Samstag, 25. Mai 2013

Zuschussexplosion: Hirschberg muss fĂŒr die Linie 5 sehr, sehr tief in die Tasche greifen


Guten Tag!

Hirschberg, 01. April 2011. (red/sap) Der Rhein-Neckar-Kreis und die VRN GmbH haben mit der RNV GmbH mit Wirkung vom 01. Oktober 2009 einen Konzessionsvertrag fĂŒr den Schienenpersonennahverkehr auf der OEG-Schiene abgeschlossen. Gegenstand dieser Dienstleistungskonzession sind der Allgemeinheit zur VerfĂŒgung stehenden Eisenbahnverkehrsleistungen auf der Strecke Mannheim – Viernheim – Weinheim – Heidelberg – Mannheim, Linie 5, und der Strecke zwischen Mannheim-KĂ€fertal und Heddesheim, Linie 4.

Jetzt wurde zur Finanzierung der beiden Linien eine Erhöhung des Zuschusses von 1,58 Euro je Kilometer im Jahr 2010 auf 3,55 Euro je Kilometer im Jahr 2011 gefordert.

Durch zĂ€he Verhandlungen zwischen Landkreis, Kommunen und der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) GmbH konnte eine Reduzierung des Zuschusssatzes um 15 Cent je Kilometer auf 3,40 Euro erreicht werden und „mehr ging nicht“, erklĂ€rte BĂŒrgermeister Manuel Just.

Als GrĂŒnde fĂŒr die Zuschussentwicklung wurden angefĂŒhrt: Geringere Verkehrserlöse durch den Erfolg der S-Bahn, steigender Instandhaltungsaufwand fĂŒr Infrastruktur, Personalkosten- sowie Energie- und Materialkostensteigerungen, Zinsen und Abschreibungen von Neu- und Altinvestitionen in die Infrastruktur und die Neubeschaffung von elf Fahrzeugen, die Barrierefreiheit garantieren.

Nach einem VerteilerschlĂŒssel entfallen somit auf Hirschberg fĂŒr das Jahr 2011 314.000 Euro und fĂŒr das Jahr 2012 351.000 Euro, so Just.

„GrundsĂ€tzlich begrĂŒĂŸen wir den ÖPNV“, erklĂ€rte Gemeinderat Dr. Horst Metzler (SPD). Es sei schön, wenn der mit der RNV GmbH geschlossene Vertrag fĂŒr mehr Transparenz sorge und es sich dabei nicht nur um eine schöne Verabredung handle. „Wir stimmen schweren Herzens zu.“

Gemeinderat Alexander May (FW) betonte, es wÀre erfreulich, wenn man in Zukunft mehr entscheiden und kontrollierend und steuernd eingreifen könne.

„Wir werden zustimmen und weiter mit den ZĂ€hnen knirschen“, sagte Gemeinderat Matthias Dallinger (CDU). Er mache sich aber Sorgen um den VerteilerschlĂŒssel in Bezug auf Schriesheim und Edingen.Neckarhausen.

Schriesheim beschwere sich ĂŒber den VerteilerschlĂŒssel, bestĂ€tigte Just, dabei habe die Nachbargemeinde einen 10-Minuten-Takt nach Heidelberg. „Ich bin nicht bereit ĂŒber den SchlĂŒssel zu verhandeln“, betonte der BĂŒrgermeister.

„Es bringt nichts, um die verschĂŒttete Milch zu weinen“, bemerkte Gemeinderat Hartmut Kowalinski (FDP) und wies darauf hin, dass man bislang viel billiger war und jetzt den durchaus “branchenĂŒblichen Preis” bezahle.

Die Finanzierungsvereinbarung wurde einstimmig beschlossen.

Der Platz wurde zum Hof und der Hof zum Platz


Guten Tag

Hirschberg, 01. April 2011. Der Hirschberger Gemeinderat musste bei seiner Sitzung am 29. MĂ€rz 2011 gleich ĂŒber zwei Namensgebungen abstimmen – und so wurde der Platz zum Hof und der Hof zum Platz.

Von Sabine Prothmann

Im Juni 2008 wurde der Platz, der nach der Sanierung und dem Umbau der ehemaligen Tabakfabrik in Großsachsen errichtet wurde, eingeweiht. Schon einige Veranstaltungen haben hier stattgefunden, so BĂŒrgermeister Manuel Just. Doch was noch immer fehlte, war eine offizielle Namensgebung.

Der Bund der SelbstĂ€ndigen in Großsachsen hatte die Bevölkerung um VorschlĂ€ge fĂŒr einen Namen gebeten. Übrig blieben die Namen Tabakhof, mit 35 Stimmen, und Tabakplatz, mit 34 Stimmen, die jetzt vom Gemeinderat abgestimmt werden mussten.

