Mittwoch, 22. Mai 2013

Gabis Kolumne

Mindestens zwei Dutzend in schwarz, braun, bequem oder einfach so

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Guten Tag!

Hirschberg, 22. Februar 2010. Was ist das, was die Welt im Inneren zusammenhält? Genau. Schuhe. Zumindest für Frauen. Meint Gabi und ist fest davon überzeugt.

Spätestens seit der Serie und dem Film „Sex and the City“ wissen wir, dass Frauen und Schuhe ein ganz besonderes Verhältnis haben. Und selbst wenn ich von mir behaupten würde, keinen Schuhtick zu haben, so habe ich doch nie die richtigen Schuhe zum jeweiligen Outfit.

Wir beginnen mit den bequemen Schuhen: Sie sind flach und eher rund als spitz und leider, leider völlig unerotisch.

Dann die High Heels – ganz ehrlich, welche Frau kann damit wirklich gut laufen? Und ebenfalls ehrlich: Welcher Mann findet die nicht „geil“? Die Absatzhöhe ist dabei genauso entscheidend wie die Absatzbreite und je höher und dünner, umso unbequemer und: Attraktiver.

Alle Varianten…

Dazwischen gibt es jegliche Variante, den schlichten Pumps, die Schnallenschuhe, Ballerinas, Mokassins-€¦ .

Alles das gibt es dann auch noch in der Sommerversion, also dem Riemchenschuh oder der Jesuslatsche. Und die Wintervariante: Der spitze hohe Stiefel gegen den praktischen Schnürstiefel für jedes Wetter.

Ich weiß genau, wenn ich mit meinem Mann ein Schuhgeschäft betrete, haben wir beide meist sofort ein bestimmtes Paar Schuhe im Blick – leider sind es nie dieselben. Meist einigen wir uns auf einen Kompromiss, höher als ich wollte und flacher als mein Mann es gerne hätte.

Eine Freundin hat mir erzählt, ihr Mann habe geradezu eine Phobie vor Schuhläden, sie müsse mit ihm erst stundenlang durch Sportgeschäfte und Baumärkte laufen, anschließend müsse er sich in einer Bar noch Mut antrinken und nur, wenn sie ihm verspricht, dass er sich ganz entspannt in einen Sessel setzen darf, folgt er ihr in das Geschäft.

„Für Kinder gibt es überall in den Geschäften Zeichentrickfilme, warum kann man für Männer nicht einen Fernsehen mit der Sportschau aufstellen?“, fragte sie mich ganz verzweifelt, nachdem der letzte Schuhkauf wieder in einem großen Streit endete.

Form, Farbe – alles ist entscheidend.

Aber nicht nur die Form ist entscheidend, sondern auch die Farbe. Wir Frauen brauchen mindestens sechs Paar schwarze Schuhe: Ballerinas, Sandalen, Stiefel, Stiefeletten, Pumps und den praktischen Halbschuh. Das ganze dann am besten noch in Braun. Ein bis zwei Paare in hell und je nach aktueller Modefarbe ein Paar in Lila, Rot oder Grün.

Nicht zu vergessen die Turnschuhe, die wiederum in Freizeit- und Sportschuhe unterteilt werden, welche in Leder und welche aus Stoff. Und natürlich, fast hätte ich es vergessen, die FlipFlops. Davon benötigt Frau mindestens zwei Paar, die für den Strand und die für die Stadt.

Und dann gibt es noch den besonderen Schuh. Kennen Sie das, Sie betreten einen Schuhladen und sehen einen Schuh, der eigentlich zu nichts passt und der auch absolut unbequem ist und zudem eindeutig zu viel kostet? Man probiert ihn an, stellt alle Mängel fest, stellt ihn zurück ins Regal und verlässt schnell den Laden.

Doch auch zuhause kreisen die Gedanken immer wieder um dieses Paar Schuhe.

Ein paar Tage später betritt man wieder den Laden und hofft und fürchtet insgeheim, sie nicht mehr zu finden. Doch sie stehen noch da und oh Wunder, sie sind reduziert!

