Mittwoch, 22. Mai 2013

Stuttgart 21: Auch die Bürger in Nordbaden entscheiden über “Kündigungsgesetz”


Guten Tag!
Rhein-Neckar, 08. November 2011. (red/cm) Am 27. November steht Baden-Württemberg erstmalig in der Landesgeschichte eine Volksabstimmung bevor. Das Thema könnte dabei nicht schwieriger sein. Es geht um “S21″. Einen milliardenschweren Bahnhof für Stuttgart (S21), der in den vergangenen Monaten abertausende Bürger auf die Straßen getrieben hat. Im Rahmen der Volksabstimmung wird nun deutlich werden, wie breit die Ablehnung oder Unterstützung für “S21″ ist – vor allem wird interessant sein, wie sich die Bürgerinnen und Bürger fernab von Stuttgart verhalten.

Von Christian Mühlbauer

Das monatelange Kräfteziehen um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 (S21) lässt sich nur schwer knapp zusammenfassen – es ist ein komplexes Projekt, sechszehn Jahre ist es in der Entwicklung, seit über einem Jahr überschlagen sich die Entwicklungen.

Angefangen vom “schwarzen Donnerstag”, als die Polizei friedliche Bürger verprügelte bis hin zur Landtagswahl 2011, als es einen historischen Regierungswechsel gegeben hat, der ohne “Stuttgart 21″ kaum denkbar war.

Bei Befürwortern wie Gegnern gibt es einfach zu umfangreiche Facetten. Die wesentlichen Kernpunkte sind jedoch einfach nachvollziehbar.

Pro-Seite

Auf der einen Seite stehen die Schöpfer und Befürworter von Stuttgart 21, die aus dem obererdigen Kopfbahnhof einen unterirdischen Durchgangsbahnhof machen wollen.

Dieser soll – verteilt auf mehrere Ebenen – die Stadtentwicklung vorantreiben. Gemeint ist damit auch die Schaffung neuer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Möglichkeiten, die der Bahnhof im Zentrum Stuttgarts ermöglichen soll. Darüber hinaus wird aufgrund der Durchfahrtmöglichkeit eine Fahrzeitverkürzung mit ebenfalls daraus hervorgehenden Zunahmen bei den Bahnreisenden angenommen.

Contra-Seite

Die Projektgegner halte indes entgegen, dass das Mammut-Projekt eher schädlich für die Region ist. Die Bahnkunden würden durch den Bahnhof nichts gewinnen. Auch die angekündigte Fahrzeitverkürzung sei bestenfalls marginal. Aufgrund der größe des Bauprojektes finde zudem eine nicht akzeptierbare Beeinflussung der Umwelt vor.

Auch hinsichtlich der Baukosten des Projektes seien die Schätzung fernab der Realität, von der enormen Investitionslast, an der auch das Land Baden-Württemberg beteiligt ist, ganz zu schweigen. Insgesamt soll Stuttgart 21 über 4 Milliarden Euro kosten. Die Kritiker gehen von einem deutlich höheren Betrag aus.

Das erforderliche "Quorum" von 33 Prozent gilt als fast nicht erreichbar. Bildausschnitt: Wikipedia

Nachdem die Grünen in Baden-Württemberg im Zuge der Landtagswahlen und durch die Wahl ihres Koalitionspartners bemüht zeigten, gegen Stuttgart 21 vorzugehen, brachte man im September den entscheidenden Schritt auf den Weg.

Das Kündigungsgesetz

Mit Ausnahme der Grünen stimmten alle Parteien gegen das sogenannte Kündigungsgesetz , mit dem der Ausstieg des Landes aus der Finanzierung des Bahnhofsprojektes ermöglicht worden wäre. (Information der Landesregierung und Dokumentation des Entwurfs finden Sie hier.)

Ministerpräsident Kretschmann, Wissenschaftsministerin Bauer, Verkehrsminister Hermann und Justizminister Stickelberger bei der Regierungspressekonferenz am 26. Juli 2011 in Stuttgart. Quelle: Landesregierung

Aufgrund des Scheiterns des Gesetzes wurden die Grünen nun in die Lage versetzt, eine Volksabstimmung auf den Weg zu bringen. Es brauchte hierzu lediglich die Initiative von einem Drittel der Abgeordneten. Nach Ansicht des Verfassungsrechtlers Paul Kirchoff ist eine derartige Volksabstimmung jedoch rechtlich nicht möglich.

Nur wenig später wurde dann auch die Frage bekannt, mit der die Bürger im Rahmen der Volksabstimmung konfrontiert werden. Diese werden nämlich nicht etwa gefragt, ob sie für oder gegen Stuttgart 21 sind.

Vielmehr muss sich eine Volksabstimmung auf das gescheiterte Kündigungsgesetz beziehen. Deshalb werden die Bürger Baden-Württembergs am 27. November folgender Frage in den Wahlkabinen gegenüberstehen:

“Stimmen Sie der Gesetzesvorlage, Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21′ (S-21-Kündigungsgesetz) zu?”

Wer sein Kreuzchen bei “Nein” macht, erklärt damit, dass er gegen das “Kündigungsgesetz” ist, mit dem das Land aus den vertraglichen Vereinbarungen rund um das Bahnprojekt Stuttgart 21 aussteigen könnte.

Wer sein Kreuzchen hingegen bei “Ja” macht, spricht sich für das “Kündigungsgesetz” aus. Dies ebnet den Weg, damit das Land Baden-Württemberg aus dem Bahnprojekt aussteigen kann.

(Siehe auch unseren weiteren Bericht hier im Blog.)

Ungeachtet der möglichen Abstimmungsergebnisse bleibt indes jedoch fraglich, ob die Volksabstimmung überhaupt erfolgreich zustande kommt.

Damit dies geschieht, muss ein sogenanntes “Quorum” erreicht werden. Das bedeutet, dass ein Drittel der wahlberechtigten Bevölkerung im Rahmen der Volksabstimmung ihre Stimme mit Ja abgeben müssen. Wenn dies nicht geschieht, entsteht kein Quorum, so dass auch die Volksabstimmung gescheitert wäre.

Laut der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg müssten etwa 2,5 Millionen Bürger zu den Wahlurnen gehen.

Um diesen Wert ins Verhältnis setzen zu können: Bei der Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg gingen rund 5 Millionen Bürger des Landes zur Wahl. Die Grünen erhielten rund 1,2 Millionen Stimmen.

Im Wahlkreis 29 Weinheim (für den wir durch unsere Lokalausgaben intensiv berichten), ist die Lage besonders interessant:

Der CDU-Landtagsabgeordnete Georg Wacker hatte zwar das Direktmandat gewonnen, aber nur mit deutlichen Verlusten. (siehe unseren Artikel zur Stimmenauszählung.)

Der grüne Abgeordnete Hans-Ulrich Sckerl (hier in unserem Video nach der Wahl) hingegen wurde zweiter und darf als “Gewinner” gelten, hat er doch deutliche Stimmungzuwächse auf sich vereinigen können.

Der SPD-Abgeordnete Gerhard Kleinböck wurde dritter, wie sein Konkurrent Wacker musste auch er Stimmeinbußen hinnehmen. Die FDP hat ihr Mandat verloren.

Der Wahlkreis gilt traditionell als konservativ, aber es ist viel Bewegung drin. Die Abstimmung wird also spannend.

(siehe auch unseren Kommentar: Grün-rot hat gewonnen – und zwar einen Haufen Probleme.)

Stuttgart 21: Parteipositionen im Überblick


Guten Tag!
Heddesheim, 08. November 2011. (red/cm)) Stuttgart 21 kennt viele Gegner wie Befürworter. Die großen Volksparteien vertreten dabei mitunter höchst unterschiediche Ansichten. Wir haben in der nachfolgenden Übersicht die Parteipositionen zusammengefasst. Am 27. November 2011 wird in einer Volksabstimmung über das Schicksal der derzeitigen Planung entschieden.

Von Christian Mühlbauer

Die eigentliche Intention von “Stuttgart 21″ ist laut Befürwortern, die Entwicklung von Stuttgart, der umgebenden Region sowie des Landes Baden-Württemberg zu fördern. Hierzu wurde bereits 1995 im Rahmen einer “Machbarkeitsstudie” des Bahnprojektes der Grundstein gelegt.

Aus dem Kopfbahnhof soll ein sogenannter Durchgangsbahnhof werden. Die Reisezeiten für Bahnkunden sollen sich verkürzen. Durch die Verlegung des Durchgangsbahnhofs unter die Erde soll darüber hinaus Fläche oberhalb bereitgestellt werden, die der städtebaulichen Entwicklung zu Gute kommt.

Problematisch sind jedoch die enormen Baukosten sowie die Dimensionierung des Projektes. Kritiker gehen davon aus, dass die geschätzten Kosten bei weitem nicht ausreichend sind.

Im Oktober 2010 hat der derzeitige CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Hauk auf einer Parteiveranstaltung in Hirschberg an der Bergstraße sogar behauptet, es “es kann Baden-Württemberg wurscht sein, ob Stuttgart 21 zehn oder fünfzehn Milliarden Euro kostet“. Derzeit ist die Zahl 4,4 Milliarden im Umlauf, nachdem es ursprünglich unter zwei Milliarden kosten sollte.

Der Spiegel berichtete aktuell, dass der frühere Baden-Württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), bereits 2009 über höhere Kosten Bescheid wusste, dies allerdings der Öffentlichkeit verschwiegen hat:

“Nach Informationen des SPIEGEL hatten Landesbeamte aus Baden-Württemberg auf Grundlage von Bahn-Unterlagen Gesamtkosten von mindestens 4,9 Milliarden Euro kalkuliert. Für wahrscheinlicher hielten sie sogar einen Endbetrag von bis zu 6,5 Milliarden.”

Und weiter:

“Der damalige Ministerpräsident und heutige EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) verbat sich daraufhin weitere Berechnungen: “Auf Wunsch des Herrn MP”, so heißt es in dem Vermerk, solle derzeit von einer “neuen Kostenberechnung abgesehen werden”. Entsprechende Zahlen seien “in der Öffentlichkeit schwer kommunizierbar”, schrieben Oettingers Beamte.”

Darüber hinaus ergeben sich zahlreiche weiteren umwelttechnischen Probleme. Auch die vorgebrachte Reisezeitverkürzung wird von Kritikern als kaum erwähnenswert angesehen.

Ob Stuttgart, das Umland sowie Baden-Württemberg selbst von diesem Bahnprojekt also letztendlich profitieren könnten oder damit nur ein Milliarden-Grab schaufeln, obliegt der individuellen Abwägung aller Argumente durch jeden Einzelnen.

Bündnis 90 / Die Grünen:

Die Grünen sind seit Beginn des Bauvorhabens Stuttgart 21 gegen das Projekt. Als das Landesparlament im Jahr 2006 einen Entschließungsantrag für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm fasste, standen bei der Abstimmung lediglich die Stimmen der Grünen gegen das Bauvorhaben.

Die Partei nutzte das Bauprojekt sowie die dazu anhaltenden Proteste geschickt im Landtagswahlkampf 2011. Nicht zuletzt aufgrund dieses Engagements gelang den Grünen bei der Landtagswahl 2011 ein großer Sieg, bei dem die Partei über 12 Prozent mehr Stimmen einfahren konnte.

Gemeinsam mit dem Koalitionspartner SPD stellen die Grünen den Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten. Der Koalitionspartner der Grünen vertritt jedoch keine ablehnende Haltung zu Stuttgart 21.

SPD:

Die SPD vertritt ebenso wie die beiden weiteren Parteien im Landesparlament die Ansicht, dass Stuttgart 21 ein erforderliches und wünschenswertes Bauvorhaben ist.

Man hat sich dennoch mit den Grünen als Koalitionspartner zusammengetan. Das Thema Stuttgart 21 ist ein zentraler Bestandteil des Koalitionsvertrages. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Claus Schmiedel erklärte Ende Oktober gegenüber der FAZ, dass er eine Veränderung des Koalitionsvertrages wünsche.

Darin sollen sich die Grünen verpflichten, von ihrer ablehnenden Haltung zu Stuttgart 21 abzuweichen, wenn die Volksabstimmung scheitern sollte.

Sollte die Volksabstimmung das Ende von Stuttgart 21 einläuten, will wiederum die SPD ihre befürwortende Haltung aufgeben und sich dem Volkswillen beugen.

CDU & FDP:

Die beiden letzten Vertreter im Landesparlament Baden-Württemberg vertreten seit jeher wie auch die SPD die Ansicht, dass Stuttgart 21 ein wichtiges Bauprojekt ist.- Die ersten Schritte zu diesem Projekt wurden unter einer CDU-Landesregierung gegangen, weshalb die bedingungslose Befürwortung nicht verwunderlich ist.

Das eingebrachte “S21-Kündigungsgesetz”, welches einen Rückzug des Landes aus dem Bauprojekt ermöglichen würde, wurde von der SPD sowie der CDU und FDP abgelehnt.

Stadtentwicklungsplan Stuttgart 21. Klicken Sie auf die Grafik, um zum Wikipedia-Eintrag zu gelangen. Quelle: Wikipedia, Stoeffler

Stuttgart 21 – Bedeutung für Baden-Württemberg

Volksabstimmung zu Stuttgart 21: Wenn Ja Nein und Nein Ja bedeutet – der Abstimmungszettel im Detail


Guten Tag!

Heddesheim, 08. November 2011. (red) Am 27. November können alle Wahlberechtigten Bürger Baden-Württembergs über das “Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21″ abstimmen. Es gibt nur zwei Antwortmöglichkeiten. Für oder gegen das Gesetz. Im nachfolgenden möchten wir den Stimmzettel kurz anhand einer Animation erläutern.

Von Christian Mühlbauer

“Stimmen Sie der Gesetzesvorlage ‘Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S21-Kündigungsgesetz)’ zu?

Wer am 27. November im Zuge der Volksabstimmung zur Wahl geht, wird sich dieser Frage gegenübersehen. Die Antwortmöglichkeiten sind dabei klar gefasst: Ja oder Nein.

Klingt einfach – ist es aber nicht, denn Ja bedeutet Nein zu Stuttgart 21 und Nein bedeutet Ja zu Stuttgart 21.

Abstimmung – Ja? Nein?

