Steinle daraufhin vor, den Beitrag zu kommentieren, mit dem Hinweis, dass es nicht Aufgabe der Fraktion sei, einen juristisch ausformulierten Antrag zu stellen.

Herr Steinle sagte daraufhin, wenn er arbeitslos wäre und sonst nichts zu tun hätte (“Ich arbeite und habe drei Kinder”), könnte er vielleicht auf die Idee kommen, aber eher auch nicht: “Dafür ist mir die Zeit zu schade.”

Ich habe geantwortet: “Übersetzt haben Sie gerade gesagt: Leck mich am Arsch.”

Auf “dieses Niveau” wollte sich Herr Steinle dann “nicht begeben”.

Ich habe ihm das Niveau erklärt: “Sie tun so, als ob Sie politisch Verantwortung tragen wollen und haben keine Zeit, einen Kommentar zu einem Beitrag zu schreiben, den Sie nicht korrekt finden und wegen dem Sie mit mir schon über zehn Minuten in dieser schwierigen Art und Weise diskutieren? Diese Haltung heißt für mich übersetzt: Leck mich am Arsch gegenüber ihrer politischen Verantwortung, gegenüber den Bürgern und gegenüber meiner Arbeit.”

Herr Steinle kündigte daraufhin an, meinen Kommentar in der nächsten GLH-Sitzung “zum Thema” zu machen, um zu diskutieren, wie man damit und mit mir in Zukunft “umgehe” werde.

Diese unverhohlene Drohung habe ich kurz beantwortet: “Herr Steinle, tragen Sie mich aus dem Presseverteiler aus und verordnen Sie allen GLH-Mitglieder am besten sofort ein Sprechverbot mit mir. Damit schaffen Sie klare Verhältnisse.”

Herr Steinle wollte ebenso wie ich das Gespräch nicht fortführen, kündigte aber noch an, “dass Sie in der Zeitung lesen werden können, was wir davon halten.”

Ich darf Sie hiermit transparent in Kenntnis setzen, was ich von dem Gespräch mit Herrn Steinle halte:

Herr Steinle hat offensichtlich Probleme mit dem Medium Internet und ist ein Mann der Zeitung. Das darf er sein.

Herr Steinle darf auch gerne mit einer selektiven Brille durch seine Welt laufen.

Herr Steinle darf mir sogar drohen, was ich zur Kenntnis nehme und daraus schließe, dass Herr Steinle ein fundamentales Verständnisproblem zur Presse- und Meinungsfreiheit hat.

Herr Steinle darf auch meinen, dass ihm seine Zeit zu schade ist, sich öffentlich zu äußern – ich darf daraus ebenfalls meine Schlüsse ziehen.

Herr Steinle darf über andere Gemeinderäte und Normalbürger und deren “Verständnisfähigkeit” denken, was er will.

Herr Steinle darf sich aufregen und den Antrag der GLH wichtig nehmen – und ich darf die GLH an der damit übernommen oder verspielten Verantwortung messen.

Mit freundlichen Grüßen
Hardy Prothmann

Pfenning. Für Hirschberg geht es um Schadensabwehr – Vorteile gibt es keine

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Guten Tag

Hirschberg/Heddesheim, 28. September 2010. Die Grüne Liste Hirschberg (GLH) hat im Gemeinderat einen Antrag auf eine Normenkontrollklage gegen die Gemeinde Heddesheim in Sachen “Pfenning” gestellt. Die Folgen dieses Antrags sind noch nicht absehbar – dafür aber viele Szenarien.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Grüne Liste Hirschberg (GLH) handelt konsequent und im Auftrag ihres Eids verantwortlich – sich zum Wohl ihrer Gemeinde oder der Abwehr von Nachteilen einzusetzen -, wenn sie einen Antrag stellt, der genau dieses, also “Wohl” und “Abwehr von Nachteilen”, thematisiert und eine Entscheidung fordert. In diesem Fall zur Klage gegen den Nachbarn Heddesheim.

Anträge kann jede Fraktion stellen und mancher Antrag steht vielleicht nicht immer im Kontext eines ausschließlichen Wohls für die Gemeinde, sondern auch des Wohls der Partei oder der Gruppierung, die ihn stellt.

Parteitaktik oder Wohl der Gemeinde?

Aus Sicht der anderen Parteien wird dieser Umstand sicherlich immer vernünftig und politisch klug abgewogen: Was ist Parteitaktik, wann geht es tatsächlich “nur” um das Wohl der Gemeinde?

Im Fall “Pfenning” geht es ganz sicherlich vor allem nicht um “Parteitaktik”, sondern ganz überwiegend um das “Wohl der Gemeinde und der Abwehr von Nachteilen”. Denn die Ansiedlung des Logistik-Konzerns “Pfenning” in Heddesheim hat unter den geschaffenen Bedingungen mit Sicherheit negative Auswirkungen auf die Gemeinde Hirschberg.

Warum sonst hat “Pfenning” keinen “Verkehrslenkungsvertrag” mit Hirschberg, wohl aber mit Heddesheim (wo entschieden wurde, was allein entscheidend war) getroffen? Warum sonst gibt es weder Signale noch eine Versicherung auf “einvernehmliche Lösungen” aus Heddesheim? Warum fehlt jedes Signal des Unternehmens in Richtung Hirschberg, “pfleglich” mit der sensiblen Situation umzugehen?