Die Freien WĂ€hler Hirschbergs votierten einstimmig fĂŒr Tabakplatz, verkĂŒndete Gemeinderat Peter Johe. Ein Hof sei eher privat, wie Innenhof oder Hinterhof, argumentierte Johe.

Gemeinderat Dr. Horst Metzler hielt dagegen, der Platz habe in erster Linie einen Hofcharakter und es wĂŒrde sich hier wenig öffentliches Leben abspielen, deshalb habe sich die SPD-Fraktion fĂŒr Tabakhof entschieden.

Dieser Sichtweise schloss sich auch die GLH an. Zudem habe das Meinungsbild, wenn auch nur mit einer Stimme mehr, ein Votum fĂŒr Tabakhof ergeben, erklĂ€rte GemeinderĂ€tin Monika Maul-Vogt.

Die CDU-Fraktion habe keine einheitliche Meinung, deshalb werde jeder fĂŒr sich stimmen, sagte Gemeinderat Dr. Jörg Boulanger.

„Wir finden beide Namen nicht optimal und werden uns dem Willen des Volkes beugen“, verkĂŒndete Gemeinderat Oliver Reisig fĂŒr die FDP-Fraktion.

BĂŒrgermeister Manuel Just erklĂ€rte, er halte Tabakhof fĂŒr passender.

Mit sieben zu elf Stimmen bekam schließlich der Platz an der ehemaligen Tabakfabrik den Namen Tabakhof.

Schulhof wird zum Martin-Stöhr-Platz

Bei den Beratungen zur Umbenennung der ehemaligen Martin-Stöhr-Schule in nunmehr Karl-Drais-Schule wurde von allen Fraktionen der Verlust des Namens Martin Stöhr bedauert, so Just.

Martin Stöhr, 1819 in Leutershausen geboren, war KĂŒnstler und königlicher rumĂ€nischer Hofbildhauer und in vielen LĂ€ndern Europas sehr erfolgreich tĂ€tig. Einige Jahre vor seinem Tod schuf er eine Stiftung, die jĂ€hrlich drei begabten mittellosen jungen Leutershausenern, die studieren wollten, die nötigen Finanzmittel zur VerfĂŒgung stellen sollte.

Er sei, wenn auch weitgereist, immer Leutershausen sehr verbunden gewesen, so Just.

Gemeinderat Peter Johe habe jetzt vorgeschlagen den sĂŒdlichen Schulhofteil, wo alljĂ€hrlich die Storchenkerwe und andere Veranstaltungen stattfinden, in Martin-Stöhr-Platz zu benennen.

Dieser Vorschlag habe sehr viel Charme, meinte der BĂŒrgermeister. DarĂŒber hinaus könnte die VerknĂŒpfung des Namens mit Jugend und Bildung fortgefĂŒhrt werden.

„Wir wollen fĂŒr den Martin Stöhr was retten“, erklĂ€rte Gemeinderat Fritz Bletzer, deshalb seien die Freien WĂ€hler jetzt auch dafĂŒr den gesamten Schulhof nach ihm zu benennen.

„Da stehen tĂ€glich Fahrzeuge“, gab Just zu Bedenken.

„Die CDU-Fraktion steht voll hinter dem Vorschlag“, erklĂ€rte Boulanger. Es sei schmerzlich gewesen, den Namen abgeben zu mĂŒssen. Seine Fraktion stimme auch dafĂŒr den Schulhof als einheitlichen Platz und nicht nur einen Teil zu benennen.

„Viele haben dem alten Namen nachgetrauert“, betonte GemeinderĂ€tin Birgit Knoblauch. Deshalb halte die GLH dies fĂŒr eine sehr gute Idee. Zudem regte Knoblauch an, eine Informationstafel zu Martin Stöhr auf dem Schulhof anzubringen. Die GLH unterstĂŒtze auch eine einheitliche Benennung. So werde der (Schul-)Hof zum Platz.

Martin Stöhr sei „alle Ehren wert“, erklĂ€rte GemeinderĂ€tin Eva-Marie Pfefferle SPD), „auch ich bin fĂŒr eine einheitliche Benennung.“

UrsprĂŒnglich habe man ja nur den sĂŒdlichen Teil vorgesehen und nicht das komplette Areal, erinnerte Just: „Aber ich kann-€ℱs inhaltlich mittragen“.

Gemeinderat JĂŒrgen Steinle (GLH) erklĂ€rte, er habe keinen Sinn, in der Umbenennung der Schule gesehen und werde sich deshalb enthalten.

Bei vier Gegenstimmen entschied sich der Gemeinderat fĂŒr die Benennung des gesamten Schulhofes in Martin-Stöhr-Platz.