Donnerstag, 20. Juni 2013

„Wie die Reise in eine neue Welt“


Weinheim, 9. Juni 2011. (red/pm) Die Stadt Weinheim und die Volkshochschule Badische Bergstraße vergaben Zertifikate für bestandene Integrationskurse. Mehr als 30 Menschen haben an der Volkshochschule Badische Bergstraße einen Integrationskurs absolviert.

Information der Stadt Weinheim:

Die Zertifikate für die Integrationskurse wurden überreicht.

“Die junge Frau mit dem kleinen Kind auf dem Arm spricht noch mit leichtem Akzent, und manchmal muss sie nach einem Wort suchen, bevor sie es ausspricht. Aber ansonsten klappt es mit der deutschen Sprache ganz ausgezeichnet. Sie hat ein Ziel vor Augen, sagt sie. Wenn ihre kleine Tochter in Deutschland in die Schule kommt, dann will sie ihr beim Lernen helfen können.

Die Motive sind unterschiedlich, aus denen auch in diesem Jahr wieder mehr als 30 Menschen aus aller Herren Länder, bei der Volkshochschule Badische Bergstraße einen Integrationskurs absolviert haben. Aber sie sind auch ähnlich, denn sie zielen alle auf Integration, gesellschaftliche Teilhabe und letztendlich Chancengleichheit ab. Darauf, in Deutschland dazuzugehören und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. „Sie haben die Reise durch eine neue Sprache in eine neue Welt angetreten und ihr Ziel erreicht“, bescheinigte Sabine Ebert, die Leiterin der VHS-Sprachenschule. Sie überreichte gemeinsam mit VHS-Sprachdozentinnen, dem Stellvertretenden VHS-Leuter Klaus Rippel und Oberbürgermeister Heiner Bernhard jetzt im Saal der VHS in Weinheim die Zertifikate für bestandene Integrationskurse, deren Träger die VHS Badische Bergstraße seit 2005 ist.

Höre und staune 970 Personen aus mehr als 50 Ländern der Erde haben sich in diesen sechs Jahren beteiligt, die deutsche Sprache und Besonderheiten des Landes gelernt und in der VHS „Begleitung in allen Lebenslagen empfangen“, wie es Sabine Ebert formulierte. Über die Hälfte der Teilnehmer stammt aus Weinheim, der Rest aus den weiteren Mitgliedsgemeinden der VHS, aber auch aus den hessischen Nachbarkommunen Viernheim, Birkenau und Gorxheimertal.

„Ihnen gilt mein großer Respekt“, bescheinigte auch Oberbürgermeister Heiner Bernhard, der die Absolventen der Kurse „herzlich in unserer Mitte“ willkommen hieß. Der OB lobte die Migranten: „Sie haben sich die Arbeit gemacht, eine neue Sprache zu lernen, zusätzlich zu all-€™ den anderen Aufgaben, die einem der Aufenthalt in einem anfangs noch fremden Land stellt“. Aber die Sprache des Landes sei nun einmal „der Schlüssel zur Integration“, befand der Rathauschef.

Bernhard bezeichnete in diesem Zusammenhang die Integration als eine der großen Herausforderungen einer Stadtgesellschaft wie Weinheim, die sich als kommunale Verantwortungsgemeinschaft versteht. Gerade vor dem Hinblick des demographischen Wandels und des beginnenden Facharbeitermangels auf dem Arbeitsmarkt sei die Integration nicht nur eine sozial-ethische Pflichtaufgabe sondern auch eine volkswirtschaftliche. Denn der Staat könne es sich auf Dauer nicht erlauben, auf qualifizierte Personen zu verzichten – ganz gleich woher sie stammen.

Deshalb sei der Einsatz der VHS für die Integration durch Bildung in der Kommune nicht zu unterschätzen. Was die weitere Einbindung der nun deutschsprachigen Volkshochschüler angehe, biete Weinheim mit seiner „Weinheimer Bildungskette“ weitere Chancen, betonte Bernhard.”

Einen schönen Tag wünscht
Das weinheimblog

Skandal oder Service? Facebook schaltet automatische Gesichtserkennung frei

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Rhein-Neckar, 09. Juni 2011 (red) Facebook geistert als Datenschutz-Problemfall mal wieder durch die Presse. Nicht ganz zu unrecht, aber wie so häufig endlos übertrieben. Was in keiner Zeitungsmeldung steht: Facebook wird von Zeitungen als Bedrohung wahrgenommen – zu recht. Das größte soziale Netzwerk der Welt wächst rasant, während Zeitungsauflagen schrumpfen. Aktuell wird die automatische Gesichtererkennung kritisiert – Sie erfahren von uns, ob diese problematisch ist und wie Sie diese abschalten können.

Von Hardy Prothmann

Die Süddeutsche Zeitung schreibt:
“Facebook setzt Software zum Gesichtsscan ein, um Freunde auf Fotos einfacher zu identifizieren. Das weckt viele Ängste… Gesichtserkennung: Kein Wort verstört Internetnutzer mehr, hört sich so sehr nach der Komplettüberwachung und Demaskierung an.”

Unbelegte Gefahren

Einen Beleg bleibt die Zeitung schuldig. Welche Ängste? Bei wem? Vor was? Warum?