Massivste Belastungen auf der B3.

Die Hirschberger BürgerInnen entlang der B3 müssen über die schon vorhandenen massivem Belastungen weitere massivere Belastungen fürchten. Und auch darüber hinaus andere Hirschberger durch “Vermeidungsverkehr”, wenn er sie A5 und dann die B3 “zu” sind.

Die B3 ist die offizielle Entlastungsstraße für eine überforderte A5. Nach der B3 gibt es keine “Entlastungsstraße” mehr, sondern nur noch die belasteten Nerven aller, die im Verkehrschaos stecken.

Die Hirschberger Parteien und Gruppierungen von CDU, SPD, FDP und Freien Wählern sind gut beraten, wenn sie den Antrag der GLH unterstützen, weil es nicht um Parteitaktik geht, sondern um das Wohl der Gemeinde – in diesem Fall um die Abwehr von tatsächlichen Nachteilen.

Für Hirschberg gibt es keine “vermuteten” Vorteile, sondern nur absehbare Nachteile.

Die “vermuteten” Vorteile in Heddesheim (Arbeitsplätze, Gewerbesteuer) spielen aus Hirschberger Sicht keine Rolle.

Für die BürgerInnen, für die Geschäfte in Hirschberg, für das Gewerbegebiet, die alle einen ordentlichen Beitrag zum Wohlstand der Gemeinde jährlich liefern.

Bemerkenswert ist, wie die Gemeinde Heddesheim, vertreten durch ihren Bürgermeister Michael Kessler und die Mehrheit des Gemeinderats es bislang vollständig versäumt hat, den “guten” Nachbarn, die Gemeinde Hirschberg zu besänftigen.

Obwohl der Ansiedlungsprozess, der in Heddesheim von der Mehrheit von 12:9 Stimmen im Gemeinderat vertreten wird, vor Ort für jede Menge Aufregung, ja sogar für eine “Spaltung” des Orts gesorgt hat, gibt es aus Heddesheim durch die “Mehrheit” bis heute keinen dokumentierten Versuch, den guten Nachbarn “Hirschberg” ernst zu nehmen mit seinen Sorgen.

Abrechnung.

Ganz im Gegenteil wurden “Bedenken” aus Hirschberg bei der Entwicklung des Heddesheimer Gewerbegebiets ins Feld geführt – als wäre das eine Art “Auge um Auge”-Abrechnung.

Dafür wird aber der “gute Nachbar” “Pfenning” hoffiert. Der Chef von Pfenning, Karl-Martin Pfenning, das nur nebenbei, wohnt in Hirschberg. Deswegen ging man wohl davon aus, dass “Hirschberg” wohl keine Probleme machen wird.

Karl-Martin Pfenning ist in Hirschberg ein Privatmann (sicherlich mit allerbesten Verbindungen), in Viernheim Unternehmer und in Heddesheim Investor. Das sind sehr unterschiedliche Rollen, wenn auch alle “machtbesetzt” sein dürften.

Verhältnis Hirschberg-Heddesheim.

Die Gemeinden Hirschberg und Heddesheim sind enger verbunden als durch eine bloße “Nachbarschaft”. Sie betreiben seit kurzem eine gemeinsame Werkrealschule und seit längerem einen gemeinsamen Wasserversorgungsverband.

Das heißt – sie sind auf den Dialog miteinander angewiesen. Ohne Dialog, ohne Konsens, wird hier fast nichts entschieden werden können. Ganz ohne “Pfenning” geht es hier um das öffentliche Gemeinwohl aller, um Kinder und ihre Ausbildung. Ein “gespanntes” Verhältnis kann hier niemand brauchen.

Auch die Bürgermeister müssen miteinander können. Können Sie das? Das ist den Gemeinden zu wünschen. Für ihr Wohl. Und das meint explizit nicht das der Bürgermeister, sondern der BürgerInnen.

Bürgermeister unter sich.

Der Heddesheimer Bürgermeister Michael Kessler hat seinem Hirschberger Kollegen Manuel Just schon mal “geschuldete Unerfahrenheit” in Sachen Werkrealschule ins Fahrtenbuch geschrieben. Kessler ist gut acht Jahre länger im Amt als der sehr viel jüngere Just. Diese Bemerkung hat das Verhältnis zwischen “souveränen” BMs auf “Augenhöhe” sicherlich nicht gut getan.

Beide Bürgermeister sind fleißig und ehrgeizig. Und beide suchen ihren Erfolg. Und egal, was wer baut – letztlich geht es immer um den Ruf, um das Image, um die Ehre: Ob als Kanzler Brandt mit seinem Kniefall als Kanzler der Versöhnung oder Kanzler Kohl als Kanzler der Einheit. Es geht am Ende immer um Geschichte.

Bis die geschrieben ist, gibt es viel zu tun. Als Nachbar-Bürgermeister müssen Kessler und Just miteinander auskommen. Irgendwie. Umso mehr, umso mehr sie miteinander zu tun haben.

Sie sind aber auch jeweils für ihren Ort und ihre Bürgerinnen verantwortlich. Das bedeutet oft, dass sie einen Spagat können müssen.

Kein Mitleid für Bürgermeister.

