Freitag, 24. Mai 2013

Leserservice: Welche Schrift ist besser?

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Guten Tag!

Hirschberg, 19. Oktober 2010. Wir arbeiten ständig an der Verbessserung unseres Angebots – zur Zeit an der Schrift. Was ist besser? Mit “Serifen” oder ohne? Schreiben Sie uns.

Zur Zeit verwenden wir zwei unterschiedliche Schrifttypen in unseren Artikeln: eine Serifenschrift wie gehabt und auf dem ladenburgblog eine serifenlose Schrift.

Serifenlose Schrift.

Wir glauben, dass die serifenlose Schrift sich besser lesen lässt, möchten aber gerne die Meinung der Leserinnen wissen: Vergleichen Sie und schreiben Sie uns Ihre Meinung. Was gefällt Ihnen besser, was ist einfacher zu lesen?

Schreiben Sie uns: redaktion (at) hirschbergblog.de

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Polizei ermittelt gegen mutmaßlichen Kinderschänder

Guten Tag!

Weinheim/Hirschberg, 19. Oktober 2010. Anfang Oktober soll ein Mann jeweils ein Mädchen in Weinheim-Stadt und Weinheim-Lützelsachsen angesprochen haben – die Polizei ermittelt.

Von Hardy Prothmann

Die Polizei nimmt die Aussage zweier Mädchen ernst: An einem Tag soll es nur zu einer “Ansprache” gekommen sein, an einem anderen Tag aber zur konkreten Aufforderung ins Auto des Mannes zu steigen. Die Eltern der Mädchen im Alter von acht und zwölf Jahren hatten Anzeige erstattet.

Ein Mädchen war an der Ecke Peter-Nickel-Straße/Schloßgasse in Lützelsachsen angesprochen worden, das andere ein paar Tage später in der Schloßgartenstraße. Die “Tatzeit” war einmal kurz vor 13:00 Uhr und einmal gegen 17:00 Uhr.

Da sich die Personenbeschreibungen der Mädchen zum mutmaßlichen Pädophilen decken, nimmt die Polizei die Vorfälle ernst und ermittelt dementsprechend. Es soll sich um einen Mann im Alter “um 50 Jahre” handeln, mit grauen Haaren. Das Fahrzeug wird als grau oder silber beschrieben.

Die Polizei hat die Vorfälle wegen der Ermittlungen zunächst nicht bekannt gemacht: Eine schwierige Situation. Man will den mutmaßlichen Täter nicht warnen, riskiert aber eine mögliche Tat, da die Öffentlichkeit nicht gewarnt ist. Außerdem würden Eltern und ihre Kinder berunruhigt.

In der Zwischenzeit ist eine weitere Anzeige eingegangen – ein Junge soll ebenfalls angesprochen worden sein. Dessen Angaben unterscheiden sich aber von denen der Mädchen. Auch hier dauern die Ermittlungen an.

Die Polizei rät nun dazu, besonnen mit der Situation umzugehen und dass Eltern mit ihren Kindern über das richtige Verhalten sprechen.

Selbstverständlich müssen Kinder wissen, dass sie nicht in Fahrzeuge von fremden Personen einsteigen sollen. Eltern und Kinder sollten die richtigen Wege absprechen und natürlich über Zeit und Aufenthaltsort der Kinder informiert sein. Ein guter Schutz ist, wenn Kinder nicht allein unterwegs sind. Keinesfalls sollte man Kinder beunruhigen – natürlich können fremde Personen Kinder ansprechen, um beispielsweise nach dem Weg zu fragen. Forderungen oder Wünsche auf ein “Mitkommen” sollten Kinder rundheraus ablehnen und ihren Eltern oder Lehrern von solchen Begegnungen umgehend berichten. Auch Versprechen und “Belohnungen” sind natürlich “verdächtig”.

Jede Polizeidienststelle nimmt sachdienliche Hinweise entgegen.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Verkehrszählung als “Chaos”-Forschung: Blöde Haltung

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Heidelberg, 19. Oktober 2010. Die kilometerlangen Staus heute Morgen sollen der “Allgemeinheit” dienen und seien “unumgänglich” haben unsere Nachfragen bei Ämtern und Polizei ergeben. Ist das so? Sind die Staus “unumgänglich”? Erhält man nur durch das programmierte Chaos “vernünftige Daten”? Zweifel an der Methode sind angebracht.

Kommentar: Hardy Prothmann

Auf der B 37 und B 3 stand wie an so vielen Tagen der Verkehr. Erfahrene Berufspendler versuchen ihr Verhalten anzupassen, um nicht in den allmorgendlichen Stau zu fahren. Man fährt andere Wege und passt seine Zeiten an – oftmals reicht es aber nicht, früher oder später zu fahren, man muss einfach mehr Zeit einkalkulieren.

Klar ist: Die zentrale Zufahrt nach Heidelberg von der A 5 aus ist ein Nadelöhr, die Autobahn und die Bundesstraße sind zu “Stoßzeiten” immer belastet. Eine Verkehrsbefragung soll helfen, das Fahrverhalten der Menschen zu messen und zu verstehen, um daraus Schlüsse zu ziehen und Maßnahmen einzuleiten, die der “Allgemeinheit” dienen. Das ist begrüßenswert.

Die Haltung und die Argumentation hinter dieser Befragung sind aber selbst äußerst “fragwürdig”. Man wolle “unerfälschte” Daten heißt es bei den verantwortlichen Ämtern. Das sei zwar bitter für die Verkehrsteilnehmer, aber “hinnehmbar”, schließlich befrage man ja nur stichprobenhaft. Für die Statistik sei es “unerlässlich”, möglichst “reale” Situationen zu messen.

Und hier wird es “unscharf”. Denn die statistische Erhebung sorgt selbst für eine nicht realistische Situation. Klar, Stau ist oft, fast immer. Aber am heutigen Tag hätte es vielleicht “laufen” können – durch die künstliche Verengung aber war der Stau “künstlich” vorprogrammiert.

Das wird auch Einfluss auf die Daten haben: Sagen die Befragten tatsächlich das, was man von ihnen will oder erzählen sie aus Wut über die “Misshandlung” irgendwas? Auch das muss eine ordentliche statistische Erhebung einkalkulieren. Und je größer die Datenbasis, umso besser das Ergebnis. Konkret heißt das: Es müsste an möglichst vielen unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten gemessen werden. Auch besondere Anlässe wie Feste, Schlussverkäufe und alle anderen denkbaren Situationen müssten gemessen werden, um ein möglichst zutreffendes Ergebnis zu erhalten.

Tatsächlich wurde die Befragung aber aufgrund des selbst geschaffenen Chaos abgebrochen und soll vielleicht heute, vielleicht die nächsten Tage fortgesetzt werden. Und dann? Erhalten die Forscher dann wirklich “valide Daten”? Ist es notwendig, die Autofahrer unvorbereitet ins Chaos zu schicken, um eine möglichst “realistische” Verkehrssituation zu haben?

Es kann heutzutage mit diesen Methoden kein unverfälschtes Ergebnis mehr geben. Innerhalb kürzester Zeit werden die Verkehrsteilnehmer informiert, übers Radio oder Mobiltelefone. Sofort werden tausende von individuellen Entscheidungen getroffen: Fahre ich vielleicht besser so oder so? Breche ich meine Fahrt ab und gehe irgendwo noch was einkaufen und fahre später in die Stadt? Füge ich mich meinem Schicksal?

Angeblich sei diese Meßmethode die “einzig denkbare”. Das sollten die Verkehrsplaner nochmals überdenken.

Ganz sicher: Eine umfassende Information der Bevölkerung im Vorfeld einer Befragung würde einige Leute dazu bringen, sich auf die Situation einzustellen und ihr Verkehrsverhalten zu verändern. Ein Versuch wäre es wert, an die Vernunft und die Teilnahme von allen zu appellieren: “Leute, es wird eine Belastung geben, stellt euch drauf ein und wer kann, fährt früher oder später, sagt uns das aber bitte.” Auch diese Angaben ließen sich statistisch verwerten und “hochrechnen”.