Wenn die Vernunft verliert… geht es um Schuhe.

Jetzt geht alles ganz schnell. An diesem Punkt wird nicht mehr nachgedacht, denn jetzt gehören sie mir. Meine Vernunft hat den Kampf gegen mein Begehren verloren. Die Schuhe werden gekauft.

Ich habe zwei bis drei solcher Exemplare. Sie sind wunderschön. Ganz besonders – und ich habe sie noch nie getragen.

So komme ich im Schnitt auf mindestens rund 20 Paar Schuhe und ich bin wahrlich keine Schuhfetischistin.

Das muss genetisch bedingt sein. Denn gestern sagte meine zart pubertierende Tochter: „Mama, ich brauche ganz dringend neue Schuhe“.
gabi

Frech, frisch und “funtastisch” – Jennifer Rüth und Anne Folger

Guten Tag!

Hirschberg, 22. Februar 2010. Exzellentes Klavierspiel, ernste Musik, fröhliche Musik, Chanson, Kabarett, Kleinkust, Witz, Charme, Freude, Sexappeal – all das gab es am Sonntagabend in der Alten Synagoge in Leutershausen. Geht nicht? Geht doch! Mit den “Funtasten”. Jennifer Rüth und Anne Folger begeisterten das Publikum mit Lust – nicht nur am Klavierspiel.

Von Hardy Prothmann

In der Pause sitzen die jungen Damen oben im “Künstlerzimmer” der Alten Synagoge und atmen durch. Eine Stunde rasantes Programm haben sie hinter sich. Der Saal unten ist ausverkauft, die Gäste reden über das, was sie gerade gesehen haben: “Also, sowas hab ich noch nicht erlebt. Aber ich muss sagen, die bringen das echt gut. Und wie die in die Saiten gegriffen hat. Enorm.”

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Anne Folger und Jennifer Rüth bei der Zugabe. Bild: hblog

Das, was Jennifer Rüth und Anne Folger als “Funtasten” “gut bringen” ist ein gelungener Mix aus klassischer Musik, Tango Argentino, Oper, Musical, Jazz und Chanson. Sie bieten Spaß. Puren Spielspaß an den Tasten. “Fun”. Humorspaß mit ihren kabarettistischen Einlagen. Sie ulken, beziehen das Publikum mit ein, machen Slapstick.

Meisterschülerinnen mit Spaß am ganzen Leben.

Beide Frauen sind ausgebildete Diplom-Pianistinnen, haben bei bekannten “Meistern” ihre Kurse belegt, viele Auszeichnungen gewonnen, haben hart für die ernste Musik gearbeitet.

“Das Leben bietet aber mehr als das”, sagt “Jenni”. “Wir sehen das mit der ernsten Musik nicht so ernst.” Die Frauen lachen, klimpern mit den Augenliedern, strahlen. Anne Folger nickt: “Ich spiele auch Theater, meine zweite Leidenschaft.” Lasziver Augenaufschlag: “Und mit den Funtasten können wir das verbinden.” Jennifer Rüth macht zur Zeit ein Zweistudium als Jazz-Sängerin. Warum?: “Das ist einfach was Neues. Es ist anders und das gefällt mir.”

Auch dem Publikum. Den Edith Piaf-Chanson “Sous les ciels de Paris” (Unter den Himmeln Paris) singt Jennifer Rüth und wird von Anne Folger begleitet. Die greift plötzlich bei Ernesto Lecuano nicht in die Tasten, sondern in die Saiten des “männlichen” Flügels, den Jennifer Rüth bespielt.

Lust aus Prinzip.

Der “männliche Flügel” hat den Deckel aufgeschlagen, der beim “weiblichen Flügel” abmontiert wurde (weil er sonst den Ton an die Wand geleitet hätte): “Woran erkennen wir, wer wer ist? Ganz klar, der männliche reißt seine Klappe auf.”

Dann trommeln die Frauen auf und in den Flügeln, die “2. Ungarische Rhapsodie” von Franz Liszt beendet Jennifer Rüth mit einem “Popo-Dopser” auf die Tastatur.