Wer sein Kreuz bei Ja macht, stimmt dafür, dass das “S21-Kündigungsgesetz” auf den Weg gebracht wird. Ein Ja-Votum ist also eine Stimme gegen Stuttgart 21.

Wer sein Kreuz bei Nein macht, stimmt gegen das “S21-Kündigungsgesetz”. Ein Nein-Votum ist also eine Stimme für Stuttgart 21.

Ungeachtet des Votums ist es notwendig, dass im Rahmen der Volksabstimmung ein Quorum erreicht wird. Das bedeutet, dass mindestens ein Drittel der wahlberechtigten Bevölkerung mit Ja abstimmen müssen. Das sind laut Angaben des Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg etwa 2,5 Millionen Menschen. Ist dies nicht der Fall, kommt es zum “unechten Scheitern”, weil das “Quorum” nicht erfüllt worden ist.

Ob dies erreicht werden kann, ist indes offen. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2011 erhielten die Grünen “nur” 1,2 Millionen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei knapp über 5 Millionen Wählern.

Unser animierter Stimmzettel zeigt, wie es geht:

Der Stimmzettel zur Volksabstimmung über Stuttgart 21

Der Stimmzettel zur Volksabstimmung über Stuttgart 21

Vereine der Region machen Werbung für eine Bank und hoffen auf 1.000 Euro für die Vereinskasse


Auch Pokale wollen finanziert sein - Vereine können 1.000 Euro gewinnen. Foto: Archiv

Rhein-Neckar, 07. November 2011 (red/jl/ek) 1.000 Euro für den beliebtesten Verein: Die Ing-Diba unterstützt gemeinnützige Vereine in Deutschland und stellt dafür eine Million - Euro zur Verfügung. 1.000 gemeinützige Vereine haben die Chance durch Abstimmen über ihre Beliebtheit 1.000 Euro für die Vereinskasse zu gewinnen – und die Ing-Diba macht damit Werbung für sich. Vereine, die gewinnen wollen, müssen sich sputen: Die Aktion läuft noch bis 15. November.

Von Jörg Levermann:

“Vielerorts wird gegen die Allmacht großer Bankhäuser protestiert. Dennoch gelingt einem Unternehmen der Finanzbranche ein genialer Werbeschachzug.

Anders ist die Kampagne der Ing-Diba AG mit Hauptsitz in Frankfurt am Main nicht zu bezeichnen. Rund eine Million Euro investiert das Unternehmen derzeit und verteilt jeweils 1.000 Euro an die 1.000 beliebtesten Vereine.

Wer diese Vereine sind, darüber können Mitglieder und Freude der Vereine selbst bestimmen.

Dazu können die Vereine auf ihren Websites eine Bannerwerbung der Bank platzieren, die zu einer Internetseite des Unternehmens führt. Verpflichtet sind die Vereine dazu nicht, wenn sie bei der Aktion mitmachen wollen. Die Unterstützer des Vereins geben ihre Stimme auf der Website der Bank ab und müssen dabei ihre email-Adresse angeben.

Diese wird lediglich dazu genutzt, dass nicht mehr als maximal drei Stimmen von jedem Nutzer abgegeben werden können. Regelmäßige Werbe-email haben die Unterstützer nicht zu befürchten, da kein email-Abonnement in diesem Zusammenhang bestellt wird.

Vereine aus der Region hoffen auf Geldsegen von der Bank

Derzeit (Stand 06.11.2011, 14:45 Uhr) beteiligen sich 18.448 Vereine an der Aktion, in der Hoffnung ihre Vereinskassen aufzubessern. Auch Vereine aus der Region sind mit dabei.- Aus Heddesheim sind es derzeit der Glückliche Engelsherzen e.V. (Rang 12.033) und der DLRG OG Heddesheim e.V. (Rang 12.834).

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Ladenburg ist sogar mit 9 Vereinen dabei: Der TC Ladenburg e.V. (Rang 632), der DLRG Ladenburg/Edingen-Neckarhausen e.V. (Rang 884), der Trägerverein JUZ “DIE KISTE” e.V. (Rang 3.466), der Ladenburger Sport-Vereinigung 1864 e.V. (Rang 9.076), der Auslandshelfer e.V. (Rang 9.296), die PLAN Ortsgruppe Mannheim (Rang 10.409), der LSV Ladenburg (Rang 11.331), die SV Ladenburg Romans (Rang: 14.004), der Arbeitskreis Netzwerk Berufsfindung (Rang 16.449).

Bannerwerbung der Bank haben diese Vereine nicht geschaltet. Sie hoffen, wie viele andere, auf Mund-zu-Mund-Propaganda, um möglichst viele Stimmen für sich gewinnen zu können. Eifrige Vereinsmitglieder und Sympathisanten haben dazu bereits soziale Netzwerke wie Facebook und Google+ genutzt.

Aus Schriesheim bewerben sich sechs Vereine: der Förderverein der KurpfalzGrund- und Werkrealschule Schriesheim e.V. (Rang 3.804), der SV 1919 Schriesheim (Rang 8.579), der Arbeitskreis Schriesheimer Senioren (Rang 10.030), der Reit- und Fahrverein Schriesheim (Rang 14.731), der Buddhistische Zentren Mittel-Rhein der Karma Kagyü Linie e.V. (Rang 17.361) und der kulturkreis-Schriesheim (Rang 18.412).

Weinheim beteiligt sich mit den meisten Vereinen: Ganze 16 nehmen an der Aktion teil. Der Board-Sport-Weinheim hat hier mit 783 Stimmen (Rang 2.267) die Nase vorn. Dagegen haben die Vereine Job Central (Rang 17.167) sowie der HSG/TSG Weinheim TV Oberflockenbach (Rang 18.109) noch überhaupt gar keine Stimmen erhalten.

Edingen-Neckarhausen ist mit zwei Vereinen dabei: der “Haie” TV Edingen (Rang 1.164) und der TTC Edingen-Neckarhausen (Rang 1.525).

Auch Hemsbach macht mit-  zwei Vereinen bei der Aktion mit: der Angelsportverein 1965 Hemsbach e. V. (Rang 12.615),- sowie der SSV Hemsbach (Rang 16.107) sind hier im Rennen und hoffen auf 1.000 Euro für die Vereinskasse.

In Viernheim sind es zehn Vereine, “Spitzenreiter” ist auf Rang 1.478 “Focus e.V.”, die “Pfadfinder Viernheim” kommen nur auf drei Stimmen.

Noch bis zum 15. November wird die Werbeaktion der Ing-Diba fortgesetzt. Mitmachen können alle gemeinnützigen Vereine, die eine Freistellung vom Finanzamt vorweisen können.

Kinder- und Jugendverein mit der Rettungshundestaffel an der Spitze

Wer vermutet, dass besonders bekannte Fußballvereine an der Spitze der Beliebtheitsskala stehen, wird überrascht sein. Auf Platz eins liegt derzeit der Verein Zebrakids aus Duisburg mit mehr als 12.850 Stimmen, gefolgt vom Verein Rettungshundestaffel Lippe Ems e.V. (Verl) auf Platz zwei mit 11.200 und der Verein Hebammen für Deutschland mit 10.632 Stimmen.

„Mit unserer Aktion sprechen wir als Bank für Privatkunden eine andere Klientel an als die großen Investmentbanken“, erklärte- Eliza Manolagas, eine Sprecherin der ING DiBa AG. Die- Vereine sammelten jede Menge Stimmen und dadurch habe die Website gute Zugriffsraten gewonnen.

„Wir- sind selbst überrascht, wie gut unsere Aktion angenommen wurde. Auch auf Facebook haben wir die Aktion bekannt gemacht“, sagte Manolagas. Dabei sei es zu Beginn fraglich gewesen, wie online-affin die Vereine tatsächlich seien. Nun sei die Aktion ein Selbstläufer geworden.- Vor allem habe man die kleinen Vereine damit erreichen wollen.”

Anmerkung der Redaktion:
Jörg Levermann ist freier Journalist in Eichwalde (bei Berlin). Er betreibt dort das Blog Eichwalder Nachrichten und gehört zum deutschlandweiten Netzwerk der Lokalzeitungen im Internet “istlokal.de”, die sich gegenseitig bei ihrer Arbeit unterstützen.

Redaktionelle Bearbeitung: Eva Konrath

Diese Woche: Tipps und Termine

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Tipps und Termine für den 7. bis 13. November 2011. Jeden Montag erscheinen unsere Veranstaltungstipps für die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Termine finden Sie ins unseren Kalendern für Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim, Weinheim und Rhein-Neckar.

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Mittwoch, 9. November 2011, ab 18:30 Uhr, Weinheimer Rathaus

Lesung mit Ingrid Brand.

Weinheim. Die diesjährige Gedenkveranstaltung der Novemberpogrome, die in Weinheim am Mittwoch, 9. November im großen Sitzungssaal des Weinheimer Rathaus stattfindet, wird durch eine Autorenlesung aus einem passenden, neu erschienenen Jugendbuch ergänzt. Die Wiener Journalistin Ingrid Brand, die von 2009 bis zu diesem Frühjahr in Weinheim lebte und arbeitete, schrieb in dieser Zeit an dem Buch „Lene – Damit mich niemand sieht“.

Es ist die Geschichte eines jüdischen Mädchens, das als „U-Boot“ in Weinheim und Mannheim den Holocaust überlebt hat, nachdem ihre Mutter am 22. Oktober 1940 abtransportiert worden war. „Lene spricht stellvertretend zu uns, stellvertretend für Tausende und Abertausende ungerecht behandelter, diskriminierter und verfolgter Kinder, für die von gestern, heute und morgen“, so die Autorin. Die einzelnen Personen der Handlung, die Ingrid Brand sensibel charakterisiert, sind zwar fiktiv, die geschilderten Abläufe entsprechen jedoch den historischen Begebenheiten.

Zum anschließenden Gedenken begeben sich die Teilnehmer in den Schlosshof an das „Mahnmal für deportierte Juden und Jüdinnen Badens“, das im letzten Jahr von Schülern der Dietrich-Bonhoeffer-Schule im Rahmen des Ökumenischen Jugendprojektes gestaltet wurde. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

Ort: Rathaus, Schloss, Weinheim.
Eintritt: frei.

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Mittwoch, 9. November 2011, 20:00 Uhr, Stadthalle

Die Schauspielerin Susanne Uhlen.

Weinheim. Die Kulturgemeinde zeigt das Schauspiel “Die entfernte Stimme” von David Lindsay-Abaire. Seit dem Gewinn des Pulitzer-Preises 2007 und der Tony-Nominierung für das beste Stück ist die Bühnenkarriere des emotional berührenden Schauspiels „Die entfernte Stimme“ nicht mehr aufzuhalten. Das Stück beginnt ganz harmlos mit einem Schwatz zwischen Schwestern. Der Ton ist locker, fast boulevardesk. Doch schnell wird deutlich, wie brüchig die Normalität ist, in der sich jedes harmlose Gespräch als Minenfeld entpuppen kann. Die Situation von Becca und Howie ist so einfach wie fatal: Vor acht Monaten starb ihr einziger Sohn Danny. Der Achtjährige wurde von einem Auto überfahren. Das Ganze könnte in ein Selbstzerfleischungsdrama münden, in dem die Welt von Becca und Howie wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Aber Feydeau-Verehrer David Lindsay-Abaire ist ein zu kluger Menschenbeobachter, um nicht auch die gewollt oder ungewollt komischen Seiten dieser Trauerarbeit zu beleuchten, ohne an Tiefgang zu verlieren. Das ist eine Kunst. Die trauernden Eltern balancieren auf einem schmalen Grat und entwickeln sehr unterschiedliche Strategien, um mit dem Verlust fertig zu werden. Und das ist das eigentliche Happy End.

Kann ein Theaterstück, das sich mit Verlust und Trauer beschäftigt, auch unterhaltsam sein? Ohne Einschränkung: Ja! Regisseur Zanussi wählt den leichten Ton, ohne an Tiefgang zu verlieren, und verfügt über ein Ensemble – allen voran die fabelhafte Susanne Uhlen und ihr kongenialer Partner Carsten Klemm -, das höchsten Ansprüchen genügt.

Karten: Geschäftsstelle der Kulturgemeinde Weinheim, Stadthalle, Telefon: 06201 / 12282, Telefax: 06201 / 185288, eMail: theater@kulturgemeinde.de. Die Kasse (Tel. 06201/12282) ist jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Dort erfolgt nur der Verkauf zur jeweiligen Vorstellung.

Ort: Birkenauertalstr. 1, Weinheim.

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Freitag, 11. November 2011, 20:00 Uhr, Kulturscheune

Eva Martin-Schneider.

Viernheim. “Aus dem Körbchen geplaudert” ist eine szenische Lesung mit der Heddesheimer Schauspielerin Eva Martin-Schneider. Es ist eine aufregende Reise durch die Sittengeschichte des Intimen. Beginnend in der Antike, führt die rasante Fahrt über die Rundungen des Frauenkörpers. Sie streift alles, was formt und verformt und endet in einer Schönheitsboutique der Neuzeit.

Die hohe Kunst der intimen Korrektur beschäftigte nicht nur bildende Künstler und Miederwarendesigner – allesamt meist männlichen Geschlechts, sondern auch große Literaten! Die Schauspielerin Eva Martin-Schneider fischt die schönsten Stilblüten aus Dichtkunst und anderem Schrifttum. Begleitet wird sie von ihren “Leidensgenossinnen”, die mit Gesang und heißen Rhythmen für weitere Unterhaltung bei der heißen Fahrt sorgen. Männer sind durchaus erwünscht!

Ort: Satonévri Platz 1, Kulturscheune, Viernheim.
Eintritt:
9 Euro, Vorverkauf (Frauenbüro & Zentrale Rathaus); 12 Euro (Abendkasse).

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Samstag, 12. November 2011, 19:30 Uhr, Hotel “Zur Goldenen Krone”

Manfred H. Krämer.

Ladenburg. Im Hotel “Zur Goldenen Krone” gibt es eine Lesung mit Manfred H. Krämer inklusive herzhaften Gaumenfreuden. Krämer liest aus „Die Raben vom Mathaisemarkt“.