Bevor jetzt Mitleid aufkommt: Baden-Württembergische Bürgermeister wollten wie alle anderen in dieses Amt kommen. Sie sind politische Beamte auf Zeit, werden dafür sehr, sehr gut bezahlt, haben eine große Macht und damit eine große Verantwortung.

Während Bürgermeister Manuel Just ganz klar seine Sorgen und damit seine Verantwortung hinsichtlich des “Pfenning”-Verkehrs geäußert hat, fehlt bislang jede öffentlich bemerkte Äußerung seines Kollegen Michael Kessler zum Thema.

Denn Bürgermeister Kessler arbeitet an seiner Geschichte: Er will der 100-Millionen-Euro-Kessler werden. Kein anderer Bürgermeister einer kleinen Gemeinde (und vieler großen) vor ihm und wahrscheinlich lange nach ihm wird auch nur annähernd eine solch gigantische Investition sein “Eigen” nennen können.

Arroganz bleibt nicht ohne Folgen.

Die Arroganz, die Kessler, die CDU, die SPD und die FDP in Heddesheim sich bislang geleistet haben, kann nicht ohne Folgen für Hirschberg bleiben.

Bürgermeister Manuel Just hat sich transparent geäußert. Seine begründeten Zweifel sind wohl und verantwortlich im Sinne auch seines Eids formuliert: Er hat sich bereits klar für das Wohl seiner Gemeinde und zur Abwehr von Nachteilen geäußert.

Der Antrag der Grünen entspringt derselben Verantwortung. Die Hirschberger CDU, SPD und FDP sowie die starken Freien Wähler – die es in Heddesheim noch nicht gibt – können sich ohne jeglichen parteitaktischen Gesichtsverlust sofort und ohne Probleme den Sorgen des Bürgermeisters und dem Antrag der GLH zur Abwehr von Nachteilen für die Gemeinde anschließen.

Ein Bürgermeister gibt immer die Linie vor – im Guten wie im Schlechten. Bürgermeister Just hat unzweifelhaft seine Bedenken geäußert. Die banale Behandlung seiner Zweifel in Heddesheim kann ihm nicht gefallen haben.

Eine Frage der “Ehre”.

Dafür ist dieser ehrgeizige, strebsame Mann zu empfindlich. Mit seinen 32 Jahren will man sich “Ehre” noch erarbeiten und setzt diese nicht selbstgefällig qua Amt voraus.

Seine Worte, seine Analyse, seine Gedanken sind zu prüfen. Da gibt es keine Zweifel. Er nimmt seinen Job sehr ernst und will ernst genommen werden. Das ist der Anspruch, den Bürgermeister Just täglich an sich stellt und an dem er gemessen werden will – ganz sportlich übrigens.

Mehr als sportlich muss Bürgermeister Just nun den Antrag der GLH behandeln und die damit verbundenen Probleme.

Denn es geht um das “Binnenverhältnis” zum “Kollegen” Kessler, um das der Gemeinden und ihrer vielfältigen Beziehungen. Es geht um die Glaubwürdigkeit Justs, seine Verantwortung für die Gemeinde, es geht um all die, die in die “Gemeinsamkeiten” involviert sind. Das sind viele Problem auf einmal.

Taktischer Fehler?

Die sich auch vielleicht ohne Beschluss lösen. Denn in Heddesheim ist die “Pfenning”-Satzung noch nicht in Kraft getreten, weil noch nicht veröffentlicht. Sollte der Antrag der GLH hier “Panik auslösen”, wäre es sicher möglich, das Verfahren in letzter Sekunde anzuhalten, den Grund für ein “Normenkontrollverfahren” auszumerzen und die Satzung neu aufzusetzen.

Dann hätte die GLH, die “Pfenning” nicht will, oder zumindest nicht ohne Zusagen, verloren, weil sie zu früh agiert hätte.

Vielleicht zieht die Heddesheimer “Pfenning”-Mehrheit auch den Stiefel durch und verlässt sich auf ein gutes “Bürgermeister-Verhältnis” und die “Solidarität” der Parteigänger.

Bislang ist aber kein Angebot bekannt, wieso sich ein CDU-, SPD-, FDP-Parteifreund auf Nachteile für sich einlassen sollte. Die Freien Wähler haben keine “Beziehung” auf dieser politischen Ebene nach Heddesheim, auch wenn man sie tendenziell bei der CDU verorten mag.

Solidarität ist gefordert. Für wen? Das eigene oder das Gemeinwohl?

Zum Schluss bleibt die Frage, ob das von der GLH beantragte Verfahren auch Chancen hat. Je weniger durchdacht das ist, umso mehr Angriffsfläche für “Solidaritäten” bieten sich. Man würde ja gerne zustimmen, wenn nicht die “rechtlichen Bedenken” im Raum ständen, wird dann nicht in der Sache, sondern in Sachen Partei taktiert werden. Die anderen wären damit “fein raus”.

Das sind sie nicht. Wenn der Antrag der GLH rechtliche Mängel in der Formulierung und Begründung haben sollte und dies erkannt wird, sind sowohl der verantwortliche Bürgermeister Manuel Just und die anderen Fraktionen in der Pflicht, dies zu “heilen” und/oder selbst einen Antrag zu stellen, der die berechtigten Sorgen der Hirschberger Bevölkerung “vollumfänglich” berücksichtigt.

Denn sonst handeln diese Verantwortlichen weder zum Wohl noch zur Abwehr von Nachteilen für ihre Gemeinde.

Deswegen darf man gespannt sein, wie Bürgermeister Just und die anderen Mitglieder des Gemeinderats mit dem Antrag umgehen.

Es gibt keine Ausreden.

Der Antrag der GLH hat sicherlich juristische Schwächen.

Wird er in dieser Art unterstützt, werden sich die “Unterstützer” rausreden: “Wir waren dabei. Was können wir dafür, dass ihr Mist gebaut habt.”
Wird er abgelehnt, wird es heißen: “Das konnten wir nicht unterstützen.”

In beiden Fällen wird die Frage nicht gestellt werden: “Was haben wir getan, um unsere Gemeinde zu schützen?”

Die Frage, was Bürgermeister Just und die anderen Fraktionen tun, um der Intention des “grünen Antrags” zu folgen, Schaden von der Gemeinde abzuwehren, darf und muss und wird gestellt werden.

Was bleibt, ist Selbstschutz.

Auch die “gute Nachbarschaft” steht auf dem Spiel.

Verantwortlich für alle den Schaden und die Dilemmas ist Bürgermeister Michael Kessler aus Heddesheim, der keinen Zweifel daran lässt, dass er “Pfenning” durchziehen will – ohne Rücksicht auf Verluste. Ihm zur Seite stehen elf Gemeinderäte der CDU, SPD und FDP, die nichts unternommen haben, um die Gräben im Dorf zu verhindern und sogar gewillt sind, die Gräben zwischen den Gemeinden auszuheben.

Vollständig “verantwortungslos” im Rausch der kleinen Mehrheit. Im klaren Bewusstsein, das Verhältnis der Gemeinden auf Jahrzehnte hinaus massiv zu beschädigen.

Denn das Vorhaben “Pfenning” wirft längst seine Schatten über Heddesheim hinaus.

Eine ordentliche Behandlung von Seiten der “Pfenning”-Befürworter kann Hirschberg nicht mehr erwarten. Das einzige, was bleibt, ist der Selbstschutz.

Denn: Für Hirschberg geht es um Schadensabwehr – Vorteile gibt es keine.

Grüne Liste Hirschberg stellt Antrag auf Normenkontrollverfahren gegen Gemeinde Heddesheim

Guten Tag

Hirschberg/Heddesheim, 28. September 2010. (red) Die Grüne Liste Hirschberg (GLH) hat in der heutigen Gemeinderatssitzung in Hirschberg den Antrag auf eine Normenkontrollklage gegen die Gemeinde Heddesheim in Sachen “Pfenning” gestellt. Wir dokumentieren den Antrag, der in der kommenden Gemeinderatssitzung zur Abstimmung stehen soll.

Aus Sicht der GLH sind sämtliche Forderungen des Hirschberger Gemeinderats zur “Pfenning”-Ansiedlung in Heddesheim nicht erfüllt worden.

Der “Hirschberger Kreisel” müsse die zusätzliche Belastung verkraften, falls nicht, müsse Heddesheim die hälftigen Kosten einer Erweiterung tragen, es solle grundsätzlich sichergestellt sein, dass kein zusätzlicher Lkw-Verkehr durch Hirschberg fließt und darüber ein Vertrag ähnlich wie in Heddesheim geschlossen werden, heißt es in dem Antrag, den der GLH-Sprecher Jürgen Steinle unterzeichnet hat.

In der Begründung der GLH heißt es: “Wir vermuten daher, dass die Gemeinde Heddesheim mutwillig die Einwände der Gemeinde Hirschberg, die diese als Träger öffentlicher Belange und als betroffene Nachbargemeinde vorbrachte, ignoriert hat, womit auch eine ordnungsgemäße Interessenabwägung in Frage steht.”

Bürgermeister Just hat den Antrag entgegengenommen und will in voraussichtlich in der kommenden Gemeinderatssitzung vom 26. Oktober 2010 zur Abstimmung stellen.

Die GLH verteilte in der Sitzung zudem eine Pressemitteilung, die auf ein Interview des hirschbergblogs mit dem Hirschberger Bürgermeister Manuel Just Bezug nimmt, der sagte: “Ich habe erhebliche Bedenken, was das Verkehrsgutachten angeht.”

In der Pressemitteilung bemängelt die GLH die Verkehrsgutachten: “Pikant. Die widersprüchlichen Gutachten kommen aus demselben Karlsruher Gutachterbüro.

Service:

Antrag der GLH Hirschberg: Normenkontrollklage nach §47 VwGo gegen die Gemeinde Heddesheim

Pressemitteilung der GLH Hirschberg: Gewerbesteuer für Heddesheim – Verkehr für Hirschberg

Drei Wochen lang erhöhter Nitratgehalt im Trinkwasser

Guten Tag

Heddesheim/Hirschberg, 28. September 2010. (red/pm) Der Verband Gruppenwasserversorgung (Gemeinden Heddesheim und Hirschberg) informiert in einer Pressemitteilung über einen bedeutenden Anstieg des Nitratgehalts im Trinkwasser. Wegen Brunnenarbeiten kann das eigene Wasser mit Wasser vom Lobdengauverband (Ladenburg) drei Wochen lang nicht gemischt werden, was einen erhöhten Nitratgehalt zur Folge haben wird.

Presseinformation des Verbands Gruppenwasserversorgung:

“Der Verband Gruppenwasserversorgung Obere Bergstraße gibt an die Verbandsgemeinden Heddesheim und Hirschberg und deren Bürger Wasser von hoher Qualität ab.

Dies wird durch Eigenförderung aus Flachbrunnen, sowie der Zumischung von nitratarmen Wasser aus dem Tiefbrunnen des Lobdengauverbandes in Ladenburg erreicht.

Wegen dringend notwendiger Umbau- und Unterhaltungsarbeiten muss dieser Brunnen ab 04. Oktober 2010 bis voraussichtlich 25. Oktober 2010 außer Betrieb genommen werden und steht dem Verband Gruppenwasserversorgung Obere Bergstraße nicht zur Verfügung.

In der ganzen Zeit kann der gesetzlich geforderte Grenzwert von 50 mg/l Nitrat im Trinkwasser nicht eingehalten werden.

Die Bevölkerung wird hiermit über die veränderte Versorgungssituation, insbesondere über die Grenzwertüberschreitung beim Nitratgehalt, informiert. Es wird besonders darauf hingewiesen, dass für die Zubereitung von Säuglingsnahrung im Handel erhältliches Wasser verwendet werden sollte (z.B. Mineral- oder Tafelwasser), welches mit dem Hinweis „besonders geeignet für die Säuglingsnahrung“ gekennzeichnet ist.

Fragen hierzu beantwortet das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises unter der Telefon Nr. 06221/5221 821.

Für die Verbandsgemeinden Heddesheim und Hirschberg wird sich der Nitratwert während der Dauer der Umbau- und Unterhaltungsarbeiten voraussichtlich bei 70 mg/l einstellen.

Der Nitratgehalt des im Verbandsgebiet abgegebenen Trinkwassers wird während der Stillstandzeit des Tiefbrunnens regelmäßig untersucht. Die aktuellen Werte können bei der Gemeinde Heddesheim unter der Telefon-Nr. 06203/101 231, sowie unter der Homepage der Gemeinde www.heddesheim.de, erfragt werden.

Der Wassergewinnungsverband Lobdengau wird bestrebt sein, den Zeitraum für die Umbau- und Unterhaltungsarbeiten so kurz als möglich zu halten, damit der Tiefbrunnen wieder schnellstmöglich zur Trinkwasserversorgung des Verbandsgebietes genutzt werden kann.

Michael Kessler
Verbandsvorsitzender”

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

1. Ball der “Feuerwehr Hirschberg”

Guten Tag

Hirschberg, 27. September 2010. (red/pm) Am kommenden Samstag, den 02. Oktober 2010, feiern die Feuerwehren Leutershausen und Großsachsen zusammen den 1. Ball der Feuerwehr Hirschberg in der Heinrich-Beck-Halle. Der Eintritt ist frei.

Presseinformation der Feuerwehr Hirschberg:

“Es wächst zusammen, was zusammen gehört. Unter diesem Motto könnte man den Samstag, 02.10.2010 sehen. Denn an diesem Abend feiern ab 20:00 Uhr die Floriansjünger aus Großsachsen und Leutershausen gemeinsam in der Heinrich-Beck-Halle in Leutershausen ihren „ersten Feuerwehrball der Feuerwehr Hirschberg“. Damit wird wieder ein Meilenstein aus dem gemeinsamen Konzept von 2005 “Fusion der beiden Feuerwehren Großsachsen und Leutershausen” umgesetzt. Und diesen historischen Abend möchte die Wehr mit Ihrer Bevölkerung aus Hirschberg feiern und läd hierzu alle Freunde und Gönner herzlich ein.

Die Gruppe „Celebration“ wird in diesem Jahr das Publikum mit ihrem Sound verwöhnen. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei: Neben gepflegter Tanzmusik wie Walzer, Rumba etc. werden auch moderne Tanzmusik sowie Schlager und Partymusik gespielt. Als besonderen Höhepunkt wurde die Gruppe „DREAM ALIVE“ der SGL engagiert.

Im Mittelpunkt stehen an diesem Abend fröhliches Tanzen, gute Laune und nette Gespräche. Für die gute Verpflegung sorgt das Roten Kreuze aus Leutershausen. Neben einer gut gefüllte Tombola werden in der Feuerwehrbar interessante Getränke angeboten. Die Feuerwehr Hirschberg freut sich schon jetzt auf einen schönen Abend mit Ihren Gästen. Der Eintritt ist frei.”

Einen schönen Tag wünscht
Das hischbergblog

A6: 45 Tonnen schwere Bauteile für die neue Brücke am Viernheimer Dreieck

Guten Tag

Rhein-Neckar, 26. September 2010. (red) Auf der A6 im Bereich des Viernheimer Dreiecks geht seit Freitagabend nichts mehr. Der Grund: Tonnenschwere “Fertigteile” für eine neue Brücke werden montiert. Wir zeigen Fotos des gigantischen Projekts.

“Seit April dieses Jahres laufen die Arbeiten zur Erneuerung eines Brückenbauwerks am Viernheimer Dreieck. Mittlerweile sind die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass am kommenden Wochenende die Fertigteilträger des Überbaus eingehoben werden können”, beschreibt das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Bensheim fast lapidar das gigantische Projekt.