Facebook-Nutzer stellen bestimmt keine Bilder in das Netzwerk ein, damit diese nicht gesehen werden. Facebook heißt auf deutsch “Gesichtsbuch” – die Funktion der Gesichtserkennung ist also eher eine folgerichtige Erweiterung der Software.

Die Gesichtsmarkierung ist nicht neu

Schon in der Vergangenheit konnte man auf Fotos Personen markieren und Facebook-Namen zuweisen. Die neue Funktion ermöglicht nun eine “automatische” Zuordnung.

Das kann man nun als Skandal verstehen oder einfach als Service, der in jedem guten Fotoverwaltungsprogramm enthalten ist. Ganz sicher ist es ärgerlich, dass Facebook diese Funktion einfach eingeschaltet hat ohne die Nutzer zu fragen. Man könnte sich in der autonomen Verwaltung gestört fühlen oder aber auch sagen: Hey, netter Service.

Ganz so “unerwartet” macht Facebook das aber nicht. Die neue Funktion wurde bereits im Dezember 2010 angekündigt. Und ganz so automatisch ist der Ablauf auch nicht – die Sofware “scant” die Bilder. Findet sie Gesichter, die auf anderen Bildern schon mit einem Namen versehen worden sind, macht Facebook einen Vorschlag, eine Markierung vorzunehmen.

Achten Sie auf Ihre Informationen

Und hier sollten grundsätzliche Überlegungen anfangen, ob die Nutzer das wollen oder nicht. Insbesondere bei Kindern sollten die Eltern darauf achten, dass diese nicht “zu viele” Informationen preisgeben oder “problematische Bilder” einstellen.

Erwachsene selbst sind gut beraten, dass sie nur veröffentlichen, was sie auch vertreten können. Privatpersonen sind gut beraten, wenn sie Kontaktdaten nicht zugänglich machen – auch nicht Freunden. Die haben in aller Regel email, Adresse und Telefonnummer. Wenn nicht, können diese Daten per email schnell nachgefragt werden. Dann weiß man aber, wer sich dafür interessiert und stellt sie nicht einfach so “öffentlich”.

Klick-klick-klich: Abgeschaltet

Wer die Funktion abschalten will gelangt über “Konto-Privatsphären-Einstellungen” zum Menü und wählt hier (etwa in der Mitte des Bildschirms) “Benutzerdefinierte Einstellungen”. Im weiten Teil des Folgemenüs sehen Sie “Dinge, die andere Personen teilen” und dort die Option “Freunden Fotos von mir vorschlagen”. Wählen Sie hier “Einstellungen” und sperren Sie die Funktion.

Mit ein paar Klicks ist die Gesichtererkennung gesperrt. Quelle: Facebook

Ansonsten sollten Sie lieber auf Termine achten, die von der Presse fotografiert werden. Denn die in der Zeitung oder im Fernsehen veröffentlichten Fotos sind nicht nur für “Freunde” sichtbar, sondern je nach Auflage und Reichweite für hunderttausende oder Millionen von Menschen.

Hier haben Sie aber keine “Sperrfunktion” und keinerlei Kontrolle. Über diese Gefahren berichten die Zeitungen und Fernsehstationen aber nicht.

Stellen Sie sich vor: Sie werden mit ihrer Liebschaft fotografiert – als Teil einer Gruppe, was presserechtlich erlaubt ist, für Sie aber im Zweifel für viel Ärger sorgt. Oder Sie sitzen mit dem nächten Chef von der Konkurrenz an einem Tisch, um über einen Arbeitswechsel zu sprechen. Oder Sie sind krank gemeldet, gehen für einen “Kuchen” auf ein Fest, ihr Chef erkennt sie und feuert sie. Das sind Gefahren, die tatsächlich existieren.

Im Gegensatz zu Zeitungsberichten über die Facebook-Gesichtererkennung haben wir damit die Fragen beantwortet: Welche Ängste? Bei wem? Vor was? Warum?

Der Teufel Facebook

Aus Sicht von Zeitungsverlagen ist die Aufmerksamkeitsmaschine Facebook des Teufels – je mehr Zeit Menschen hier verbringen und sich nicht nur unterhalten, sondern auch informieren (lassen), umso weniger brauchen sie die Zeitung. Allein aus diesem Grund müssen Facebook und andere Dienste “schlecht geredet” werden. Sie glauben nicht, dass die Zeitungensmacher so denken? Dann suchen Sie mal in nächster Zeit Artikel, die beschreiben, was an Facebook & Co. toll und nützlich ist und warum Sie sich unbedingt mit Facebook beschäftigen sollten. Sie werden solche Artikel nicht finden.

Übrigens: Ich habe die Funktion abgeschaltet. Nicht aus Angst. Sondern aus Prinzip. Ich schalte prinzipiell alle Funktionen ab, die ich nicht brauche oder über die ich noch keine rechte Meinung habe. Und ich gebe nur die Informationen frei, die ich freigeben will. Im Zweifel schalte ich die Freigabe ab.

Das ist wie Autofahren – auch hier sollte man die grundsätzlichen Funktionen kennen und bedienen können. Sonst lässt man das Auto lieber stehen.