Manfred H. Krämer, 1956 geboren, lebt mit seiner Familie in Lampertheim. Im Dezember 2004 erschien der erste Band aus der Reihe „Der Bergstraßen-Krimi“, „Tod im Saukopftunnel“. Der Krimi um Menschenschmuggler und eine brutale Mordserie wurde 2006 bereits zum fünftenmal aufgelegt.

Auch der 2005 erschienene Folgeband „Der Kardinal von Auerbach“, um einen Chirurgen mit dunkler Vergangenheit und eine schöne Archäologin, fand zahlreiche begeisterte Leser. Mit „Die Raben vom Mathaisemarkt“, die einen auf grausige Weise zur Schau gestellten toten Bürgermeisterkandidaten umschwirren, erreichte die Reihe 2006 einen neuen Höhepunkt.

Soeben fertiggestellt: „Spargelmord“, der vierte Krimi mit Solo & Tarzan erscheint demnächst im Verlag Waldkirch ebenso „Die Skorpionin“, das erste Buch einer neuen Reihe um den exzentrischen Strafverteidiger Stephan Glimm. Zurzeit arbeitet Krämer an einem Krimi im Rheinschifffahrtsmilieu.

Eintritt: 29 Euro inklusive herzhaften Gaumenfreuden.
Ort:
Zur Goldenen Krone, Brauergasse 2, 68526 Ladenburg.

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“Us2U” tritt beim “Nightgroove” auf.

Samstag, 12. November 2011, ab 19:00 Uhr, Innenstadt

Weinheim.Nightgroove“ – Kneipen-Musikfestival in Weinheim am 12. November mit 31 Bands und erstmals mit Marktplatz-Bühne. Wenn am Samstag, 12. November, wieder 31 Bands aller modernen musikalischen Stilrichtungen an einem Abend an 28 verschiedenen und dennoch nahe beieinander liegenden Orten der Zweiburgenstadt auftreten, dann gehört erstmals auch eine Bühne auf dem zentral gelegenen Marktplatz dazu – Open-Air im November! Von 19 Uhr bis 21 Uhr – gibt die Band „Eggmore and Friends“ vorm Alten Rathaus am Marktplatz die Festival-Eröffnung. Wie in den letzten Jahren ist der Marktplatz mit Feuertonnen illuminiert und biologisch beheizt.

Das Musikprogramm ist wieder enorm bunt und facettenreich. Pop, Rock, Beat, Folk, Soul, Reaggae, Salsa – Modernes und die Klassiker: Der „Nightgroove“ verbündet Generationen und Geschmäcker. Die meisten Konzerte beginnen um 20 Uhr und dauern einen vollen Abend bis 1 Uhr in der Nacht. Aber es gibt auch Verlängerung. Im Schlosskeller legt SWR-3-DJ Marcus Rebok bis 3 Uhr („Mehr Hits, mehr Kicks“) Platten auf, in der Alten Druckerei gibt es bis mitten in der Nacht „Funky Stuff“ mit „Us2U“, „Classic Rock“ und „Partycover“ dauern in der „Woinemer Hausbrauerei“ bis 3 Uhr, in den weithin bekannten Musik-Locations „Muddy-€™s Club“ (mit „Lava“) und „Café Central“ (mit Ngobo Ngobo) gibt es ebenfalls bis 2 Uhr nachts auf die Ohren.

Weitere Infos: www.nightgroove.de und www.weinheim.de.
Ort: Verschiedene Veranstaltungsorte in der Weinheimer Innenstadt.
Eintritt: Zentrale Abendkasse am Marktplatz.

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“Herzkeime” – ein musikalischer Theaterabend in der Alten Synagoge.

Sonntag, 13. November 2011, 18:00 Uhr, Alte Synagoge

Hirschberg. Zur Feier des 10-jährigen Jubiläums- der Wiedereröffnung der Ehemaligen Synagoge Leutershausen als Haus der Kultur und Begegnung laden am 13. November um 18 Uhr die Gemeinde Hirschberg und der Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Leutershausen ein. Gezeigt wird “Herzkeime” – ein Abend zwischen den Welten von Nelly Sachs und Selma Meerbaum-Eisinger. zum 10-jähriges Jubiläum.

“Herzkeime” ist ein musikalischer Theaterabend, der sich den beiden jüdischen Lyrikerinnen Selma Meerbaum-Eisinger und der Nobelpreisträgerin Nelly Sachs widmet. Er verbindet Schauspiel, Gesang und Film, in dem die emotionale Kraft der Bilder den gesungenen, gesprochenen Worten eine nachhaltige Dimension hinzufügt. Es ist ein poetischer Abend, ein Abstecher in die Welt des Liedes und der Lyrik, ein leiser Abend mit Schauspiel, Gesang und Bewegtbild.
Selma Meerbaum-Eisinger und Nelly Sachs verbindet nicht nur ihre jüdische Herkunft, sondern bei Beiden ist es die unerfüllte Liebe zu einem Mann, zu einem sehr frühen Zeitpunkt in ihrem Leben. Selma Meerbaum-Eisinger wurde nur 18 Jahre alt und Nelly Sachs war 17, als sie an dieser unerfüllten Liebe beinahe zerbrach und die fortan zur Quelle ihres dichterischen Werkes wurde.

Vor einer Folie einer transparenten Innen- und Aussenwelt steht die Schauspielerin Martina Roth im Dunkel, spielt, singt und spricht Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger und Nelly Sachs, vertont und an der Gitarre begleitet von Johannes Conen.

Ort: Alte Synagoge, Hauptstraße 27, Hirschberg.
Eintritt: frei, um eine Spende wird gebeten.

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Bis 18. November 2011, Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen

Jazzlegende Sonny Rollins.

Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen. Noch bis zum 18. November 2011 findet zum 13. Mal das Festival “Enjoy Jazz” in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen statt.

Das Konzert des legendären Jazzsaxophonisten Sonny Rollins gehört zu den zahlreichen Highlights des diesjährigen Festivalprogramms und wurde vom Enjoy Jazz-Publikum lang herbei gesehnt. Mit dem einzigen Deutschlandkonzert, das Rollins in diesem Jahr veranstaltet, erfüllt die BASF SE als Mitveranstalter des Konzerts den Fans des Festivals einen Herzenswunsch. „Das ist vielleicht der letzte der ganz Großen, der uns noch gefehlt hat“, so Festivalleiter Rainer Kern.

Weitere glanzvollen Programmpunkte von Enjoy Jazz: Stars wie Wayne Shorter, Nailah Porter, Aloe Blacc, Craig Taborn und viele andere.

Infos: Ausführliche Informationen zum Enjoy Jazz Programm und Tickets für die Veranstaltungen erhalten Sie unter www.enjoyjazz.de und an allen bekannten Vorverkaufskassen. Ergänzend dazu können Sie sich ebenfalls unter www.basf.de/kultur über die Konzerte der Trios von Colin Vallon und Pat Metheny im Rahmen von Enjoy Jazz 2011 informieren.

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Mitmachausstellung in Speyer.

Bis 29. Januar 2012, Historisches Museum der Pfalz

Speyer. Trutzige Ritterburgen, geheimnisvolle Klöster und die gigantische Dombaustelle, das sind Orte, die die jungen Besucher auf ihrer Reise ins Mittelalter im Jungen Museum aufsuchen.

Die Mitmachausstellung “Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter” für Kinder von 4 bis 12 Jahren bietet zahlreiche Erlebnisse zur mittelalterlichen Welt: Warum waren die mittelalterlichen Könige stets auf Reisen? Wer war der berühmteste Gefangene auf Burg Trifels? Welche Erfindungen wurden in Klöstern entwickelt? Wie baut man einen Dom? Welche Habseligkeiten gab es in einem Bauernhaus? Und wie ging es auf dem Markt einer mittelalterlichen Stadt zu?

In den lebendigen Inszenierungen mit vielen Spiel- und Mitmachmöglichkeiten geht es nicht nur spannend zu, sondern es wird auch noch mit Spaß gelernt. Es gibt eine Burg, die gestürmt werden kann und eine Dombaustelle, auf der die jungen Besucher sich als Baumeister erproben können.

Im Scriptorium stehen Feder und Tinte bereit und auf dem Marktplatz darf gehandelt und gefeilscht werden. Originale Alltagsgegenstände ermöglichen den direkten Blick auf das Mittelalter. Repliken und anregende Spielvorschläge vermitteln anschaulich Aspekte der mittelalterlichen Lebenswelt.

Ort: Historisches Museum der Pfalz Speyer, Domplatz 4, Speyer.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Dienstag, 1. November 2011, Allerheiligen, 10 bis 18 Uhr.

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Bis 29. April 2012, Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen

Ausstellung im rem: Schädelkult.

Mannheim. Weltweit erstmalig widmet sich die Mannheimer Ausstellung „Schädelkult“ der besonderen Bedeutung von Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen. Seit dem 2. Oktober 2011 bis 29. April 2012 stellen die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim anhand von über 200 Schädelfunden und Kopfpräparaten ein Menschheitsthema dar, das sich rund um den Globus in allen Kulturen und Zeiten wiederfindet.

Ob Jahrtausende alte Schädelschalen, kunstvoll geschmückte Kopfjägertrophäen oder religiös-verehrte Schädelreliquien, ob als Mahnmal der Vergänglichkeit oder als archäologische Sensation: „Schädelkult“ ist ein völker- und zeitübergreifendes Phänomen, das auf eine lange Kulturgeschichte zurückblicken kann. Zahlreiche nationale und internationale Institutionen, darunter das Musée de l-€™Homme in Paris, haben bereits Leihgaben für die Ausstellung zugesagt.

Siehe hierzu auch unsere Besprechung: “Immer einen kühlen Kopf bewahren.”

Ort: Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen, D5, 68159 Mannheim.
Öffnungszeiten: Di – So 11 – 18 Uhr.

 

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Jeden Montag gibt es Tipps und Termine aus unserem Berichtsgebiet und der Region. Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion. Wir übernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewählte Termine in unsere Übersicht “Diese Woche”:

Termine Heddesheimblog.de, Termine Hirschbergbog.de, Termine Ladenburgblog.de, Termine Weinheimblog.de. Und für Termine aus anderen Gemeinden an: Termine Rheinneckarblog.de.

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können hier auch gerne für sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

Über unsere Blogs erreichen Sie täglich bis zu 5.000 LeserInnen und Leser. Die Preisjury des Fachblatts MediumMagazin wählte uns Ende 2009 auf Platz 3 “Regionales” unter die “100 Journalisten 2009″.
Eine schöne Woche wünscht Ihnen
Die Redaktion

Gabis Kolumne

“Jein” ist keine Lösung, aber ein Ansatz

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Guten Tag!

Rhein-Neckar, 07. November 2011. Es gibt “Nein-Sager” und die ewigen “Ja-Sager” und zwar nicht nur in Indien. Und vielleicht gibt es auch einen Weg dazwischen, fragt sich Gabi.

Dieser Tage habe ich einen Bericht darüber gehört, dass Inder unglaublich hilfsbereit sind und deshalb auch eine Frage niemals mit „nein“ beantworten, denn das ist unhöflich und gegen die Gastfreundschaft.

Fragt man in Indien also nach dem Weg, ist es gleichgültig, ob der Gefragten ihn kennt oder nicht, er wird versuchen, eine Wegbeschreibung abzugeben.-  Folglich wird dem Fragenden in Indien stets geholfen und selbst, wenn er letztendlich in Katmandu und nicht am Taj Mahal ankommt. “Nein” sagen ist in Indien demnach absolut verpönt.

Filmplakat zum "Ja-Sager".

Die amerikanische Filmindustrie hat diesem Phänomen mit dem “Ja-Sager” sogar eine eigene Komödie gewidmet und schon Bertolt Brecht hat 1930 ein Lehrstück über den “Jasager” geschrieben.

Aber so weit muss man ja gar nicht gehen. Auch hier zu Lande, fällt vielen das „Nein“ sagen schwerer als das „Ja“ sagen und so kann die Frage, „kannst du mir einen Salat für meine Party machen“, in einen absoluten Stress ausarten. Denn selbst, wenn man weiß, dass man überhaupt keine Zeit hat, sagt man meistens „Klar, doch, gerne“, mit dem Resultat, man gerät in absolute Hektik und landet an der Kühltheke des Supermarktes.

Kürzlich fragte mich eine Freundin: „Kannst du mich heute Mittag eventuell vom Bahnhof abholen?“ Sofort antwortete ich: “Ja, gerne doch”, obwohl ich genau wusste, ich komme erst spät von der Arbeit nach Hause, die Kinder wollen etwas essen und zudem habe ich noch einen Arzttermin. Das Resultat war, ich geriet in Panik, wurde hektisch und übellaunig.

„Ich hoffe, du hattest nicht zu viel Stress.“

Als ich am Bahnhof ankomme, sieht meine Freundin-  meine Schweißperlen auf der Stirn und sagt: „Ich hoffe, du hattest nicht zu viel Stress.“ Und was antworte ich? Na, richtig, ich sage „Das war überhaupt kein Problem, das mache ich doch gerne“.

Das „Ja-Sagen“ wird spätestens dann fatal, wenn man Kinder hat. Das fängt im Kindergarten an, betrifft die Teilnahme jeglicher Freizeitaktivitäten und gipfelt in der Schulzeit.

Ich gehöre demnach prinzipiell immer zu den ersten, die bei Sommerfesten Kuchen backen und die sich in die Helferliste eintragen. Ich war Elternbeirätin – und das war keine Ehre, sondern eindeutig Pflichtprogramm -, hole meinen Halbwüchsigen nebst weiterer Kids nachts um drei Uhr nach einer Venedig-Exkursion vom Bus ab, bekoche spontan – “Mama, du hast doch nichts dagegen, ich habe noch ein paar Freundinnen zum Essen mitgebracht” – vier kichernde Teenager und trage mich immer ein, wenn Fahrdienste gesucht werden.

Und natürlich wissen auch meine Kinder, meine Freunde und mein Mann, dass ich es mit dem „Nein-sagen“ nicht so habe – und nutzen dies – so meine ich – schamlos aus.

Meistens reicht ein „Wenn-es-dir-zuviel-ist“ oder „ich-kann-es-auch-selbst-machen“ oder ein „es-wäre-toll-wenn-du-mir-helfen-könntest“ aus und ich stehe parat.

Wenn ich mich also kritisch betrachte, heißt das eindeutig, ich möchte gebraucht werden, ich möchte die Retterin in der Not sein, ich lechze nach „das-hast-du-toll-gemacht“.