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34 Meter lang, 45 Tonnen schwer - eins der vier "Fertigteile" für die neue Brücke am Viernheimer Kreuz.

Es geht um vier “Fertigteile”, die an diesem Wochenende “eingehoben” werden. Jedes ist 34 Meter lang und 45 Tonnen schwer.

Aufgrund der Arbeiten muss das wichtige “Viernheimer Dreieck” teils weiträumig umfahren werden.

Wir zeigen exklusive Fotos der Bauarbeiten.

Viel Freude mit den Fotos. Alle Fotos: local4u

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Wolfgang Burger: “Ich weiß immer, wie der Krimi endet.”

Guten Tag

Hirschberg, 24. September 2010. Alexander Gerlach ist ein sympathischer Ermittler. Wolfgang Burger ist der Autor, der die Geschichten erzählt. Im Interview mit dem heddesheimblog erzählt der Autor Burger über seine Figur Gerlach, über die Ermittlungen und wie das alles zusammenhängt.

Interview: Sabine Prothmann

Herr Burger: Wie viel von Ihnen steckt in dem Kripo-Chef Alexander Gerlach?
Wolfgang Burger: “Schwer zu sagen. Vermutlich mehr, als ich zugeben würde.”

Sie arbeiten schon wieder an einer neuen Geschichte, wissen Sie schon zu Beginn, wie der Krimi endet?

Burger: “Ja, das weiß ich immer. Einem Roman geht bei mir (schließlich bin ich Ingenieur) immer ein längerer Planungsprozess voraus.”

Spielt Gerlachs Geliebte Theresa auch im nächsten Buch eine Rolle?
Burger: “Selbstverständlich. Es wird aber eine dramatische Veränderung in der Beziehung geben.”

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Wolfgang Burger weiß immer, wie seine "Krimis" ausgehen. Bild: privat

Werden Ihre Romane vor allem im Rhein-Neckar-Raum gelesen?
Burger: “Überwiegend natürlich ja, inzwischen aber längst nicht mehr nur.”

Können Sie sich vorstellen, nur noch als Schriftsteller zu arbeiten?
Burger: “Nein. Aus dem einfachen Grund, dass ich befürchten würde vor dem Laptop zu verblöden. Den Kontakt zur Welt und zum „richtigen“ Leben zu verlieren. Am Ende kommen dann meistens Bücher dabei heraus, in denen Schriftsteller davon erzählen, wie es Schriftstellern geht, denen nichts mehr zu erzählen einfällt.”

Warum haben Sie Heddesheim als Tatort gewählt?
Burger:
“Heddesheim kam durch Zufall ins Spiel. Ich habe ein möglichst anonymes Hochhaus im Umkreis von Heidelberg gesucht, wo Anita Bovary sich verstecken könnte. Und in Heddesheim bin ich schließlich nach einiger Fahrerei fündig geworden.”

Ihre ersten Krimis spielen in Karlsruhe, aber erst mit den Heidelberg Krimis wurden Sie erfolgreich. Lag es am Handlungsort?
Burger: “Ja. Die Heidelberg-Reihe war der Versuch eines Neuanfangs, nachdem ich festgestellt hatte, dass Karlsruhe als Handlungsort nicht wirklich gut funktioniert. Dass Heidelberg aber dermaßen einschlagen würde, hätte ich auf der anderen Seite auch nicht erwartet. Es liegt aber vermutlich nicht nur am Handlungsort, sondern auch an den Figuren.”

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, nach Heidelberg zu ziehen?
Burger: “Das wäre ja furchtbar weit weg von meinem Arbeitsplatz am KIT. Ich schätze es, zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit fahren zu können. Auf der anderen Seite würde ich fürchten, dass Heidelberg viel von seinem Charme einbüßen würde, wenn ich jeden Tag dort wäre.”

Was liest der Privatmensch Wolfgang Burger? Und gibt es schriftstellerische Vorbilder?
Burger:
“Alles Mögliche. Natürlich auch Krimis. Entweder von KollegInnen oder von Autoren, die mir empfohlen wurden. Literarische Vorbilder gibt es eigentlich nicht. Neben Krimis lese ich aber auch ganz „normale“ Bücher, z. b: von Uwe Timm.”

Hinweis:
Am 10. Februar 2010 wird der Autor zu einer Lesung in Heddesheim sein. Wir kündigen die genauen Daten noch an.

Wolfgang Burger und sein neuer Krimi “Eiskaltes Schweigen”

Guten Tag

Hirschberg, 24. September 2010. (red) In Heddesheim wird eine Frau erstochen – der Tatort ist gleich um die Ecke und führt die Leser auch nach Hirschberg. Alexander Gerlach ermittelt – mittlerweile in der dritten Auflage.

Von Sabine Prothmann

Heddesheim. Früh am Morgen. Einsatzwagen stehen vor dem Hochhaus in der Schriesheimer Straße. Im 14. Stock wurde eine Leiche gefunden.

Das 16-stöckige Gebäude steht am Rande der früheren “Tabakgemeinde”. Von hier hat man einen (noch) guten Blick auf die Bergstraße. Es handelt sich um das höchste Haus des nordbadischen Wohnorts. Eine Frau wurde erstochen, ein Verbrechen wurde begangen.

