Hirschberg, 15. Dezember 2011. (red) Eine dritte Sporthalle wird geprüft – das ist mehr oder weniger das Ergebnis der gestrigen Gemeinderatssitzung. Gegen den Willen des Bürgermeisters Manuel Just. Im Sinne von Freien Wählern und SPD – aber ohne zeitnahe Perspektive. Grundsätzlich gilt: Wer Beschlüsse aus “Prinzip” erzwingt, muss auch mit den Konsequenzen leben.
Von Hardy Prothmann
Peter Johe (Freie Wähler) redet meist nicht, meist hält er “Plädoyers”. So auch gestern Abend wieder. Über eine Viertelstunde begründete der FW-Sprecher den Antrag:
“Beauftragung eines Planers zur Untersuchung geeigneter Standorte für die Errichtung einer Trainingshalle und die an den verschiedenen Standorten zu erwartenden Baukosten.”
Bürokratischer kann man so etwas nicht formulieren. Bürgermeister Just nahm dies zum Anlass, eine Liste von Standorten zu präsentieren und aus seiner Sicht nochmals klar zu machen, dass die Gemeinde in den kommenden Jahren keinerlei finanziellen Möglichkeiten hat, eine dritte Halle zu realisieren. Dementsprechend lautete sein Beschlussvorschlag,:
Der Gemeinderat beschließt, derzeit keine weiteren Planungen zum Neubau einer dritten Trainingshalle vozunehmen und das Thema im Kontext zu den notwendigen Pflichtaufgaben explizit unter den Vorbehalt einer möglichen Finanzierung zu stellen.
Merkwürdiges Abstimmverhalten der SPD
Die SPD stellte ebenfalls einen Antrag, der den der Freien Wähler erweiterte – um eine Bedarfsanalyse, eine Prognose des künftigen Bedarfs sowie Kostenabschätzungen.
Während der Verwaltungsantrag wegen Stimmengleichheit (9:9, Bürgermeister, SPD, Grüne und FDP vs. Freie Wähler, CDU) scheiterte, wurde der SPD-Antrag gegen die Stimmen von Bürgermeister, GLH und FDP angenommen.
Erstaunlich ist das Abstimmungsverhalten der SPD. Erst stimmt sie für den Verwaltungsvorschlag, das Thema nicht weiter zu verfolgen. Und dann für den eigenen Antrag, ebendiese Analysen vorzunehmen. Verstehen muss das niemand. Am wenigsten hat das Frau Pfefferle verstanden, die bei der Abstimmung über den Verwaltungsantrag erst dagegen stimmen wollte und dann nach Blick auf den Kollegen Metzlerdafür gestimmt hat.
Auch die gegenseitigen Anfeindungen muss niemand verstehen. Alle Fraktionen bekräftigten den Wunsch nach einer Trainingshalle – die GLH und die FDP mahnten aber in seltener Übereinstimmung die Kosten an, während vor allem die Freien Wähler “grundsätzlich” unter Zustimmung der CDU die “Standortfrage” geklärt haben wollen.
Es kann nur einen Standort geben
Genau das wiederum will Bürgermeister Just nicht, der “Begehrlichkeiten” und “Empfindlichkeiten” fürchtet oder ein “Auseinanderdividieren der Ortsteile”. Den klar ist: Wenn, kann es nur einen Standort geben.
Dafür stehen aus Sicht der Verwaltung nur ein Anbau an die Sachsenhalle, ein Bau auf den “roten Gummiplätzen” oder nördlich des Jugendhauses zur Verfügung. Die für eine Planung vorgesehenen 10.000 Euro sollten nicht überschritten werden – laut Antrag der SPD werden diese Mittel sogar noch aufgestockt. Um wie viel, ist unklar.
Genauso unklar ist, was man mit der Planung erreichen will. Alle Analysen zu Kapazitäten und möglichen Szenarien kann man heute machen, das Papier in die Schublade stecken und in fünf bis sechs Jahren frühestens wieder herausholen um dann, ja was? Erneut eine Planung machen zu müssen.
Die “Begehrlichkeiten” und “Empfindlichkeiten” werden aber geweckt worden sein, denn Teil des SPD-Antrags ist die “Klärung des Standorts einer weiteren Halle”.
Damit ist das Thema ein Wahlkampfthema. Denn mal angenommen, die Vorplanung ist 2013 fertig, folgt 2014 die nächste Kommunalwahl.
Vielleicht ist dass auch Sinn und Zweck der Übung gewesen. Ob das aus Sicht der Freien Wähler, der CDU und der SPD klug war, wird die Zukunft zeigen.
Hat der Wahlkampf begonnen?
Hirschberg hat keine finanziellen Mittel von vermutlich 2,5 Millionen plus Unterhaltskosten für eine weitere Halle in den nächsten Jahren. Wer dies aktiv einfordert, muss sich als Schuldentreiber bezeichnen lassen. Wer sich dagegen ausspricht, ist ein Konsolidierer.
Die “Sportsfreunde” werden vermutlich feststellen müssen, dass dieser Spielzug nicht zum Erfolg führt, denn man kann keinen vollen Angriff spielen (Ausgaben), wenn die Ersatzbank (Kasse) leer ist.














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