Kürzlich habe ich mit einer Freundin über diesen Gen-Defekt gesprochen. Sie selbst bekennt sich freimütig zu den „Nein-Sagern“.

„Weißt du“, sagte sie, „wenn du „nein“ sagst, kannst du daraus auch noch ein „Ja“ machen, umgekehrt funktioniert das nicht. Also sage ich erst mal „Nein“ und warte dann ab.“

Das Resultat ist eindeutig, während sie abwartet, haben die „Ja-Sager“ schon längst ihre aktive Rolle übernommen und die „Nein-Sager“ können sich zurücklehnen, aufatmen und sagen: „Im Notfall hätte ich schon mitgemacht, aber ihr braucht mich ja nicht mehr“.

“Jein” – ein Kompromiss?

Bingo, so funktioniert das Spiel. Ich habe verstanden.

Das heißt, „Nein“ sagen und abwarten und der Kelch geht vorüber. Und wenn das alle machen, passiert gar nichts mehr. Alle sagen „Nein“, folglich alles stagniert.

Das kann also nicht die Lösung sein.

Der Kompromiss wäre also ein „Jein“. Aber das ist eigentlich nur ein irgendwo „Dazwischen“. Und zwischen zwei Stühlen sitzt es sich bekanntlich am Schlechtesten.

In letzter Zeit habe ich mir deshalb angewöhnt, erst mal tief Luft zu holen und mir eine Atempause zu gönnen, sprich, ich antworte nicht gleich und gestehe mir und meinem Gegenüber zu, dass ich mir meine Antwort überlegen kann, vor allem bei Spontan-Anfragen.

Das heißt, wenn mich spätabends mein Sohn anruft und fragt, kann ich bei XY übernachten, wenn mein Mann fragt, kannst heute Nachmittag für mich XY machen, wenn eine Freundin fragt, treffen wir uns am XY – ich muss es aber gleich wissen -, wenn meine Tochter fragt, können wir gleich ins Einkauszentrum fahren, um XY zu kaufen, wenn mein Chef sagt, ich müsste bis zum nächsten Tag XY erledigen, dann sage ich ganz entspannt: „Darüber muss ich noch nachdenken, fragt mich in einer halben Stunde noch mal.“

Oft klappt es, oft auch nicht. Aber ich arbeite daran. Und wenn ich mal nach Indien reise, werde ich mich nicht wundern, wenn ich in Katmandu lande und nicht am Taj Mahal, und vorsorglich werde ich mir eine Straßenkarte mitnehmen.

gabi

Der Widerstand gegen die Breitwiesen-Bebauung geht weiter – Gegner planen “kassierendes” Bürgerbegehren – die Zeit tickt


Darum gehts: Links in rot liegt das Gewann Breitwiesen. Hier soll Amazon ein riesiges Logistikzentrum planen. Rechts daneben liegt das Gewann Hammelsbrunnen, dessen Flächentausch der Gemeinderat am 19. Oktober 2011 beschlossen hatte. Bild: blogspot.breitwiesen.com

Weinheim, 04. November 2011. (red) Am 19. Oktober 2011 hat der Gemeinderat mehrheitlich den Flächentausch Hammelsbrunnen-Breitwiesen beschlossen. Die Gegner der Bebauung lassen nicht locker und haben nun ein Bürgerbegehren gestartet. Eine schwierige Aufgabe. Zudem ist unklar, ob überhaupt ein Bürgerbegehren möglich ist – spannend wird hierzu die Haltung der Verwaltung sein. Sie müssen innerhalb von sechs Wochen nach Bekanntgabe des Beschlusses genau 2.500 Stimmen sammeln. Es gibt viele Gerüchte – hier sind die Fakten.

Auf einer Pressekonferenz am Freitagmorgen gaben die Vorsitzenden des Bauernverbands, Fritz Pfrang und Karl Bär, sowie die Stadträtinnen Elisabeth Kramer (GAL) und Susanne Tröscher (CDU) und der Stadtrat und Landtagsabgeordnete Uli Sckerl (Bündnis90/Die Grünen) ihre Entscheidung bekannt.

Der Text des Bürgerbegehrens lautet:

Bürgerbegehren “Schützt die Weinheimer Breitwiesen“
Antrag:
Die Unterzeichnenden beantragen einen Bürgerentscheid über die Frage:
Sind Sie dafür, dass im Bereich „Breitwiesen“ die Ausweisung von Gewerbeflächen unterbleibt?
Begründung:
Der Gemeinderat der Stadt Weinheim hat sich am 19. Oktober 2011 für eine Änderung des Flächennutzungsplans ausgesprochen. Dadurch sollen im Bereich „Breitwiesen“ im Wege der Verschiebung von Gewerbeflächen wertvolle landwirtschaftliche Anbauflächen in Baugelände für gewerbliche Ansiedlungen umgewandelt werden. Die Entscheidung hat erhebliche Auswirkungen auf die städtebauliche Entwicklung, auf Stadtbild, Umwelt und Klima sowie für die Zukunft unserer Landwirte. Wegen dieser erheblichen Bedeutung soll die Entscheidung mittels eines Bürgerentscheids von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Weinheim getroffen werden.
Kostendeckung gem. § 21 Abs. 3 Satz 4 GemO: entfällt. Die Unterzeichnenden berechtigen die unten genannten Vertrauenspersonen, das benannte Bürgerbegehren zu vertreten und im Falle eines Kompromisses zurückzunehmen oder abzuändern, soweit dies für die Zulässigkeit erforderlich ist. Des Weiteren werden alle zukünftigen Unterzeichner des Bürgerbegehrens berechtigt, die auf dieser Liste bereits eingeschriebenen Daten einzusehen.

Das Bündnis gegen die Breitwiesen-Bebauung ist also überparteilich besetzt und wird von den Juristinnen Ingrid Hagenbruch und Andrea Reister unterstützt (bekannt aus dem “Bündnis für Weinheim”).

In einer ersten Unterschriftenaktion hatten die Breitwiesen-Gegner bereits knapp 2.000 Unterschriften als Protestnote gesammelt. Diese gelten nicht mehr – die erforderlichen 2.500 Unterschriften müssen neu auf den Listen zum Bürgerbegehren geleistet werden.

Sollte dies gelingen, kommt das Bürgerbegehren als Tagesordnungspunkt in den Gemeinderat. Der entscheidet über die Zulässigkeit. Wird diese bestätigt folgt ein Bürgerentscheid, bei dem 25 Prozent der wahlberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner ihre Stimme abgeben müssen. Ist dies der Fall, entscheidet die jeweilige Mehrheit über das Ergebnis auf eine “Ja/Nein”-Frage. Wird die Mehrheit nicht erreicht, trifft der Gemeinderat die letztgültige Entscheidung.

Überschrift der Unterschriftenliste für das Bürgerbegehren gegen die Breitwiesen-Bebauung

Fraglich ist, ob das Bürgerbegehren zulässig ist. Würde es es sich um einen “klassischen” Aufstellungsbeschluss handeln, wäre die Frage entschieden. Gegen einen solchen kann nach Auffassung des VGH Mannheim (Urteil “Rheinstetten”) nach der Gesetzeslage kein Bürgerbegehren und auch kein Bürgerentscheid stattfinden.

Hier gilt eine so genannte “Negativliste”.

§ 21
Bürgerentscheid, Bürgerbegehren

(1) Der Gemeinderat kann mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen aller Mitglieder beschließen, dass eine Angelegenheit des Wirkungskreises der Gemeinde, für die der Gemeinderat zuständig ist, der Entscheidung der Bürger unterstellt wird (Bürgerentscheid).

(2) Ein Bürgerentscheid findet nicht statt über

1. Weisungsaufgaben und Angelegenheiten, die kraft Gesetzes dem Bürgermeister obliegen,
2. Fragen der inneren Organisation der Gemeindeverwaltung,
3. die Rechtsverhältnisse der Gemeinderäte, des Bürgermeisters und der Gemeindebediensteten,
4. die Haushaltssatzung einschließlich der Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe sowie die Kommunalabgaben, Tarife und Entgelte,
5. die Feststellung des Jahresabschlusses und des Gesamtabschlusses der Gemeinde und der Jahresabschlüsse der Eigenbetriebe,
6. Bauleitpläne und örtliche Bauvorschriften sowie über
7. Entscheidungen in Rechtsmittelverfahren.

Man darf gespannt auf die Haltung von Oberbürgermeister Heiner Bernhard sein. Der hatte die Unterschriftenleister als “schlecht informierte Bürger” betitelt, die “gar nicht gewusst haben, was sie da unterschreiben” – aus Sicht der Gegner eine “Unerhörtheit”, wie Elisabeth Kramer betont.

Sicherlich wird rechtlich von der Stadt geprüft werden, ob der “Aufstellungsbeschluss” zu einer Änderung des Flächennutzungsplans gleichbedeutend mit einer “Bauleitplanung” ist. In der Zusammenfassung nennt die Stadt den Beschluss “Aufstellungsverfahren” und stellt den Sachverhalt so dar:

4. 8. Änderung des Flächennutzungsplans zur Vollziehung einer flächengleichen
Verschiebung gewerblicher Bauflächen vom Gewann „Hammelsbrunnen“ am
Kreiskrankenhaus in das Gewann „Breitwiesen“ nordöstlich des Autobahnkreuzes
Weinheim
hier: Aufstellungsbeschluss
Der Gemeinderat beschließt mehrheitlich:
Für die in der Anlage der Sitzungsvorlage gekennzeichneten Bereiche im Gewann „Hammelsbrunnen“ zwischen B 38, Westtangente und Mannheimer Straße sowie im Gewann „Breitwiesen“ nordöstlich des Autobahnkreuzes Weinheim und südlich des Brunnwegs wird die Aufstellung der 8. Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich „Hammelsbrunnen / Breitwiesen“ beschlossen. Ziel der Planung ist eine Verschiebung der gewerblichen Bauflächen vom Gewann „Hammelsbrunnen“ in das Gewann „Breitwiesen“. Eine sich aus städtebaulichen Erfordernissen ergebende Anpassung des des räumlichen Umgriffs der Flächennutzungsplanänderung bleibt vorbehalten.

Noch hat die Natur die Breitwiesen in der Hand - künftig soll hier ein riesiges Logistikzentrum für Amazon.de entstehen. Bild: breitwiesen.blogspot.com

Sollte die Stadt die Auffassung vertreten, dass es sich auch hierbei um einen “bauleitplanerischen” Aufstellungsbeschluss handelt, würde es brenzlig für Oberbürgermeister Heiner Bernhard. Der hatte mehrmals gegenüber dem Gemeinderat klar betont: “Durch diesen Beschluss ist noch gar nichts entschieden.” Sollte dem nicht so sein, wäre das eine glatte Lüge in aller Öffentlichkeit gewesen.

Fest steht, dass der OB den Flächentausch unter Druck durchbekommen wollte – eine mehr als fragwürdige Entscheidung.

Die Bürgerinitiative jedenfalls gibt sich entschlossen und klagebereit: “Rheinstetten ist ein anderer Fall, sagen unsere juristischen Berater. Wir sind guter Hoffnung, dass wir mit einer Klage durchkommen. Aber darum geht es jetzt nicht – sondern um 2.500 Stimmen für ein Bürgerbegehren. Das ist ein demokratisches Verfahren und wir sind sehr gespannt, wie die Verwaltung darauf reagiert”, sagte Elisabeth Kramer auf unsere Anfrage hin.

Eine erste Stellungnahme kam sehr flott kurz vor 13:00 Uhr:

“Die Stadtverwaltung Weinheim respektiert selbstverständlich die Bemühungen, über ein Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Ein solcher Weg ist ja ausdrücklich in der Gemeindeordnung vorgesehen und daher auch das gute Recht jedes Bürgers. Da die Zulassung eines solchen Bürgerentscheides im Gesetz genau geregelt ist, wird es die Aufgabe der Stadtverwaltung sein, diese Kriterien auch genau zu prüfen. Das kann aber erst geschehen, wenn das Bürgerbegehren vorliegt, bzw. wenn die erforderliche Zahl von Unterschriften erreicht ist.”

Unverständlich ist, wieso die Initiatoren sich selbst angesichts der in der Verfassung genannten sehr kurzen Frist von sechs Wochen selbst beschränken:

” richtet es sich gegen einen Beschluss des Gemeinderats, muss es innerhalb von sechs Wochen nach der Bekanntgabe des Beschlusses eingereicht sein. “

Sechs Wochen sind genau sechs Wochen. Kein Tag mehr, keiner weniger. Das ist die Frist, die gilt, bis zum Ablauftag 24:oo Uhr nachts. Der Beschluss wurde am 19. Oktober gefasst. Wäre er am 20. Oktober 2011 verkündet worden, wäre das der “Starttag” laut “Bekanntmachungssatzung” der Stadt Weinheim:

“§ 1
Form der öffentlichen Bekanntmachungen
1. Öffentliche Bekanntmachungen der Stadt Weinheim ergehen, soweit gesetzliche Vorschriften nichts anderes bestimmen, durch einmaliges Einrücken des vollen Wortlautes der Bekanntmachungen in den „Weinheimer Nachrichten“.
2. Als Tag der Bekanntmachung gilt der jeweilige Ausgabetag der „Weinheimer Nachrichten“.”

Der “Zieltag” wäre demnach Donnerstag, der 1. Dezember 2011, 24 Uhr nachts. Die Initiatoren rufen aber zur Stimmabgabe bis zum 28. November 2011 auf und “verschenken” damit volle drei Tage der insgesamt sehr kurzen Frist.

Nach unserer vorläufigen Recherche ist der Beschluss noch nicht veröffentlicht worden. Dies konnten wir aber nur nicht gesichert feststellen – sobald wir genaue Kenntnis einer eventuell bereits vorgenommenen Veröffentlichung haben, korrigieren wir diese Stelle. Sollte es zutreffen, dass es noch keine Veröffentlichung gegeben hat, würde die Frist mindestens bis 17. Dezember 2011 laufen.

Dem Weinheimblog.de gegenüber bestätigte Oberbürgermeister Heiner Bernhard vor kurzem, dass das amerikanische Versandhaus Amazon.de Interesse angemeldet habe. Die Rede ist von einem 20 Hektar großen Logistikzentrum.