Die Frauen frotzeln über den schönen Liszt, dem die Frauenwelt zu Füßen lag und Anne sagt: “Naja, Jennifer, vor einiger Zeit war dein Abschluss ja noch eine Terz, jetzt war das schon eher eine Oktave…”

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Virtuose Technik. Bild: hblog

Die Sticheleien sind gewollt. Zwischen den Stücken aus aller Welt unterhalten die “Funtasten” das Publikum mit kleinen Geschichten – die nicht immer ganz ernst gemeint sind und doch ein bisschen stimmen. Sie flunkern und flirten. Allein der “Aufzug”: Kleines “Schwarzes”, Glanzstrümpfe und rote “Lackpumps” sind so gewählt, dass der Sexappeal keine ganz unbedeutende Rolle spielt.

Dann wieder raufen sich die Damen um den “besten Platz”: Den hat, wer “näher zum Publikum” sitzt beim gemeinsamen, vierhändigen Spiel an einem Klavier. Also schupsen sich die beiden gegenseitig vom Klavierhocker und spielen “Reise nach Jerusalem” – “furios”.

Professionelle Unterstützung.

Bei den Texten werden die “Funtasten” vom bekannten Kabarettisten Eckhard von Hirschhausen unterstützt. Außerdem von Franz Wittenbring, ebenfalls Musiker und Regisseur.

2005 gab es dafür den Förderpreis des Deutschen Marketing Verbandes: Ein frisches Konzept. Virtuoses Klavierspiel wird mit originellen Ideen, lustigen Moderationen und einem spielerisch-leichten Umgang mit der Musik verbunden. Bis vor zwei Jahren waren die “Funtasten” noch Jennifer Rüth und Katharina Jäkle. Jetzt spielt Jennifer Rüth mit Anne Folger.

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Anne Folger spielt auch Theater. Bild: hlbog

Die Pause ist vorbei. Die beiden kommen heraus: Strahlen, machen ihre Scherze.

Albert, eine Puppe, kommt zum Einsatz. Albert hat eine Glatze (auch darüber werden Zoten gerissen), einen Schnauzer, spielt mit Anne ein Stück und “albert” rum.

Jetzt holen sie sich einen Gast aus dem Publikum – für ein Musik-Quiz. Sie spielen kurz etwas an, hmm, das ist doch: “Alle meine Entchen…”. Leider nein, es ist “Häschen in der Grube”. Die Frauen spielen mit ihrem Gast, Heinz Richter aus Laudenbach. Sie spielen mit dem Publikum, sie spielen mit der Musik, mit dem “ersten Eindruck, der täuschen kann”.

Dann spielen sie “Typewriter”, Heinz muss dazu ein Rezeptionsglöckchen auf ein Nicken von Jennifer bedienen – ein grandioser Spaß.

Virtuoses Können und Freude am Klamauk.

Es folgt der “Hummelflug” von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow. Es geht zwar um Spaß bei den “Funtasten”, aber die virtuosen Pianistinnen zeigen mit solchen Stücken, dass sie nicht nur ulken können, sondern echt “was drauf haben”. Das Spiel der beiden und die Töne greifen ineinander und berauschen sich gegenseitig. Das ist gekonnt, beeindruckend und macht Freude.

Jennifer Rüth

Jennifer Rüth: Faible für Jazz. Bild: hblog

Rund 30 Auftritte haben sie zusammen übers Jahr weg. Daneben macht die “zwei Frauen an zwei Klavieren” aber noch viele andere Projekte.

Es lohnt sich, nach den “Funtasten” Ausschau zu halten und auch nach jeder einzelnen Künstlerin. Sie sind kreativ, lebenslustig und trotzdem absolut ernst zu nehmen.

Jens Schlichting, verantwortlich für die Konzertreihe “Concerti e piu” und “Concertino” des Hirschberger Kulturfördervereins, hat mit dem Engagement der “Funtasten” ein gutes Händchen für ein tolles Konzert “und mehr” (e piu) bewiesen.

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog