
Das Seniorenzentrum am Turm wurde eingeweiht. Foto: Hirschbergblog.
Hirschberg, 03. Juni 2012. (red/sap) Am Freitag, 01. Juni, wurde das Seniorenzentrum am Turm in Großsachsen eingeweiht und der Hausdirektor Ingo Pregartner in sein Amt eingeführt. Ein Tag der offenen Tür ermöglichte den Besuchern die Räumlichkeiten des Pfelegeheims anzuschauen und ein Festakt bot Rück- und Ausblick auf ein spannendes Projekt: 27 barrierefreie Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen mit 52 bis 81 Quadratmetern, 49 Pflegezimmer, ein Mobiler Pflegedienst und eine Kinderbetreuungseinrichtung mit 20 Plätzen für Kinder zwischen einem und drei Jahren sind entstanden. In weißen Zelten lud die Evangelische Heimstiftung zum Essen.
Von Sabine Prothmann
Es ist hübsch geworden, das Seniorenzentrum am Turm, neben dem Marktplatz, im Herzen von Großsachsen. Die Gebäude sind hell und freundlich, im Pflegeheim herrscht eine moderne und doch gemütliche Atmosphäre.
Und eigentlich ist es auch mehr ein “Generationenzentrum”, wie Thomas Becker, Regionaldirektor der Evangelischen Heimstiftung, sagte.
47 Prozent der Betten sind im Pflegeheim belegt, das heißt 23 Bewohner sind schon zehn Wochen nach der Eröffnung eingezogen.
“Das ist ein Wahnsinn, das heißt, wir wurden ausgezeichnet angenommen”, so Becker.
Und auch die Wohnungen wurden schon alle verkauft und vermietet und ein Großteils wurde bereits bezogen.
Die Bewohner der Betreuten Wohnanlage seien eingeladen, an den kulturellen Veranstaltungen und am Essen im Pflegeheim teilzunehmen und der Mobile Pflegedienst, der ebenfalls im Hause angesiedelt sei, könne in Anspruch genommen werden, erklärte Thomas Becker.

Bernhard Schneider führt Ingo Pregartner (links) ins Amt des Hausdirektors ein. Foto: Hirschbergblog.
Gleichzeitig mit der Einweihung des Hauses wurde Ingo Pregartner als Hausdirektor eingeführt.
Denn, “man sei schließlich sparsam”, wie Bernhard Schneider, Hauptgeschaftsfüher der Evangelischen Heimstiftung, und aus Stuttgart angereist, erklärte und dabei lachte:
Ich komme gerne an die Bergstraße, Sie leben hier in einem gesegneten Landstrich.
Bei der evangelischen Heimstiftung sei es üblich, einen Festakt mit der Tageslosung und Lehrtext zu eröffnen und so zitierte Schneider:
Wer den Herrn fürchtet, hat eine sichere Festung.
Und dieses Motto gab er Pregartner mit auf den Weg, als Orientierung und Kompass:
Seien Sie fest im Glauben, das wird Ihnen eine innere Orientierung geben.
“Offene Türen, offene Arme!”
Doch, wenn es um die Einrichtung gehe, die Menschen, Bewohner, Angehörige, dann sei genau das gegenteilige Bild einer Festung gefragt:
Offene Türen, offene Arme!
Dieses Haus solle Sicherheit und Geborgenheit geben und es solle den Bewohnern eine Heimat sein.
An Bürgermeister Just gewandt, sagte Schneider:
Sie haben mit dieser Einrichtung, die eigentlich Generationenzentrum am Turm heißen müsste, etwas Wunderbares geschaffen, hier begegnen sich Jung und Alt und bilden eine Gemeinschaft.
Das Zusammenkommen von Pflegeheim, betreuter Wohnanlage und Kinderbetreuung bezeichnete Schneider als innovativ.
Die Evangelische Heimstiftung habe in das Seniorenzentrum rund 4,5 Millionen Euro investiert und entstanden sei ein modernes Pflegeheim mit 49 Plätzen in drei Wohngruppen. Und auch ein Mobiler Dienst habe hier Heimat gefunden.
“Wohlfühlen schaffen wir nicht durch Mauern und ein Haus, sondern das schaffen die Menschen”, sagte Schneider bei der Amtseinführung zu Ingo Pregartner. Man brauche Mitarbeiter und ein gutes Team, um starten zu können.
Ingo Pregartner ist seit Anfang 2009 bei der Evangelischen Heimstiftung tätig, bislang arbeitete er als Pflegedienstleiter in Heddesheim, ab vergangenen Freitag ist er nun offiziell Hausdirektor des Seniorenzentrums am Turm.
Fängt ein gesegnetes Alters erst mit 99 Jahren an, fragte Pfarrerin Ute Haizmann von der Weinheimer Peterskirche und sagte:
Hallo, wir haben alle ein gesegnetes Alter, heute und hier.
Es komme darauf an, dass “ich nicht alleine gelassen bin, dass es Menschen gibt, die mir gut tun, denen ich gut tue, egal wie alt wir sind”, so Haizmann.

Der Turm - ein markantes Wahrzeichen für Großsachsen. Foto: Hirschbergblog.
Mit dem Seniorenzentrum am Turm verwirkliche die Gemeinde den Wunsch, eine Alternative für den Alterswohnsitz zu geben. Und zwar für diejenigen, die es sich vorstellen können, ihre bisherige Wohnung aufgeben zu können, sagte Bürgermeister Manuel Just bei seinen Gußworten.
Ein langer und steiniger Weg bis zur Realisierung
Just erinnerte an den langen und steinigen Weg bis zur Realisierung des Seniorenzentrum: (Lesen Sie hier unsere chronologische Dokumentation: “Wie aus Ideen und Wünschen ein Plan wurde, der anders ist als geplant“)
Die Eröffnung feiern wir rund ein Jahr später als geplant.
Bereits 2006 habe es aus der Mitte des Gemeinderates den Antrag auf Erstellung eines Konzepts gegeben. 2007 folgte die Prüfung und die Sichtung eines geeigneten Grundstücks. 2009 habe man sich für die Evangelische Heimstiftung und die FWD als Baufirma und Investor entschieden.
Im selben Jahr gab es auch den ersten Hirschberger Seniorentag und im April 2009 wurde der Runde Tisch gegründet. An diesem Tisch trafen sich die Evangelische Heimstiftung, die FWD, die Gemeinde Hirschberg und auch Vertreter der AWO und der Kirchengemeinden. Unter neuem Namen werde dieser runde Tisch auch weiter existieren.
Bürgermeister Just ist stolz darauf, was entstanden ist: 27 barrierefreie Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen mit 52 bis 81 Quadratmetern, 49 Pflegezimmer, ein Mobiler Pflegedienst und eine Kinderbetreuungseinrichtung mit 20 Plätzen für Kinder zwischen einem und drei Jahren.
Mit dem Turm habe man ein markantes Wahrzeichen Großsachsens einbinden können. Er hoffe auf eine hohe Frequentierung des Areals. Durch die Lage direkt am Marktplatz, die verbindenden Wege, das große Schachbrett in der Mitte, habe die Gemeinde Hirschberg alles dafür getan, dass hier gelebt werden könne.
Die Lebenserwartung sei deutlich gestiegen, “diesen älteren Menschen und ihren Bedürfnissen müssen wir Rechnung tragen”, sagte Just. Bis zum Jahr 2030 werde sich die Zahl der Über-65-Jährigen um 4,2 Prozent erhöhen, also um 150 Menschen. Davon würden sicher einige im Seniorenzentrum in ihren letzten Lebensphase eine Heimat finden.
“Wir haben viel gelernt hier in Hirschberg”, sagte Gustav Bylow, Bevollmächtigte der FWD Haubau Dossenheim. Bylow lobte Hirschberg als Musterbeispiel, vor allem auch durch das Wirken der Arbeitskreise:
Alles, was zu lange geschwätzt wurde, haben wir durch schnelles Bauen wieder eingeholt.
Es wurde eine Heiterkeit ausstrahlende Architektur geschaffen, so Bylow, und die Menschen sollen denken:
Hier ist es schön, hier will ich sein und bleiben.
Doch er sagte auch:
Bauen ist wichtig, aber noch wichtiger ist, was in den Häusern geschieht.
Martina Wagner vom Konvent der Evangelischen Heimstiftung lobte das Seniorenzentrum und wünschte Ingo Pregartner, “Balance zu halten und das eigene Maß zu finden.”
Seinen Ausblick begann Ingo Pregartner mit dem Gedicht “Stufen” von Hermann Hesse. Und zitierte:
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Hier im Seniorenzentrum vereine sich Jung mit Alt, das sei eine optimale Begegnung. Für die älteren Menschen biete man verschiedene Lebensformen an: Vollstationierung, Kurzeitpflege und betreute Wohnanlage.
Wir wollen keine geschlossene Gesellschaft, sondern ein Teil von Hirschberg bleiben.
Den Bewohnern möchte er ein heimeliges Gefühl und die Sicherheit, gut betreut im Alter zu sein, vermitteln. Pregartner dankte den Angehörigen und Mitarbeitern für das ungewöhnliche Engagement.
Der “Manuel-Just-Gedächnisplatz”
“Hier in Hirschberg ist ein Wort noch ein Wort”, lobte Thomas Becker, Regionaldirektor der Evangelischen Heimstiftung, die Zusammenarbeit mit der Gemeinde.
Bürgermeister Just habe sich stets positiv eingemischt, auch architektonisch. So müsste eigentlich die Loggia “Manuel-Just-Gedächnisplatz” genannt werden, denn auf seine Idee hin sei sie umgesetzt worden.
Es sei ein kleines, soziales Generationenzentrum entstanden. Noch befinde sich das Seniorenzentrum in der “Pubertät” und muss sich entwicklen, aber mit einer Belegung von 47 Prozent nehmen die Menschen das Seniorenzentrum an.
Neben den fachlichen lobte Becker auch die menschlichen Fähigkeiten:
Dies ist hier ein Vorzeigeobjekt.
Wenn eine Einrichtung gut läuft, bekommt der Hausdirketor Lob, läuft sie schlecht, bekommt der Regionaldirektor Ärger. Deshalb wünsche er Pregartner viel Lob.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Franz Josef Siegel am E-Piano und am Bass Günter Stalter mit drei gut gewählten und hervorragend gespielten und gesungenen Stücken.
Das E-Piano, das künftig in der Cafeteria des Pflegeheims stehen soll, ist ein Geschenk des Hirschbergers Michael Joswig. Anstelle von Geschenken hatte er sich zu seinem Geburtstag Geld gewünscht und das Musikinstrument gespendet.
“Ich wurde in meinem Leben mit einer schönen Stimme gesegnet”, sagte Joswig. Die Freude an der Musik möchte er gerne weitergeben. Das E-Piano soll viel gespielt und angefasst werden, “das wünsche ich mir”.




















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