Durch den Flächentausch würden im Gewann Breitwiesen rund 42,5 Hektor Gewerbegebiet entstehen können. Die Landwirte um Fritz Pfrang und Karl Bär geben sich kämpferisch: Rund 7,8 Hektar verstreutes Gelände im Gewann gehört Bauern, die angeblich nicht verkaufen wollen. Das dautet auf eine schwierige und lange Auseinandersetzung hin.

Unsere Anfrage bei Amazon und eine Gesprächsbitte vom 25. Oktober 2011, beantwortete die Pressestelle heute, elf Tage später, spartanisch kurz:

“Amazon hat zu diesem Thema keinerlei Veröffentlichung vorgenommen, daher kann ich Sie hier leider nicht unterstützen. Wir bitten um Verständnis, dass wir zu Spekulationen keine Stellung nehmen.”

Spekuliert wird unter anderem auch, ob Amazon eventuell Interesse an dem unter großem Widerstand mittlerweile entwickelten Heddesheimer “Pfenning”-Gebiet haben könnte (siehe aktuell 366 Artikel dazu auf dem heddesheimblog.de).

Dort wurde 2009 die Planung für ein 20 Hektar großes Logistikgelände bekannt. Der Streit darum hat den Ort in zwei Lager gespalten. Versprochen wurden Arbeitsplätze und erhebliche Gewerbesteuerzahlungen. Im Herbst 2010 wurde der Bebauungsplan verabschiedet. Bislang gibt es allerdings keinerlei Anzeichen von Bauaktivitäten.

Im Gegensatz zu Weinheim hatten Heddesheimer Bauern und Bauernfamilien ihre Grundstücke dort klaglos- für 47 Euro/Quadratmeter an die “Phoenix 2010 GbR” der Viernheimer Unternehmer Karl-Martin Pfenning (“pfenning logistics”) und Johann Georg Adler (Immobilien) verkauft. Das Gelände soll laut Heddesheimer Landwirten “einer der besten Böden” sein.

Weitere Infos:

Die Initiative informiert auf einem Blog.

Der BUND auf seiner Homepage.

Unterschriftenlisten liegen hier aus:
Fritz Pfrang auf dem Bauernmarkt
Café Wolf am Rodensteiner Brunnen
Buchhandlung Hukelum am Rodensteiner Brunnen, Hauptstraße 21
Bauernhof Raffl / Törggelestube
Bauernladen Rauch, Bertleinsbrücke

Jeden Samstag vom 05. bis zum 26. November 2011 will die Initiative zudem an der Reiterin Unterschriften sammeln.

Für den Moment ein großer Star


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Kleine Zirkusmeister ganz groß in der alten Turnhalle!

Hirschberg, 04. November 2011. (red/js) “Mach mit” heißt die Aufforderung des Ferien-Kinderzirkus in Hirschberg. Für die einen ist es Entlastung der Eltern für die anderen ein unglaublicher Spaß und das in den Herbstferien. Vom 02. November bis heute, zum 04. November wurde mit siebzehn Kindern eine erneute “Zirkus”-Woche gestartet. Die Idee dazu entwickelten Barbara Salomon-Jonas, Leiterin des wöchentlichen Zirkus des TVG Großsachsen und der SG Leuthershausen sowie Bernd Lauterbach, Leiter des Hirschberger Familienbüros. Sie bieten in den Oster- und Herbstferien Kinderunterhatung an. Die Kinder werden dabei aber nicht nur beschäftigt, sondern lernen dabei Choreografien und Figuren, die sie am Ende der Übungstage stolz ihren Verwandten vorführen können.

Von Jennifer Siegert

Am Ende sieht man nur noch ein Gewusel von aufgeregten Kindern. Jedes gerade dabei, die Angehörigen zu suchen, strahlend und strotzend vor Stolz. Von allen Seiten hört man immer wieder ein “Das hast du aber gut gemacht” oder: “Ich wusste gar nicht, dass du so etwas kannst.” Und dabei immer lachende Gesichter. So endete in der Alten Turnhalle Großsachsen der diesjährigen Herbstferien der “Mit-Mach-Zirkus” nach einer dreiviertelstündigen Vorführung. Nicht alles ging glatt, doch trotzdem überwiegt die Freude und der Stolz über die gemachte Zirkusaufführung.

Bevor es einen jubelnden Applaus für die Leistung der Kinder und des Betreuerteams gab, wird auf einem Stahlseil balanciert. Jedes Kind geht gekonnt, aber konzentriert vorsichtige Schritte auf dem Seil. An einer Hand geführt durch Sarah Bohl, die derzeit ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) beim Familienbüro absolviert. Vertrauen und Mut spielen hier eine große Rolle.

Für den Moment ein großer Star.

Dann schweben Kinder auf einem fliegenden Trapez. Sie bilden mit Hilfestellungen auf dieser wackeligen Stange ausgefallene Figuren. Jubel und Klatschen der Eltern, Geschwister, Omas und Opas. Blitzlichtgewitter. Einen kurzen Moment ist jeder der Kleinen ein großer Star.

Hebe- und Standfiguren, Seilspringen, Bändertanz während eines Balance-Aktes, Einrad fahren, Tellerdrehen, Ringewerfen, Jonglieren, Bodenturnen. Die Aufführung wird bunt gestaltet, immer wieder passiert eine kleine Ungeschicklichkeit, doch wen kümmert das schon?

So etwas zustande zu bringen, ist jedoch nicht einfach. Es braucht Geduld und vor allem Zeit. Zeit für die Leiterin Barbara Salomon-Jonas und für deren Helfer Sarah Bohl, Björn Vollmer, Viona Vollweiter und Josha Lauterbach, die sich für die gute Sache einsetzten.

Viona Vollweiter war selbst Mitglied der wöchentlichen Zirkusgruppe des TVGG und SGL und kam somit dazu ähnliche Möglichkeiten für Kinder anzubieten.

Die Zirkuswoche steht Vereinsmitgliedern und Nicht-Mitgliedern zur Verfügung.

Das nächste Zirkusprogramm startet in den Osterferien, wenn es wieder heißt: Manege frei und Vorhang hoch für den “Mit-Mach-Zirkus”.

Viel Freude an den Fotos!

Anmerkung der Redaktion:
Die Autorin Jennifer Siegert (17) absolviert zur Zeit ein Schülerpraktikum bei uns. Die Heddesheimerin besucht in Mannheim ein Gymnasium.

Plakatabreißer zeigen fragwürdige Haltung und müssen mit Strafe rechnen


"Trauriger Anblick" und "trauriger Einblick" in die verkorkste Haltung von Dummköpfen

Rhein-Neckar/Heddesheim, 03. November 2011. (red/js) Derzeit sind überall in den Kommunen Plakatwände aufgestellt worden. Parteien und Gruppierungen können auf diesen für oder gegen “Stuttgart 21″ werben. Doch nicht jeder kann und will die Meinung anderer akzeptieren. Immer wieder kommt es zu Sachbeschädigungen – Plakate werden abgerissen oder besprüht. Die Sachbeschädigung ist kein “Spaß” und kann hart bestraft werden.

Die Proteste gegen Stuttgart 21 haben tatsächlich etwas bewegt. Engagierte Menschen in ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus haben einen weitreichenden politischen Entschluß erfolgreich in Frage gestellt. Zum Projekt Stuttgart 21 wird es am 27. November 2011 eine Volksabstimmung geben.

Gegner und Befürworter sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. “Beide Parteien” können auf Plakatwänden in den Kommunen für “ihre Sache” die verschiedenen Standpunkte und Argumente öffentlich machen.

Immer wieder kommt es jedoch vor, dass Plakate verschmutzt oder entwendet werden. Nein-Sager wollen das Ja nicht akzeptieren und umgekehrt. Sind sich die intoleranten Sachbeschädiger ihrer Straftat bewusst, die da gerade mal eben so im Vorbeilaufen begannen wird?

Aus Sicht der Polizei handelt es sich um ein “Offizialdelikt”.

Bei Beschmutzung und Zerstörung von Wahlplakaten ist die Polizei verpflichtet, zu ermitteln.

Dies gilt, sobald das Delikt registiert wurde. Die strafrechtliche Verfolgung geschieht also unabhängig davon, ob es einen Betroffenen gibt, der Anzeige erstattet. Zusätzlich kann es zu einer Anzeige durch einen Betroffenen oder einer unbetroffenen Person kommen. Eine Anzeige kann dabei nicht mehr zurückgenommen werden, da es Amts wegen die Verpflichtung zur Verfahrenseinleitung gibt.

In den folgenden Paragraphen nach Strafgesetzbuch (StGB) ist die Gesetzeslage dazu geregelt:

Paragraph 303 regelt Strafmaß und Definition der Straftat bei generellen Sachbeschädigungen. Hierbei sieht die Justiz eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe vor.

§303 – Sachbeschädigung

(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.
(3) Der Versuch ist strafbar.

Die “gemeinschaftseinbezogene Sachbeschädigung” kann sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren Haft oder eine Geldstrafe zufolge haben.

§304 – Gemeinschädliche Sachbeschädigung

(1) Wer rechtswidrig Gegenstände der Verehrung einer im Staat bestehenden Religionsgesellschaft oder Sachen, die dem Gottesdienst gewidmet sind, oder Grabmäler, öffentliche Denkmäler, Naturdenkmäler, Gegenstände der Kunst, der Wissenschaft oder des Gewerbes, welche in öffentlichen Sammlungen aufbewahrt werden oder öffentlich aufgestellt sind, oder Gegenstände, welche zum öffentlichen Nutzen oder zur Verschönerung öffentlicher Wege, Plätze oder Anlagen dienen, beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer in Absatz 1 bezeichneten Sache oder eines dort bezeichneten Gegenstandes nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.
(3) Der Versuch ist strafbar.

Aber zu einem solchen Verhalten zählen nicht nur die juristischen Folgen. Das Zerreißen und Beschmieren von Partei- oder Wahlplakaten zeigt eine mehr als fragwürdige “Haltung”.

Es ist das Zeichen der Intoleranz anderer Standpunkte und der Respektlosigkeit vor anderen Meinungen. Also genau das Gegenteil von dem, was Demokratie eigentlich ausmacht.

Sollte das politische Wirken also derzeit nicht eher einen fairen Wettbewerb der Positionen der Menschen, als einen unerhenhaften Wettbewerb der Zerstörung und Sachbeschädigung darstellen?

Somit bleibt auch jenseits aller Paragraphen die Frage, ob das eigene Verhalten einer demokratischen Haltung und einem respektvollen Umgang miteinander entspricht – oder nicht.

Anmerkung der Redaktion:
Die Autorin Jennifer Siegert (17) absolviert zur Zeit ein Schülerpraktikum bei uns. Die Heddesheimerin besucht in Mannheim ein Gymnasium.

In eigener Sache: Schöne Herbstferien – wir renovieren!


Rhein-Neckar, 31. Oktober 2011. (red) Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern schöne Herbstferien! Wir nutzen die “nachrichtenarmen” Tage, um aufzuräumen. Und wir arbeiten an einem neuen Layout. Lassen Sie sich überraschen!

Unsere Berichterstattung setzen wir fort – bedingt durch technische Arbeiten kann diese aber eingeschränkt sein. Wie gewohnt werden Sie trotzdem kritische und hintergründige Artikel lesen können.

Während Zeitungen hier im Raum ihre Abo-Preise mal eben deutlich ohne Gegenleistung erhöhen, investieren wir in unser Produkt. Unsere Berichterstattung ist für Sie kostenfrei – sie ist aber nicht kostenlos. Ganz im Gegenteil.

Deswegen werden wir Sie in naher Zukunft bitten, unsere Arbeit zu honorieren. Freiwillig – so wie Sie können und möchten.

Hardy Prothmann ist freier Journalist und verantwortlich für die Lokalberichterstattung für die "Blogs" in Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim, Weinheim und Rhein-Neckar. Sein Team umfasst elf Mitarbeiter, die aktuell, hintergründig, kritisch und unabhängig in Wort und Bild berichten.

Unser neues Layout wird für Sie einfacher zu nutzen sein.

Ganz sicher werden Sie sich umgewöhnen und neu orientieren müssen, aber wir haben lange überlegt und geprüft – es wird zu Ihrem Vorteil sein.

Denn das ist unser Ziel: Zutreffend zu informieren, meinungsstark zu kommentieren und kritisch zu hinterfragen. Wir bieten eine unabhängige, flexible und innovative Berichterstattung. Deswegen wächst unsere Leserschaft zunehmend (täglich mehr als 5.000), während die Monopolzeitungen seit langem Leser verlieren.

Unseren Anzeigenkunden werden wir bessere Möglichkeiten zur Bewerbung ihrer Produkte und Dienstleistungen bieten können. Darüber freuen wir uns sehr, denn diese Einnahmen finanzieren unser Arbeit mit und unsere Kunden vertrauen wie die Leserinnen und Leser unserer engagierten Arbeit.

Wir bitten alle Leserinnen und Leser um entsprechende Aufmerksamkeit. Denn wir wählen auch hier Qualität: Sexanzeigen oder dubiose Kreditvermittler sind vielleicht bei Anzeigenblättern und lokalen Zeitungen “beliebte” Kunden – nicht so bei uns.

Wir achten auch hier auf Qualität. Wir bieten unseren Werbekunden gerne unsere Fläche, weil sie hier ein seriöses Umfeld finden und eine hohe Aufmerksamkeit kritischer Leserinnen und Leser, die sich auch gerne mit Kommentaren “einmischen” – was wir sehr begrüßen.

Sofern Sie Urlaub machen können, wünschen wir beste Erholung. Wir arbeiten derweil an unserem neuen Auftritt und hoffen auf Ihre Meinung. Sie können wie gewohnt kommentieren. Sie können uns anrufen oder per email Ihre Meinung sagen.

Der Umstieg auf das neue Layout wird einige Veränderungen bringen und wir hoffen, dass Sie mit uns zufrieden sind und uns weiterempfehlen. Im Gespräch, in Facebook, per Twitter – wie Sie möchten.

Wenn Sie Verbesserungsvorschläge haben, sind wir “ganz Ohr” – selbstverständlich. Unser “Blogs” leben davon – vom Austausch mit den Leserinnen und Lesern und einer neuen Form von Journalismus. Nicht umsonst gelten wir in der Medienbranche als eines der interessantesten Projekte seit Jahren.

Über 250 Berichte zum “heddesheimblog” als “Prinzip” und seinen Machern in allen Medien, darunter “großen” wie der Süddeutschen, FAZ, Spiegel, Deutschlandradio usw. sind ausreichende Belege für das Potenzial und die überregionale Wertschätzung unserer Lokalberichterstattung.

Darauf sind alle Beteiligten stolz – vor allem auch darauf, dass so viele Leserinnen und Leser mitwirken. Mit Tipps, mit Hinweisen, mit Informationen, mit Kommentaren.

Deswegen bedanken wir uns ganz herzlich dafür und freuen uns auf spannende Zeiten.

Ihr Hardy Prothmann und das Team der “rheinneckarblogs”

hardyprothmann

Diese Woche: Tipps und Termine

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Tipps und Termine für den 31. Oktober bis 6. November 2011. Jeden Montag erscheinen unsere Veranstaltungstipps für die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Termine finden Sie ins unseren Kalendern für Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim, Weinheim und Rhein-Neckar.

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Montag, 31. Oktober 2011, ab 17:00 Uhr, Luisenpark

Hallowwen im Luisenpark.

Mannheim. Gespenster, Hexen und Teufelchen aufgemerkt: Im Mannheimer Luisenpark wird am 31. Oktober ordentlich „gegruselt“! Die Halloween-Tradition hat seit einigen Jahren auch das „alte Europa“ erfasst und ist in Deutschland mittlerweile zum beliebten Herbstfest geworden. Auch im Luisenpark wird natürlich kräftig gefeiert: Vom Haupteingang, Friedensplatz des Luisenparks führen an diesem Tag echte beleuchtete Kürbisse die kleinen und großen Besucher zu den vielfältigen Attraktionen. Auf kleine Hexen, Große Magier und gruselige Geister wartet ein schaurig-schönes Mitmachprogramm. In Zelten, Gruften und Särgen gibt es von Haupteingang über Freizeithaus bis hin zum Burgspielplatz, eine Route, auf der auch die Halloween-Bahn in diesem Jahr wieder fährt, viel zu entdecken: Puppenspieler, Gruselmärchen-Erzähler, eine Zauberstrickleiter, Feuerschlucker und -Jongleure oder auch eine Wahrsagerin sind mit dabei.

Stärkung gibt-€™s bei Kürbissuppe in der Festhalle Baumhain: Dort „rockt“ die Kinder-Party-Rock-Band „Spunk“, so dass auch bei Schlechtwetter hüpfen, Halloween stilecht gefeiert werden kann.

Ort: Luisenpark, Mannheim..
Eintritt: Parkeintritt.

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Donnerstag, 3. November 2011, 20:00 Uhr, Stadthalle

“Der Vetter aus Dingsda” – Szenenfoto.

Weinheim. Die Kulturgemeinde zeigt den “Vetter aus Dingsda”, eine Operette von Eduard Künneke mit der Operettenbühne Heinz Hellberg Wien, Konzertdirektion Schutte München.

Eduard Künneke erzielte mit seinem „Vetter aus Dingsda“ 1921 auf Anhieb einen Welterfolg. Das Werk besticht durch seine Situationskomik mit allerlei turbulenten Verwicklungen und Verwechslungen um zwei Liebespaare. Künneke verbindet dabei schwungvolle und schmissige Tanzrhythmen mit lyrischen Momenten, er begeistert mit spritzigen Ensembleszenen, die von den Modetänzen der 20er-Jahre geprägt sind, genauso wie mit höchst empfindsamen musikalischen Momenten. Nicht umsonst wird der „Vetter“ gegenwärtig an großen Häusern wie der Wiener Volksoper oder der Komischen Oper Berlin gespielt. Weltberühmt wurden u.a. die Hits „Ich bin nur ein armer Wandergesell“, „Sieben Jahre lebt’ ich in Batavia“ oder „Der Roderich, der Roderich“. Heinz Hellbergs Inszenierungen sprühen nur so vor Charme und Spielfreude. Ein erstklassiges österreichisches Solistenensemble steht für musikalische und darstellerische Qualität, die prachtvollen Kostüme der Österreichischen Bundestheater, stilvolle Bühnenbilder und das glänzende Orchester tun ihr übriges, die Schätze der Operette immer wieder zum Blühen zu bringen.

Karten: Geschäftsstelle der Kulturgemeinde Weinheim, Stadthalle, Telefon: 06201 / 12282, Telefax: 06201 / 185288, eMail: theater@kulturgemeinde.de. Die Kasse (Tel. 06201/12282) ist jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Dort erfolgt nur der Verkauf zur jeweiligen Vorstellung.

Ort: Birkenauertalstr. 1, Weinheim.

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Freitag, 4. November 2011, 18:00 Uhr, Marktplatzbrunnen

Fackelführung für Kinder.

Weinheim. Im Schein züngelnder Fackeln zieht die Gruppe durch die romantische Altstadt, bewundert vom Amtshausplatz aus die schemenhaft beleuchteten Burgen, erfährt wie man einst Ritter werden konnte und lauscht der Sage vom „Burgschatz auf der Windeck“. So kann man sich eine Szene vorstellen aus der Weinheimer Fackelführung für Kinder, die jetzt wieder am Freitag, 4. November, angeboten wird.

Stadtführer Franz Piva wird die neugierigen Kinder zu den spannendsten Plätzen der Stadt führen und kindgerecht Geschichten erzählen, wie es früher war – oder auch gewesen sein soll. Im Schlosshof wählen die Kinder in der Rolle des Kurfürsten den Kaiser, tauchen ein in den dunklen Schlosspark, direkt in die Räuberhöhle und erfahren vom „Schwarzen Hund am Obertor“ der, wie eine alte Sage berichtet, den Anlass zur Pflanzung der alten Libanonzeder gab. Der tiefe Brunnen im Bandgässchen, sowie der Hexenturm sind weitere Stationen, ehe der abendliche Rundgang nach rund zwei Stunden am Marktplatz endet. Die Führung vermittels Geschichte und lässt Sagen aus längst vergangenen Zeiten wieder aufleben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Info:
Schulkinder bis zwölf Jahre 4 Euro, Begleitperson 4 Euro. Die Mitnahme von Taschenlampen wird empfohlen. Nur mit Voranmeldung buchbar bei Stadt- und Tourismusmarketing Weinheim, Telefon 06201-874450, e-mail: info@weinheim-marketing.de. Dauer der Führung etwa 1,5 Stunden.
Ort: Marktplatzbrunnen, Weinheim.

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Freitag, 5. November 2011, 19:30 Uhr, Bürgerhaus

Theater mit dem Heddesheimer Mundarttheater “Lellebollem” e. V.

Heddesheim. Das Heddesheimer Mundarttheater “Lellebollem” e. V. zeigt das Stück “Wer krank ist, muss kerngesund sein!”.

Die Komödie in 3 Akten von Uschi Schilling spielt im Büro des zerstreuten Professors einer Klinik, in der allerhand merkwürdige Dinge geschehen. Von „tickenden“ Patientenbäuchen über verschwundene Patientenakten und im Moorbad vergessene Kassenpatienten bis hin zu Chefärzten, die angeblich von der italienischen Mafia verfolgt werden.

Wenn dann allerdings noch die Liebe und die Rachegelüste diverser Angestellter mit hinzu kommen, bleibt kein Auge von (Lach)Tränen verschont.

Weitere Vorführungen am Samstag, 6. November, Sonntag, 7. November, und am Montag, 8. November.

Eintritt: 9 Euro, Vorverkauf Beindstr. 8.

Ort: Bürgerhaus Heddesheim großer Saal, Unterdorfstraße 2, großer Saal, Heddesheim.

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Ausstellung im Viernheimer Kunsthaus.

Freitag, 4. November 2011, 19:00 Uhr, Kunsthaus

Viernheim. Das Viernheimer Kunsthaus zeigt unter dem Titel “Wilde Zeiten” Fotografien von Günter Zint.

Die Beatles und Jimi Hendrix im legendären Hamburger Star-Club, Studentenproteste in Paris und Berlin, Ostermärsche und Anti-Atomkraft-Demonstrationen, Mauerfall und deutsche Einheit – der Fotograf Günter Zint dokumentiert deutsche Zeitgeschichte – engagiert, kritisch, nie unbeteiligt.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freutag, den 4. November um 19 Uhr statt. Bürgermeister Matthias Baaß wird begrüßen und anschließend erzählt Günter Zint selbst über seine Arbeit.

Die Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit der Stadt Viernheim und dem Kunsthaus Viernheim in Kooperation
mit dem Kunstverein Viernheim, ist bis zum 3. Dezember 2011 zu sehen.

Ort: Kunsthaus Viernheim, Rathausstr. 36, 68519 Viernheim.

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Bis 18. November 2011, Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen

Jazzlegende Sonny Rollins.

Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen. Vom 2. Oktober bis zum 18. November 2011 findet zum 13. Mal das Festival “Enjoy Jazz” in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen statt.

Das Konzert des legendären Jazzsaxophonisten Sonny Rollins gehört zu den zahlreichen Highlights des diesjährigen Festivalprogramms und wurde vom Enjoy Jazz-Publikum lang herbei gesehnt. Mit dem einzigen Deutschlandkonzert, das Rollins in diesem Jahr veranstaltet, erfüllt die BASF SE als Mitveranstalter des Konzerts den Fans des Festivals einen Herzenswunsch. „Das ist vielleicht der letzte der ganz Großen, der uns noch gefehlt hat“, so Festivalleiter Rainer Kern.

Weitere glanzvollen Programmpunkte von Enjoy Jazz: Stars wie Wayne Shorter, Nailah Porter, Aloe Blacc, Craig Taborn und viele andere.

Infos: Ausführliche Informationen zum Enjoy Jazz Programm und Tickets für die Veranstaltungen erhalten Sie unter www.enjoyjazz.de und an allen bekannten Vorverkaufskassen. Ergänzend dazu können Sie sich ebenfalls unter www.basf.de/kultur über die Konzerte der Trios von Colin Vallon und Pat Metheny im Rahmen von Enjoy Jazz 2011 informieren.

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Mitmachausstellung in Speyer.

Bis 29. Januar 2012, Historisches Museum der Pfalz

Speyer. Trutzige Ritterburgen, geheimnisvolle Klöster und die gigantische Dombaustelle, das sind Orte, die die jungen Besucher auf ihrer Reise ins Mittelalter im Jungen Museum aufsuchen.

Die Mitmachausstellung “Burg Drachenfels – Reisen ins Mittelalter” für Kinder von 4 bis 12 Jahren bietet zahlreiche Erlebnisse zur mittelalterlichen Welt: Warum waren die mittelalterlichen Könige stets auf Reisen? Wer war der berühmteste Gefangene auf Burg Trifels? Welche Erfindungen wurden in Klöstern entwickelt? Wie baut man einen Dom? Welche Habseligkeiten gab es in einem Bauernhaus? Und wie ging es auf dem Markt einer mittelalterlichen Stadt zu?

In den lebendigen Inszenierungen mit vielen Spiel- und Mitmachmöglichkeiten geht es nicht nur spannend zu, sondern es wird auch noch mit Spaß gelernt. Es gibt eine Burg, die gestürmt werden kann und eine Dombaustelle, auf der die jungen Besucher sich als Baumeister erproben können.

Im Scriptorium stehen Feder und Tinte bereit und auf dem Marktplatz darf gehandelt und gefeilscht werden. Originale Alltagsgegenstände ermöglichen den direkten Blick auf das Mittelalter. Repliken und anregende Spielvorschläge vermitteln anschaulich Aspekte der mittelalterlichen Lebenswelt.

Ort: Historisches Museum der Pfalz Speyer, Domplatz 4, Speyer.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Dienstag, 1. November 2011, Allerheiligen, 10 bis 18 Uhr.

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Bis 29. April 2012, Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen

Ausstellung im rem: Schädelkult.

Mannheim. Weltweit erstmalig widmet sich die Mannheimer Ausstellung „Schädelkult“ der besonderen Bedeutung von Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen. Seit dem 2. Oktober 2011 bis 29. April 2012 stellen die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim anhand von über 200 Schädelfunden und Kopfpräparaten ein Menschheitsthema dar, das sich rund um den Globus in allen Kulturen und Zeiten wiederfindet.

Ob Jahrtausende alte Schädelschalen, kunstvoll geschmückte Kopfjägertrophäen oder religiös-verehrte Schädelreliquien, ob als Mahnmal der Vergänglichkeit oder als archäologische Sensation: „Schädelkult“ ist ein völker- und zeitübergreifendes Phänomen, das auf eine lange Kulturgeschichte zurückblicken kann. Zahlreiche nationale und internationale Institutionen, darunter das Musée de l-€™Homme in Paris, haben bereits Leihgaben für die Ausstellung zugesagt.

Siehe hierzu auch unsere Besprechung: “Immer einen kühlen Kopf bewahren.”

Ort: Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen, D5, 68159 Mannheim.
Öffnungszeiten: Di – So 11 – 18 Uhr.

 

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Jeden Montag gibt es Tipps und Termine aus unserem Berichtsgebiet und der Region. Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion. Wir übernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewählte Termine in unsere Übersicht “Diese Woche”:

Termine Heddesheimblog.de, Termine Hirschbergbog.de, Termine Ladenburgblog.de, Termine Weinheimblog.de. Und für Termine aus anderen Gemeinden an: Termine Rheinneckarblog.de.

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können hier auch gerne für sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

Über unsere Blogs erreichen Sie täglich bis zu 5.000 LeserInnen und Leser. Die Preisjury des Fachblatts MediumMagazin wählte uns Ende 2009 auf Platz 3 “Regionales” unter die “100 Journalisten 2009″.
Eine schöne Woche wünscht Ihnen
Die Redaktion

“Niedriges Bildungsniveau” bei Schlecker-Kunden? Unternehmensbrief sorgt für Ärger und Unverständnis


Der neue Slogan "For you. Vor Ort." soll "niedrigere und mittlere Bildungsniveaus" ansprechen. Dazu zählt Schlecker 95 Prozent seiner Kunden, so Unternehmensprecher Florian Baum in einer ersten Reaktion auf Kritik am denglischen (deutsch-englischen) Werbespruch. Foto: soso

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 29. Oktober 2011. Ein bislang nicht bekannter Briefschreiber beschwert sich bei Schlecker über den neuen Werbe-Slogan “For you. Vor Ort”. Der Unternehmenssprecher Florian Baum antwortet auf diesen Brief und sorgt mit seiner Antwort für das, was man gut und gerne einen Kommunikationsgau nennen kann. Danach haben die meisten Schlecker-Kunden ein “niedriges bis mittleres Bildungsniveau”. Das Unternehmen versucht sich nun in Schadensbegrenzung.

Von Hardy Prothmann

Bekannt wurde der Brief durch die Fachzeitschrift “Deutsche Sprachwelt”, die das Schreiben zugespielt bekommen und veröffentlicht hatte. Daraufhin entwickelte sich im Internet ein “Shitstorm” – eine wütende Kettenreaktion mit Kritik am Unternehmen. (Hier Reaktionen auf Twitter.)

Wie man die Antwort von Schlecker-Sprecher Florian Baum zu werten hat, bleibt jedem selbst überlassen. Sehr viele Kundinnen und Kunden haben sich aber mehr als geärgert.

In einer Antwort auf eine Kritik am neuen Werbe-Slogan “For you. Vor Ort” schreibt Baum, dass er persönlich die Kritik verstehen kann. Immerhin ist er “Geisteswissenschaftler” und fühlt sich dem “Sprachgebrauch der Latinitas verpflichtet” – sprich, persönlich würde er so einen Slogan nicht verwenden.

Aus Unternehmenssicht aber schon. Und dafür liefert er eine Begründung, die wenig schmeichelhaft für die Kundinnen und Kunden ist:

“Das Motto sollte die durchschnittlichen Schlecker-Kunden, die niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind, ansprechen.”

Und weiter:

“Die Zielgruppe unseres Werbeslogans sind auch nicht die vielleicht 5 Prozent der Bevölkerung, zu denen Sie und Ihre Mitunterzeichner gehören (nämlich promovierte Akademiker, Philologen und andere reflektierte Sprachverwender) – sondern die übrigen 95 Prozent.”

Wie soll man das verstehen? Dass die “übrigen 95 Prozent” nicht reflektiert mit der Sprache umgehen? Oder das Schlecker die 5 Prozent gar nicht im Blick hat und auch nicht als Kunden gewinnen will, weil denen der “denglische” Werbeslogan zu blöd ist?

Die Financial Times Deutschland schrieb: “Schlecker hält die eigenen Kunden für blöd.” Ein Schluss, den wohl viele aus dem arroganten Schreiben des Unternehmenssprechers Baum ähnlich gezogen haben dürften. Das Handelsblatt formuliert: “Schlecker nennt Kunden ungebildet.”

Das dachten viele nach dem Brief von Schlecker, der für viel Empörung gesorgt hat.

Anstatt sich klar zu entschuldigen und Druck aus der Debatte herauszunehmen, legt Schlecker auf seinem Unternehmens-Blog nach kritischen Presseberichten und Protesten aus der Bevölkerung nach:

“Und ja, wir stehen zu diesem Motto, wie wir auch zu einer unserer wichtigsten Zielgruppen stehen: Menschen mit einfachem bis mittlerem Bildungsniveau.”

Vollkommen unverständlich, wie ich meine. Denn Schlecker verknüpft das “Bildungsniveau”-Thema ohne Not mit den eigenen Kundinnen und Kunden. Und lässt auf den ersten Fehler den zweiten folgen. Und selbst ein richtiger Ansatz, um aus dem Desaster rauszukommen, wird wieder mit der Verknüpfung “Bildungsniveau-Dummheit” verwendet:

“Wer will, mag unser Unternehmensmotto diskutieren, gut finden oder für dümmlich halten. Unsere Mitarbeiter, die zum überwiegenden Teil schon seit 15 und mehr Jahren im Unternehmen arbeiten, wie auch unsere Kunden sind es ganz sicher nicht.”

Die andauerende Verknüpfung von Bildungsniveau und Dummheit in bezug auf die eigenen Kundinnen und Kunden ist das Problem dieser Kommunikationspanne, durch die viele unterstellen, Schlecker habe keine besonders gute Meinung von der eigenen Klientel.

Eine positive Formulierung dieser Art hätte Schlecker und der Klientel sicher mehr gedient:

“Wie achten und schätzen unsere Kundinnen und Kunden als gute Menschen. Wer bei uns einkauft, ist schlau – denn wir bieten gute Ware zu günstigen Preisen. For you. Vor Ort.”

Das ist aber der “Unternehmenskommunikation” und dem “Geisteswissenschaftler” Florian Baum nicht eingefallen. Was man auch indirekt als Beweis anführen könnte, dass eine akademische Bildung und eine Zugehörigkeit zur “Latinitas” nicht unbedingt vor Dummheit schützt.

Diese Aussage sorgte für jede Menge Verärgerung.

Vielleicht sollte sich Schlecker zuallererst einen neuen Unternehmenssprecher suchen, der die Kundenansprache besser beherrscht.

Wer den Brief nachlesen möchte, findet ihn beim Facebook-Account von “Deutsche Sprachwelt.”

Weitere Infos:

Siehe auch einen Bericht des Mediendienstes “meedia” zum Thema.

Werben und Verkaufen

Scilogs: For you – verbohrt

Stelllungnahme von Schlecker

Nehmen Sie die Vogelfütterung wieder auf, damit es keinen stummen Frühling gibt


Das Usutu-Virus hat der Amsel schwer zu schaffen gemacht.

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 29. Oktober 2011. Dem Heddesheimer Vogel-Experten Kurt Klemm wurden allein in diesem Sommer rund 300 tote Amseln gemeldet, die vermutlich überwiegend durch das Usutu-Virus eingegangen sind. Deshalb hatte der Vogelschützer im Sommer dazu aufgefordert, keine Vögel zu füttern, um eine gegenseitige Infektion an Futterstellen zu vermeiden. Finkenbestände wurden durch einen Einzeller dezimiert.
Die Vögel, die durchgehalten haben und überwintern, dürften infektionsfrei sein, denn der Hauptüberträger, die Stechmücke, fällt als Überträger aus. Deshalb ruft Kurt Klemm zur Vogelfütterung über den Winter auf, denn viele Vögel finden in der freien Natur längst nicht mehr genug Nahrung.

Von Kurt Klemm

Der Tod vieler drosselartiger Vögel, zu der auch die Amsel gehört, hat alle Vogelfreunde tief erschüttert. Kaum ein melodischer Gesang war in der Natur, vom Sommer bis jetzt, zu hören. Beim morgendlichen Gang durch den Garten herrschte eine gespenstige Ruhe, so dass ein stummer Frühling im kommenden Jahr nicht auszuschließen ist. Schuld daran ist das Usutu-Virus.

Das Usutu Virus, stammt aus Afrika und verdankt seinen Namen einem Fluss in „Swasiland“. Das Virus kann vermutlich durch infizierte Zugvögel oder durch Stechmücken nach Europa gekommen sein. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg wurde der Erreger bei einem Schnelltest bei einer Amsel aus Birkenau (Hessen) nachgewiesen. “Wenige Tage danach ist das Virus bei vier Amseln in Mannheim sowie in Dossenheim in Baden-Württemberg entdeckt worden, dies bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut”, laut Wikipedia. “Betroffen sind auch Sperlinge und Eulen.”

Nach den Verlustmeldunge,n die ich alleine aus dem Rhein-Neckar-Kreis erhielt, wurden mehr als 300 tote Amseln aufgefunden.

Aber die aufgefundenen toten Vögel, sind nur die Spitze des Eisberges, da sich die meisten erkrankten Tiere instinktmäßig im Gebüsch verkriechen, so dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Wie hoch genau, das werden wir erst in den nächsten Jahren erfahren. Es ist offen, inwieweit sich die Vogelbestände davon erholen werden.

Auch in unseren Nachbarländer, Österreich (2001-2002), Schweiz (2006), Ungarn (2008) und Italien (2009) hat es in den vergangenen Jahren ein Massensterben unter den Amseln gegeben. Der BNI-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Leiter der virologischen Diagnostik, hat daher wenig gute Nachrichten: „So ein Vogelsterben kann mehrere Jahre andauern, bis die Tiere immun sind.“

Das Virus kann auch auf den Menschen übertragen werden, so wie es 2009 in Italien erstmals der Fall war. In Deutschland ist bisher kein übergreifen auf den Menschen festgestellt worden.

Bei den Singvögeln und hier hauptsächlich bei den Grünfinken grassierte ein Einzeller namens „Trichomonas gallinae“ und führte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin zu großen Verlusten. Dieser Erreger, der von Tauben übertragen wird, hat in diesem Jahr auch bei uns in Nordbaden neben den drosselartigen Vögeln, besonders bei unseren Finken große Bestände vernichtet.

Da beim Usutu-Virus der Hauptüberträger Stechmücken sind, dürfen die Tierliebhaber ihre gefiederten Freunde wieder füttern, da vom Futterhaus keine Gefahr mehr ausgeht.

Zur Person:
Kurt Klemm ist Heddesheimer und anerkannter Vogelschützer. Der Mitgründer des Heddesheimer Vogelparks und Mitglied der Vogelfreunde setzt sich darüber hinaus intensiv für den Umwelt- und Naturschutz ein. Er ist Mitglied der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Heddesheimer Gemeinderat.

Für Rückfragen steht Ihnen Kurt Klemm telefonisch zur Verfügung: 06203-9585824

Porträt Kurt Klemm

Höchste Auszeichnung: AZ-Naturschutzpreis für die Heddesheimer Vogelfreunde

VDW-Naturschutzpreis für Kurt Klemm

Aus für Edeka in der Breitgasse: Die Stunde der Wahrheit


Kurz vor der Fertigstellung des neuen Edeka-Marktes im Sterzwinkel wir das "Aus" für den "nah und gut"-Markt Breitgasse verkündet.

Guten Tag!

Hirschberg, 27. Oktober 2011. (red) Das Ende des “nah und gut”-Marktes Zeilfelder in der Breitgasse wurde gestern offiziell. In einer Pressekonferenz gaben Bürgermeister Manuel Just und der Edeka-Kaufmann Volker Zeilfelder die Entscheidung bekannt, dass “Zeili” den alten Markt am 05. November schließt und der neue im Sterzwinkel am 09. November öffnet. Die Kritiker der Bürgerinitiative “Sterzwinkel” dürfen sich bestätigt fühlen – sie hatten das Ende des Marktes befürchtet.

Von Hardy Prothmann

“Das ist jetzt nicht so ganz einfach”, beginnt Bürgermeister Manuel Just gestern im Rathaus die Pressekonferenz. Neben ihm sitzt ein bedrückt wirkender Volker Zeilfelder (51), bislang “nah und gut”-Betreiber des Edeka-Marktes in der Breitgasse und künftiger Betreiber des neuen Edeka-Marktes im Sterzwinkel.

Der Bürgermeister nimmt dem Kaufmann die Funktion des Überbringers schlechter Nachrichten ab: “Der neue Markt wird am 09. November öffnen. Der alte Markt in der Breitgasse wird geschlossen. Uns ist bewusst, dass wir uns jetzt dem Vorwurf ausgesetzt sehen, dass der “nah und gut”-Markt durch den neuen Standort geschlossen wird, aber das war zwangsläufig zu erwarten. Allerdings hätte ich mir eine Übergangszeit von bis zu eineinhalb Jahren gewünscht.” Der Gemeinderat sei über die Entscheidung schon informiert.

“Nie eine Überlebenschance”

Während der Bürgermeister spricht, schaut Volker Zeilfelder auf den Notizblock vor sich. Man merkt ihm an, dass ihm der Termin überhaupt nicht gefällt. “Langfristig hatte ich dem Markt in der Breitgasse nie Überlebenschancen eingeräumt”, ergänzt Manuel Just. Er erläutert, dass man zwei Varianten geprüft habe, die Umstellung auf abgepackte Produkte als Selbstbedienungsmarkt und eine nur zeitweise Öffnung an bestimmten Tagen zu bestimmten Zeiten. “Beides hat sich als wirtschaftlich nicht tragfähig herausgestellt.”

Volker Zeilfelder erklärt, dass ein Umbau “30.000 Euro” kosten würde, die bestehenden Theken seien nicht zu verwenden: “Das hole ich nicht mehr rein.” Dazu kämen geschätzte Kosten von 5.000 Euro für den “Kassenplatz”: “Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar.” Eine Belastung hat er trotzdem – die Pacht für den 320 Quadratmeter großen Laden muss er noch eineinhalb Jahre zahlen, sofern sich kein anderer Mieter findet und der Eigentümer Herrn Zeilfelder aus dem Vertrag lässt: “Das ist eine feste Größe, die ich kalkulieren kann, den weiteren Betrieb aber nicht.”

Bürgermeister Just kündigte an, man wolle sich dafür einsetzen, den Standort als Geschäftssitz zu erhalten. Ob ein anderer Lebensmittelhändler dort einziehe? “Das hängt natürlich auch von der Entscheidung des Eigentümers ab, wie es dort weitergehen soll.”

(Anm. d. Red.: In Heddesheim gab es neben dem Edeka-Markt ein weiteres Lebensmittelgeschäft. Als der Betreiber ausgezogen war, stand der Laden fast zwei Jahre lang leer. Es gab unbestätigte Gerüchte, dass Edeka den Mietzins bezahle, damit dort kein anderer Einzelhandel einzieht. Jetzt ist ein Kleidungsdiscounter dort eingezogen. Der einzige Versorgermarkt im Ort ist und bleibt somit Edeka.)

Kurzfristige Erkenntnis

Auf Nachfrage verneint Herr Zeilfelder, dass diese Entscheidung eigentlich absehbar war: “Ich wollte den Markt, den es seit 1989 gibt, erhalten, erst vor kurzem ist mir klar geworden, dass das nicht geht”, sagt er. Darf man das glauben, dass er jetzt diese Erkenntnis gewonnen worden ist? Laut Herrn Zeilfelder ist das so.

Und jetzt? Mit dem Wechsel gibt es keinen fußläufig zu erreichenden Markt mehr im Quartier. Man muss den Berg hinab: “Das können Sie aus zwei Perspektiven sehen. Die anderen mussten den Berg hinauf. Die, die unten wohnen, kommen jetzt unbeschwerlicher zum Markt”, sagt Bürgermeister Just. “Und ich freue mich, dass Herr Zeilfelder für Senioren oder behinderte Menschen einen Shuttle-Service anbieten wird.” Die Kosten für den Shuttle-Service will Herr Zeilfelder auf “unbestimmte Zeit” übernehmen.

Geplant ist ein Ruftaxi, das an drei Tage in der Woche Kunden am alten Standort in der Breitgasse und an der katholischen Kirche in der Friedrich-Ebert-Straße abholt, zum Markt und zurückfährt. Die Kunden können einkaufen, ihren Einkauf mitnehmen oder im Markt lassen, von wo aus ein Lieferservice die Einkäufe dann nach Hause bringt: “Das machen wir heute schon”, sagt Herr Zeilfelder, und: “Man kann sogar telefonisch bestellen, wenn Kunden gar nicht aus dem Haus können.” Das sei ganz im Sinne des neuen Slogans “Der Service machts”.

Herr Zeilfelder nimmt sein Dutzend Mitarbeiter mit in den neuen Markt – dort werden dann rund 15 “Vollkräfte” arbeiten. Also durchaus mehr Personen, die insgesamt die Leistung von 15 “ganzen” Arbeitsplätzen erbringen. Der neue Markt hat 800 Quadratmeter Verkaufsfläche, theoretisch sind auch 1.200 Quadratmeter möglich, sofern der Gemeinderat den Bebauungsplan ändert – laut Flächen- und Regionalplan wäre das zulässig. Laut Bürgermeister Just gibt es dafür aber zur Zeit keine Pläne.

“Solange die Kunden dort einkaufen”

Am 29. Januar 2010 hatten wir mit dem Sprecher von Edeka Südwest, Christhard Deutscher, ein Interview geführt:

Wieso aber baut Edeka einen vergleichsweise kleinen Markt, wo sonst Flächen erst ab 1.200 Quadratmeter aufwärts interessant sind? “Ihre Information ist korrekt, typischerweise ist das so. In Hirschberg gibt es aber nur diese zulässige Fläche, der Standort ist für uns attraktiv. Wir mussten das so akzeptieren.-€

Und weiter:

Es wird auch darüber spekuliert, dass der künftige Betreiber beider Märkte, Herr Volker Zeilfelder, den Markt “nah und gut – Markt-€ nicht über das Vertragsende im Jahr 2013 hinaus führen wird. Ist da was dran? “Das kann ich weder bestätigen noch dementieren. Es wird sich hier um eine kaufmännische Entscheidung handeln. Solange die Kunden dort einkaufen, wird er weiter betrieben werden-€, sagte Deutscher.

“Solange die Kunden dort einkaufen”, hieß es also damals. Diese Aussage erweist sich heute definitiv als falsch. Man darf gespannt sein, ob Edeka tatsächlich “akzeptiert”, dass es bei der Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern bleibt oder nicht “Umstände” dazu “zwingen”, den neuen Markt zu vergrößern. Die Option gibt es.

Illusionen vs. Fakten

Man darf sich keine Illusionen machen und es wäre ehrlicher gewesen, diese auch nicht zu erzeugen: Das Genossenschaftsunternehmen Edeka ist ein knallhart kalkulierender Wirtschaftsbetrieb und kein Wohlfahrtsunternehmen. Der deutschlandweit drittgrößte Handelskonzern steht in heftiger Konkurrenz mit anderen.

Die Regionalgesellschaft Edeka Südwest machte zuletzt einen Umsatz von rund 65 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite betrug 0,9 Prozent. Um sich das plastisch vorzustellen: Von hundert Euro Umsatz bleiben 90 Cent Gewinn übrig. Der Warenumsatz muss gigantisch sein, um ein einigermaßen auskömmliches Geschäft zu betreiben.

Vor der Entscheidung, ob der Markt vergrößert wird, kommt eine weitere Zeit der Wahrheit. Nämlich zu dieser Aussage von Herrn Deutscher in Sachen Verkehrsbelastung:

“Es wird sicher ein bis zwei Lkw-Anfahrten pro Tag von unserem Heddesheimer Standort zum Hirschberger Markt geben. Beim Pkw-Verkehr gehen wir davon aus, dass viele Leute beim Vorbeifahren auf dem Nachhauseweg von der Arbeit hier ihren Einkaufsabstecher machen. Das heißt, das ist kein zusätzlicher Verkehr.-€

Wer hat Angst vorm “weißen Bus”? Falschmeldung verunsichert Eltern – die reale Bedrohung liegt im “Umfeld”


Rhein-Neckar, 26. Oktober 2011. (red) Seit ein paar Tagen “geistert” eine Meldung durch soziale Netzwerke wie Facebook, dass vor Ort ein Mann Kinder anspreche und diese in einen “weißen Bus” locken wolle. Was wie die mögliche Bedrohung von Kindern durch pädophile Kindesentführer klingt, ist eine unwahre Geschichte, ein so genannter “Hoax”. Trotzdem ist die Bedrohung real – allerdings eher durch Männer im unmittelbaren “vertrauensvollen” Umfeld der Kinder.

Von Hardy Prothmann

Egal, wie man es nennt, ob übler Scherz, Kettenbrief, Hoax, “urban legend” – die Geschichten funktionieren immer gleich. Ein Empörungsthema wird gesucht, eine Bedrohung, irgendetwas, das viele Menschen berührt.

So auch die Warnung, man habe vor der Schule einen weißen Bus gesehen, ein Mann spreche Kinder an, die Mama hat gesagt, dass der Junge mitfahren muss, weil der reguläre Bus nicht kommt, etwas passiert ist und so weiter. Obligatorisch ist die Aufforderung, die Nachricht weiter zu verbreiten, “um andere zu warnen”.

Und flugs verbreitet sich das Gerücht – in Zeiten des Internets rasant. Der “weiße Bus” ist mittlerweile in ganz Deutschland vor Schulen gesehen worden. Es gibt mittlerweile dutzende Varianten der Geschichte, deren Botschaft im Kern lautet: “Achtung, pädophiler Kinderschänder hat es auf Dein Kind abgesehen.”

Schutzreflexe

Wer Angst vorm "weißen Bus" hat, sollte sich viel mehr vorm "weißen Talar" fürchten. Quelle: regensburg-digital.de

Der Schutzreflex ist verständlich. Auch ich habe die Meldung gestern gelesen und war sofort aufmerksam. Der Sohn ist mit 17 Jahren “zu groß”, aber da ist ja noch die Tochter, die beschützt werden muss. Als ich die Nachricht zu Ende gelesen hatte, habe ich nach Hinweisen gesucht, bei der Polizei nachgefragt. Weniger, weil ich beunruhigt war, sondern aus einem journalistischen Reflex heraus. Kann das sein? Ist da was dran? Das Ergebnis: Keine Erkenntnisse. Keine Hinweise. Damit war die Sache für mich erledigt.

Da der Bus oder vielmehr die angebliche Geschichte seine Bahnen zieht, braucht es offensichtlich doch eine “offizielle” Entwarnung. Es gibt ihn nicht, den “weißen Bus”.

Den “weißen Bus” gibt es nicht – wohl aber die Angst

Tatsächlich gibt es große Ängste – das eigene Kind in den Fängen pädophiler Verbrecher… Eine Horror-Vorstellung für viele Eltern. Tatsache ist aber, das sexuelle Gewaltverbrechen (mit Todesfolge) seit Jahren rückläufig sind.

Das hat vor allem mit einer erhöhten Aufmerksamkeit zu tun, mit Prävention, mit guter Polizeiarbeit. Der allerschlimmste “Horrorfall”, der sexuelle Missbrauch mit Todesfolge ist die absolute Ausnahme. 2009 hat die “Polizeiliche Kriminalstatistik” (PKS) in Deutschland zwei solcher Fälle “erfasst”, 2010 keinen einzigen.

So erschütternd jedes einzelne Schicksal ist: Statistisch gesehen ist die Bedrohung, gemessen an einer Bevölkerungszahl von rund 80 Millionen Menschen, nicht messbar. In krassem Gegensatz dazu steht die Angst davor.

Missbrauch in der Statistik

Schaut man auf die “kalten” statistischen Daten, fällt vor allem der “sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen” auf. Diese Täter fahren keinen “weißen Bus”, sondern sind meist im alltäglichen “Umfeld” der Kinder zu finden.

Es sind Väter, Brüder, Onkel, Opas, Nachbarn, Mitarbeiter von “Jugendorganisationen”, Vereinsfunktionäre, Kirchen, Ärzte, Sozialarbeiter – eben alle, die “alltäglich” mit Kindern zu tun haben. Die Täter sind meist männlich und im direkten Kontakt mit Kindern. Nicht der “böse Unbekannte”, sondern der “Bekannte” ist die reale, böse Bedrohung.

Das perfide an dieser Bedrohung – es sind Personen, den man eigentlich vertraut. Von denen “man das nicht denkt”.

Hier gehen die Missbrauchszahlen in die tausende. Statistisch gesehen muss man diesen Zahlen misstrauen. Ganz im Gegensatz zu den Zahlen über entführte Kinder, die zu Tode kommen. Die sind sehr exakt.

Die sexuellen Missbrauchsfälle, die durch “bekannte” Personen begangen werden, werden wegen Schamgefühls, Sorgen um die “öffentliche” Stellung häufig nicht angezeigt. Die Dunkelziffer ist nicht zu bemessen, man kann aber davon ausgehen, dass sie sehr hoch ist.

“Jungs” haben es “schwerer”

Nicht nur Frauen wissen das sehr genau. Welche Frau erzählt schon gerne, dass der Opa sie “gestreichelt” oder sie ihre “Unschuld” durch den “Onkel” verloren hat? Kaum eine. Trotzdem gibt es immer mehr Frauen und Mütter, die sich dem Missbrauch stellen und ihn nicht einfach “abtun”.

"Echte" Missbrauchzahlen findet man als statistische Zahlen in der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik. Jeder Fall ist erschütternd - die Zahl der Fälle ist aber "gering". Die Dunkelziffer hingegen hoch. Quelle: PKS

 

Für “Jungs” ist das bis heute noch viel schwerer. Als “Mann” einen Missbrauch einzugestehen, ist auch durch “Rollenbilder” sehr viel schwieriger. Mal ganz ehrlich? In wie vielen Köpfen geistert noch der Blödsinn rum, dass “Frauen genommen werden” und “Männer nehmen”? Und was ist dann mit “Männern”, die “(heran)genommen” wurden? Sind das Männer oder nur einfach “Schwuchteln”?

Solche blödsinnigen Rollenbilder machen es pädophilen Tätern einfach. Und die Scham der Opfer, der Familien und der Gesellschaft schützt die Täter zusätzlich. Das ist die Perversion der Perversion.

Als eine der größten “Missbrauchsorganisationen” geriet die katholische Kirche in die Kritik – die Welle der Anzeigen und “Offenbarungen” reißt nicht ab. Und eine “ehrenwerte” Haltung der katholischen Kirche, Missbrauchsfälle konsequent und ohne Kompromisse zu verfolgen, ist nicht zu erkennen. Ganz im Gegenteil – die Vertuschung hat Methode, selbst unter Einsatz juristischer Mittel.

Auch mein Kollege Stefan Aigner aus Regensburg ist so eine Art “Missbrauchsopfer”. Eineinhalb Jahre musste sich der freie Journalist gegen die Diözese Regensburg wehren, die ihn verklagt hatte, weil er in einem Bericht Zahlungen an die Familie eines Missbrauchsopfers als “Schweigegeld” benannt hatte.

Aktuell hat das Oberlandesgericht Hamburg diese Einschätzung bestätigt und Stefan Aigner diese Wortwahl gestattet. Die Prozesskosten von weit über 10.000 Euro waren geeignet, den Journalisten wirtschaftlich zu ruinieren. Vergleichsversuche im Vorfeld hat die Kirche nicht angenommen. Dem Missbrauch folgte der Wille, einen kritischen Journalisten mundtot zu machen – koste es, was es wolle.

Das bekannteste Beispiel für “sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener” in unserer Region ist die “Odenwaldschule”. Nach einem Bericht von Spiegel online wurden hier “sexuelle Dienstleister fürs Wochenende eingeteilt.”

“Schulleiter, Kirchenvertreter, Ministerien – alle reden von “Einzelfällen” des sexuellen Missbrauchs an Schulen. Inzwischen sind es ziemlich viele Einzelfälle. Die Schulen haben einen blinden Fleck, die Behörden offenbar einen toten Winkel: Wo ist die staatliche Schulaufsicht, wenn man sie braucht?”,

fragt Spiegel online in einem weiteren Artikel.

Die reale Bedrohung ist nicht der “weiße Bus”, sondern das Umfeld.

Für Eltern und ihre Kinder muss klar sein, dass nicht der “weiße Bus” die echte Bedrohung darstellt – die tatsächliche Bedrohung liegt aber tatsächlich vor Ort im vermeintlich vertrauenswürdigen Umfeld.

Der beste Schutz der Täter ist die Scham, die viele empfinden. Der beste Schutz vor den Tätern und auch nach einer Tat ist die Anzeige und notfalls auch die Öffentlichkeit – damit anderen nicht dasselbe “Schicksal” widerfährt.

Dafür braucht es sicherlich Mut. Mehr, als eine dubiose Meldung weiter zu verbreiten, die nur das Angstthema schürt.

Wer wirklich etwas gegen Missbrauch tun will, darf einen solchen nicht verschweigen. Der Missbrauch darf kein “Tabu”-Thema sein. Und es gibt mittlerweile durch Polizei und Behörden umfangreiche Hilfen.

Auch privat sollte das Thema kein Tabu mehr sein. Hier gilt es, den Opfern Mut zu machen und sie frei von jeder Schuld zu halten.

Wer Opfer eines Missbrauchs geworden ist, hat trotzdem jedes Recht, mit Würde behandelt zu werden. Die Täter sind die Schuldigen. Wenn die Gesellschaft das begreift, wird es weniger Opfer und damit auch weniger Täter geben.

Und irgendwann verschwindet vielleicht auch die übertragene Angst vor “weißen Bussen”.