Die BürgerInnen hätten dadurch die Möglichkeit, sich selbst mit einzubringen. Es wäre ein Zeichen, dass man ihnen auch etwas zutraut. Man würde sie “mitnehmen”. Beim angeblich “einzig denkbaren” Weg, den man heute genommen hat, zeigen Ämter und Forscher einfach nur Arroganz und eine Gewissheit: Sie halten uns alle für blöd.

Nur blöd, dass dadurch wieder einmal der Unmut wächst: Über diese blöde Haltung. Denn wer einerseits argumentiert, es gäbe keine andere Lösung ein “unverfälschtes” Ergebnis zu erhalten und andererseits zugibt, dass man weiß, dass die Menschen sich durch Hörfunk und Mobiltelefone anders verhalten, als wüssten sie nichts von der Maßnahme und man diese Erkenntnis wiederum “herausrechnen” kann, der muss ich fragen lassen, ob man ein kalkuliertes Anpassungsverhalten durch eine ordentliche Information nicht auch “einrechnen” könnte.

Geplatzte Termine, entgangene Umsätze, Frust und Ärger und Chaos, die von der Straße in die Arbeitsstellen mitgenommen werden, ja die werden in dieser Statistik ganz sicher nicht mit “einkalkuliert”, sondern provoziert.

“Unumgängliches” Chaos: Berufspendler in Richtung Heidelberg “stinksauer”

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Heidelberg, 19. Oktober 2010. Eine Verkehrsbefragung hat heute morgen auf der A 5 zu mindestens fünf Kilometern Stau in beiden Richtungen geführt. Auch die B 3 war zeitweise “dicht”. Auf der B 37 (A 656) an der Stadteinfahrt Heidelberg hatte die Polizei von zwei auf eine Fahrspur verengt: Der “Geschwindigkeitstrichter” sorgte für Stau und großen Unmut.

Von Hardy Prothmann

Bis gegen 09:00 Uhr gingen rund ein Dutzend Anrufe in der Redaktion ein – bei der Polizei in Heidelberg ein Vielfaches: “Wir haben gefühlt an die 100 Beschwerdeanrufe erhalten”, sagt der Heidelberger Polizeisprecher Harald Kurzer auf Anfrage. Darunter auch sehr aufgeregte Geschäftsleute, die mit Klagen drohten, weil ihre Angestellten teils über eine Stunde zu spät zur Arbeit kamen und damit der Geschäftsbetrieb empfindlich gestört wurde.

Die Polizei ist für das Chaos nicht verantwortlich, sondern ist nur Hilfeleister: “Nur die Polizei darf Autofahrer anhalten”, erklärt Harald Kurzer. Und das tat sie: Rund jeder zehnte Autofahrer in Richtung Heidelberg wurde heute Morgen “herausgewunken”. Wer über das Radio oder Mobiltelefone vom Stau erfahren hatte, versuchte sein Glück über die B 3: “Ab Hirschberg und Schriesheim stand hier dann auch alles.”

Die Stadt Heidelberg führt diese Verkehrsbefragung durch. Gestern gab es in Heidelberg dazu eine Pressekonferenz – viel zu kurzfristig aus Sicht der Autofahrer. “Wir können und wollen das nicht großartig ankündigen, weil sonst das wissenschaftliche Ergebnis verfälscht würde”, sagte Bert-Olaf Rieck vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Heidelberg. “Wir wissen, dass die B 37 eine problematische Stelle ist und haben mit Rückstau gerechnet, aber nicht in diesem Umfang.”

Die Befragung wurde abgebrochen und könnte im Lauf des Tages weitergeführt werden, sagte Sebastian Gieler vom Amt für Verkehrsmanagement auf Anfrage: “Das ist sicher für die Autofahrer nicht schön, aber wir benötigen diese Daten eines möglichst unbeeinflussten Verkehrsverhaltens.” Das sei die einzig denkbare Möglichkeit, um an gute Daten zu kommen, “die schließlich der Allgemeinheit zu gute kommen”. Man habe im Vorfeld intensiv über die Maßnahme diskutiert, dieses Verfahren sei “unumgänglich”.

Zusätzlich gibt es noch Haushaltsbefragungen und Verkehrszählungen. Die Stadt rechnet damit, dass bis Januar die Daten von einem Berliner Ingenieurbüro ausgewertet sein werden und im Februar öffentlich gemacht werden können.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog