Donnerstag, 23. Mai 2013

Gabis Kolumne

„Putzen macht glĂŒcklich“

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Guten Tag!

Hirschberg, 01.MĂ€rz 2010. Auch wenn nach wochenlanger KĂ€lte, viel Schnee und aktuell stĂŒrmischen Zeiten nicht viel dafĂŒr spricht: Heute ist FrĂŒhlingsanfang! Und mit dem FrĂŒhling kommt der FrĂŒhjahrsputz. Und der macht “glĂŒcklich”, meint oder fragt sich unsere Kolumnistin Gabi. Immer montags.

Endlich! Heute beginnt der meteorologische FrĂŒhling!

Der Winter, und da geben Sie mir sicher Recht, war lang, kalt und es gab richtig viel Schnee. Ich bin kein Wintermensch, das heißt, ich kann es kaum abwarten, bis die ersten Blumen im Garten kommen und die Sonne strahlt.

Doch herrje, mit den ersten FrĂŒhlingsstrahlen vor ein paar Tagen sah ich auch, dass meine Fenster dringend geputzt werden mĂŒssen und ich sah den Staub auf den BĂŒchern und in den Ecken.

Das ganze Haus schreit nach einem FrĂŒhjahrsputz. WĂ€hrend die MĂ€nner mit ihren Autos in die Waschanlage fahren, um den Winterdreck zu entfernen, fangen die Frauen an den Staubwedel zu schwingen.

Denn: „Putzen macht glĂŒcklich“, behauptete zumindest eine Überschrift in einer Frauenzeitung. Und dem nicht genug, las ich im Internet, dass der FrĂŒhjahrsputz nicht, wie man denken könnte, eine Erfindung schwĂ€bischer Superhausfrauen ist, sondern dass man bereits im alten Rom dem jĂ€hrlichen Reinigungswahn am Ende des Winters verfiel. Denn Februar kommt von dem lateinischen Wort “februare” und das heißt: reinigen.

Praktischerweise fand ich auch gleich eine Liste, was unbedingt zum FrĂŒhjahrsputz gehört und das war eine ganze Menge:

  • TiefkĂŒhltruhe abtauen und putzen
  • Gardinen waschen
  • Spinnweben entfernen
  • Überall die Lampen putzen
  • Bilderrahmen putzen und eventuell Bilder auswechseln
  • Im Bad alle Kacheln feucht abwischen
  • Möbel und Regale mal grĂŒndlich abwischen und die BĂŒcher ausmisten.
  • Die Winterklamotten aus dem Kleiderschrank rĂ€umen, diesen ausputzen und die Sommersachen heraus holen
  • Die ĂŒbrigen SchrĂ€nke und Regale in der Wohnung nach und nach aufrĂ€umen und putzen und die Bastel- und Dekosachen ausmisten
  • Topfpflanzen umtopfen
  • Fenster putzen
  • Heizkörper reinigen

Das ist ganz klar kein Programm fĂŒr nur einen Samstag. Das sieht nach viel, viel Arbeit aus. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich ĂŒberhaupt keine Lust, das alles alleine zu machen. Schließlich leben hier vier und mehr Menschen im Haus und die sollte ja auch an meinem GlĂŒck teilhaben.

Mein Sohn gönnt mir die volle Ladung GlĂŒck, meine Tochter ist verabredet, mein Mann in der Waschanlage…

Also teilte ich die Arbeit gerecht auf.

Die Kinder waren zustĂ€ndig fĂŒr ihre Zimmer. Mein Mann fĂŒrs BĂŒro und die Garage. Ich ĂŒbernahm das Schlafzimmer. Die GemeinschaftsrĂ€ume – Bad, KĂŒche, Wohn- und Esszimmer sowie der Keller – sollten gemeinschaftlich gereinigt werden.

Doch so sehr ich auch das sich einstellende GlĂŒcksgefĂŒhl anpries, bei meinen Lieben konnte ich damit nicht landen. Mein Sohn erklĂ€rte mir, dass er gerne auf sein GlĂŒck verzichtet und mir die komplette Ladung “GlĂŒck” gönnt – immerhin ließ er sich aber darauf ein, sein Zimmer aufzurĂ€umen.

Meine Tochter hatte zumindest so viel FrauensolidaritĂ€t, dass sie mir versicherte, „Mama, da werde ich dich auf alle FĂ€lle unterstĂŒtzen.” Das erfĂŒllte mich mit GlĂŒck: “Nur leider nicht diesen Samstag, da bin ich schon verabredet.“

Und mein Mann murmelte etwas wie „Dreck schadet dem Lack“ und verschwand mit dem Auto Richtung Waschanlage.

Da stand ich nun mit meiner Liste und hatte ziemlich viel Wut im Bauch. Und mit Wut – das können Sie mir glauben – lĂ€sst es sich vortrefflich putzen.

Ich habe an diesem Samstag nicht alle Punkte abgearbeitet, aber am Abend strahlten nicht nur meine Fenster, sondern auch ich, denn, wie schon gesagt, „Putzen macht glĂŒcklich“ und meine Lieben hatten alle ein schrecklich schlechtes Gewissen und schauten dementsprechend unglĂŒcklich aus der WĂ€sche.

gabi