„Wir -€¦ stehen im neonbeleuchteten Flur des vierzehnten Stocks eines Hochhauses am Rande von Heddesheim.“, liest man auf der ersten Seite von „Eiskaltes Schweigen“, dem neuesten Romans des Karlsruher Krimiautors Wolfgang Burger.

Ich lebe hier, ich mache den Tatort aus. Ein Hochhaus mit 16 Stockwerken am Rande des Ortes – das finde ich schnell, viele Hochhäuser haben wir hier nicht.

Was ist echt, was ist Fiktion?

eiskaltesschweigen

Ein Mord passiert in Heddesheim. Das Buch ist ein "Renner". Bild: Verlag

Ich kenne alle Krimis von Wolfgang Burger, die in Heidelberg und Umgebung spielen. Es macht mir Freude, die Straßen und Orte zu verfolgen und wieder zu erkennen. Darin liegt wohl der Reiz der Regionalkrimis. Der Mörder und das Opfer sind unter uns, der Tatort gleich um die Ecke.

„Eiskaltes Schweigen“, der neueste Krimi von dem Karlsruher Autor Wolfgang Burger ist eine weitere Geschichte um den sympathischen Ermittler Alexander Gerlach, der alleinerziehend mit seinen pubertierenden Zwillingstöchtern in der Heidelberger Weststadt wohnt und mit der Frau seines Chefs ein Verhältnis hat. Anders als bei den skandinavischen Krimis ist Burgers Ermittler kein “schwieriger” Charakter, sondern ein sympathischer Mensch mit kleinen, verzeihbaren Schwächen.

Und diesmal ermittelt Gerlach in Heddesheim.

Es ist nach „Heidelberger Requiem“, „Heidelberger Lügen“, „Heidelberger Wut“, „Schwarzes Fieber“, „Echo der Nacht“ der sechste Heidelberg Roman in gerade mal fünf Jahren. Wolfgang Burger ist fleißig. Er schreibt mehr als einen Kriminalroman pro Jahr.

Ich mag Alexander Gerlach, er ist kein wirklicher Held, wie er auch in „Eiskaltes Schweigen“ selbstkritisch bekennt: „Sollte ich jemals gefragt werden, ob ich das Zeug zum Helden hatte, würde die Antwort lauten: Nein.“

Der Kriminaloberrat isst gerne und trinkt auch mal ein Glas Rotwein zu viel. Der Leser lernt ihn mit jedem Krimi besser kennen, seine Stärken, aber auch seine Schwächen. Die Erziehung seiner Töchter überfordert ihn, er geht oft den Weg des geringsten Widerstands und richtet sich auch wunderbar ein in das Verhältnis mit Theresa, der Frau seines Vorgesetzten.

Dennoch ist er ein Mensch mit Prinzipien und ein Anruf genügt, um ihn auch nach einer feuchtfröhlichen griechischen Hochzeitsfeier in den frühen Morgenstunden zum Einsatz zu rufen und diesmal nach Heddesheim.

Gerne verzeihe ich Burger die Rechercheungenauigkeit – bei einem Mord in Heddesheim wäre das Polizeipräsidium in Mannheim und nicht Heidelberg zuständig – aber wo gibt es schon in der Umgebung Heidelbergs ein solches Hochhaus und schließlich gäbe es ja die Dichterfreiheit, bekennt der Autor auf Nachfrage, und schickt seinen Kriminaloberrat Gerlach in das Hochhaus am Rande meiner Wohngemeinde.

Eine Frau wird erstochen in ihrer Wohnung gefunden

Bei den weiteren Ermittlungen begleitet der Leser Alexander Gerlach nach Ladenburg, genauer in den Ochsen, an den OEG-Bahnhof nach Leutershausen – es ist ein Heimspiel für mich, hier kenne ich jede Straße, dass macht es so spannend.

Weitere Morde geschehen und Burger führt seine Leser wieder zurück nach Heidelberg und mitten in Gerlachs Privatleben.

Da fällt es ihm diesmal schwer neutral zu ermitteln, denn seine Angst ist ganz persönlich. Das Verbrechen kommt ganz nah. Die Schlinge um den Ermittler zieht sich immer enger.

Und Gerlach schweigt, um sein Doppelleben zu vertuschen. „Sie werden nun mein letztes Opfer sein“, bekennt der Mörder gegenüber dem Kommissar.

Wolfgang Burger konstruiert die Geschichte ohne Schnörkel und bleibt dabei immer spannend, selbst, wenn der Leser schon nach gut der Hälfte des Romans den Täter kennt.

Der Kommissar gerät in eine persönliche Zwickmühle, denn Aufklärung könnte diesmal auch negative Auswirkungen für ihn selbst haben. Und aus Sorge, um sein Privatleben verhält sich der Heidelberger Kommissar bei den Ermittlungen falsch. Er wird entführt und lebt mit dem Mörder auf engstem Raum – da menschelt es.

Die große Kunst des Krimiautors ist die Sympathie zu seinen Figuren. Es sind nicht die großen Helden, es sind die Menschen von nebenan. Und so sagt der Mörder: „Hier gibt es weder Helden noch Sieger. Hier gibt es nur Opfer.“

Alexander Gerlach und mit ihm die Leser empfinden Verständnis, ja fast sogar Sympathie für den Verbrecher. „Mit einem Mal spürte ich Dankbarkeit in mir. Dankbarkeit für diese Freundlichkeit, die Rücksichtsnahme, das kleine Zeichen von Zuneigung, das er mir schenkte.“

Der Erfolg begann für den Schriftsteller und Leiter einer Forschungsabteilung am KIT (Karlsruhe Institut of Technology) mit den Heidelberg Krimis und der Figur Alexander Gerlach.

Die erste Auflage von „Eiskaltes Schweigen“, die im Juli 2010 veröffentlicht wurde, war schnell verkauft – 10.000 Exemplare drei Wochen nach Erscheinen. Mit seinen Heidelberg Krimis hat Burger es auch auf die Bestsellerliste von amazon.de als bester deutschsprachiger Krimi geschafft.

Ende August, vier Wochen nach der zweiten kommt die dritte Auflage von „Eiskaltes Schweigen“ auf den Markt.

Für den Krimi „Heidelberger Requiem“ wurde Burger 2005 für den Friedrich-Glauser-Preis als bester deutschsprachiger Krimi nominiert und bis heute wurden von dem Roman 45.000 Exemplare verkauft.

Inzwischen arbeitet Wolfgang Burger schon wieder an seinem nächsten Krimi, der im Juni 2011 erscheinen soll und auch wenn er bestimmt nicht wieder in meiner Heimatgemeinde spielt, ich werde ihn sicherlich lesen, denn ich will ja wissen, wie es mit Gerlach, seinen Töchtern und Theresa weitergeht.

Vollsperrung der A6 am Wochenende

Guten Tag

Rhein-Neckar, 23. September 2010. (red) Von Freitagabend bis Sonntagnacht wird die A6 am Viernheimer Kreuz wegen Brückenarbeiten vollständig gesperrt. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Bensheim gibt Umleitungsempfehlungen.

Presseinformation des ASV

“A6 im Bereich des Viernheimer Dreiecks:
Seit April dieses Jahres laufen die Arbeiten zur Erneuerung eines Brückenbauwerks am Viernheimer Dreieck. Mittlerweile sind die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass am kommenden Wochenende die Fertigteilträger des Überbaus eingehoben werden können.

Insgesamt handelt es sich dabei nach Angaben des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Bensheim (ASV) um 4 Fertigteile, die jeweils eine Länge von etwa 34 Metern haben und jeweils ein Gewicht von etwa 45 Tonnen. Darüber hinaus werden an diesem Wochenende noch die Traggerüste für die spätere Herstellung der Brückenkappen an den aufgelegten Fertigteilen montiert.

Die Arbeiten bedingen, dass von Freitag, den 24.September, ab 20Uhr bis Sonntag, den 26.September, voraussichtlich 2 Uhr die Fahrbeziehungen von Heilbronn / Mannheim (A6) in Richtung Saarbrücken (A6) und von Saarbrücken (A6) in Richtung Darmstadt (A67) voll gesperrt werden müssen.

Für die erstgenannte Fahrbeziehung (von Heilbronn / Mannheim nach Saarbrücken) erfolgt die Umleitung vom Viernheimer Dreieck über die A67 bis zur Anschlussstelle Lorsch, von wo aus der Verkehr wieder zum Viernheimer Dreieck zurückgeführt und weiter auf die A6 in westliche Richtung geleitet wird.

Dem weiträumigen Durchgangsverkehr aus Richtung Süden mit Ziel Saarbrücken / Kaiserslautern / Ludwigshafen / Frankenthal wird empfohlen, bereits am Hockenheimer Dreieck auf die A61 auszuweichen.

Die Umleitung der letztgenannten Fahrbeziehung (von Saarbrücken nach Darmstadt) erfolgt über das Viernheimer Kreuz. Beide Umleitungsstrecken sind ausgeschildert.

A659 im Bereich der Anschlussstelle Viernheim – Mitte:
Im Zuge der Erneuerung der Überführung der Landesstraße L631 über die A659 bei Viernheim stehen an diesem Wochenende der Ausbau der Traggerüste sowie der Bau der Entwässerungseinrichtungen an.

Nach Mitteilung des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Bensheim (ASV) bedingt dies, dass die Richtungsfahrbahn der A659 von Weinheim nach Mannheim am Samstag, den 25.September, in der Zeit von 5 Uhr bis voraussichtlich 12 Uhr voll gesperrt werden muss. Der Verkehr wird an der Anschlussstelle Viernheim – Mitte von der A659 abgeleitet, über die Parallelfahrbahn nördlich am Bauwerk vorbei geführt und danach wieder auf die A659 in Richtung Mannheim geleitet.
Die Richtungsfahrbahn der A659 von Mannheim nach Weinheim muss am Samstag, den 25.September von 6Uhr bis voraussichtlich 18Uhr zwischen dem Viernheimer Kreuz und der Anschlussstelle Viernheim – Mitte voll gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt vom Viernheim Kreuz über die A6 zum Mannheimer Kreuz und von dort über die A656 zum Heidelberger Kreuz, von wo aus über die A5 wieder das Weinheimer Kreuz erreicht wird.

Das ASV bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis.”

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog