Donnerstag, 20. Juni 2013

Termine, Druck, Senioren und wie das alles zusammen passt

Guten Tag!

Hirschberg, 15. Februar 2010. Beim Besuch der AWO Großsachsen warb Bürgermeister Just vor allem für das neue Seniorenzentrum. Kein Wunder – waren doch fast ausschließlich Senioren anwesend.

Von Hardy Prothmann

Es geht gemütlich zu, beim Seniorentreff. Die beiden Vorsitzenden Manfred Wolle und Dr. Horst Metzler (SPD-Gemeinderat) begrüßen die Gäste. Reden, besorgen Dinge. Kümmern sich, wie die Frauen der AWO, die nach dem “Rechten” schauen.

Bürgermeister Just ist auch pünktlich da, hat aber wenig Zeit. Umso beeindruckender, wie er die Situation aushält.

Denn eigentlich wollte er gerne für das Projekt Seniorenzentrum werben und dann gleich weiter.

Das hat er auch getan. Aber immer wieder durch den gemächlichen Ablauf des Seniorentreffens der Arbeiterwohlfahrt unterbrochen.

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Senioren beim AWO-Treffen. Bild: hblog

Kaum war die Eröffnungsansprache des AWO-Vorsitzenden Manfred Wolle gehalten und kaum hatte Bürgermeister Just das Wort ergriffen, gings weiter mit dem Sektempfang.

Pause für Just.

Gemächliches Versorgen der Anwesenden.

Eine Dame wirbt in der Ecke des Raumes für ein Anliegen. Bürgermeister Just äußert Verständnis.

Die Anwesenden stoßen auf Herbert Vogelsang an. Der ist vor kurzem 80 Jahre alt geworden und freut sich, will aber deswegen nicht wichtig genommen werden. Der Mann ist bescheiden. Viele der Senioren sind bescheiden. Auch der Bürgermeister Just ist bescheiden und weiß, dass seine sonstige Dynamik hier fehl am Platz wäre.

Trotzdem drängt sein Terminkalender. Das bringt er ein paar Mal erklärend an. Die Senioren erinnern sich und nehmen ihm das nicht übel. Aber es ist nicht das, was sie interessiert.

Die Pause für Bürgermeister Just ist zu Ende.

Er darf wieder reden und das macht er gut.

Für jemanden, der qua Amt gewohnt ist, das Wort zu ergreifen und der aus Instinkt weiß, dass er vor dem Alter seine Energie zügeln muss, aber gleichzeitig vor “Entscheidern” spricht.

Dass er in Bedrängnis ist – zwischen Termindruck und Verständnis – erkennt, wer sich seiner Lage bewusst macht.

Die Senioren sind alte Menschen. Sie werden kein Haus mehr bauen, kein Geschäft mehr gründen, schon gar keine Familie. Sie leben ihr Leben zu Ende.

So wie alle Senioren vor ihnen und nach ihnen.

Aber diese Senioren haben Familien und Geschäfte gegründet, Häuser gebaut und niemand kommt an ihnen vorbei, solange sie noch “voll da sind”, mitreden, mitentscheiden.

Und sie haben Kinder, die Familien und Geschäfte gegründet haben und “voll mittendrin sind”, im Leben.

Das weiß auch Bürgermeister Just, obwohl ihn 40 bis 50 Jahre Lebenszeit von dieser Gruppe, zu der er spricht, trennen.

Der Bürgermeister Just scheint zu wissen, dass er hier nicht einfach nur vor “Alten” redet, die ihren “Lebensabend” genießen. Anscheinend muss und will er sie für seine Politik, seine Visionen für Hirschberg gewinnen.

Bürgermeister Just redet von den Vorzügen des Projekts Seniorenzentrum. Der “eierlegenden Wollmilchsau” mit betreutem Wohnen, stationärer und mobiler Pflege, Tiefgarage und einer neuen “Dorfmitte”.

Er macht das mit viel Begeisterung, mit Energie. Und die Senioren registrieren diese Energie, während sie Kaffee und Krapfen genießen.

Und voller Energie fordert er die Senioren auf, mitzumachen: “Wir können nicht immer an alles denken. Wir wollen Betroffene zu Beteiligten machen.”

Alles, was der Bürgermeister Just sagt, während sein Terminplan drängt, hat Hand und Fuß. Seine Rede informiert sachlich und umfassend.

Damit hat Bürgermeister Just seine Pflicht erfüllt. Er hat informiert, er hat motiviert.

Und er hat ein Versprechen gegeben: Dass das neue Seniorenzentrum zwischen dem Anspruch der Wirtschaftlichkeit, also dem Preis für die Unterbringung und dem Willen zur Inanspruchnahme durch Hirschberger Senioren gegeben sein muss.

Hirschberger Senioren sollen zu einem bezahlbaren Preis bevorzugt ihre Ansprüche anmelden können. An diesem Wort wird Bürgermeister Just gemessen werden: “Es muss ein sozial annehmbares Angebot geben.”

“Wie hoch wird das werden und wie ist das Dach?”, will einer der Senioren wissen.

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Bürgermeister Just mit Manfred Wolle. Bild: hblog

Bürgermeister Just erklärt, dass das betreute Wohnen mit zwei Vollgeschossen etwa acht Meter ausmachen werde und ein Pultdach geplant sei.

Damit hat er die Frage “technisch” beantwortet. Ob sie bei den Senioren angekommen ist? Anscheinend schon.

Die Frage war symbolisch. Die alten Menschen wollen wissen, worauf sie sich einstellen müssen. Ob sie einen “freien Blick” haben, denn sie sind in ihrer Mobilität eingeschränkt.

Sie wollen wissen, ob sie gut versorgt werden – sich jemand um sie kümmert, so wie sie sich früher um andere gekümmert haben.

Manfred Wolle bewirbt das Projekt, auch wegen der geplanten Kinderkrippe: “Wir wollen doch Leben um uns haben”, sagt er. Und zum Thema Lärmbelästigung: “Das sollte man nicht so hoch ansetzen.”

Bürgermeister Just, mit seiner “überparteilichen” blauen Blume am Revers muss weg – zur AWO nach Leutershausen und dann nach “Karlsruhe”, wo sicher keine Senioren, sondern Politiker und Beamte und Verhandlungen auf ihn warten.

Die Senioren wissen die Ehre zu schätzen. Und einige von ihnen haben Lust auf einen zweiten Krapfen.

Der noch sehr junge Bürgermeister Just hat eine Lektion erhalten und dabei Format bewiesen.

Seine Geschwindigkeit ist nicht die der Senioren. Seinem Aufruf, die “Betroffenen zu Beteiligten zu machen”, muss er folgen.

Denn die Senioren haben keine Möglichkeit, dem drängenden Terminkalender eines jungen Bürgermeisters und dessen Geschwindigkeit zu folgen.

Sie wollen sich darauf verlassen können, dass ihr Vertrauen in guten Händen ist.

MdL Uli Sckerl: “Es gibt zu viele Waffen in Privatbesitz.”

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Hirschberg, 15. Februar 2010. Der Landtagsabgeordnete der Grünen, Uli Sckerl, fordert eine zweite “Waffenamnestie-Runde”. Nach Auffassung der Grünen gibt es immer noch zu viele Waffen in Privatbesitz – viele davon illegal. Gerade im Rhein-Neckar-Kreis, Mannheim und Heidelberg sei die Aktion, legale und illegale Waffen abzugeben, nicht erfolgreich gewesen.

Interview: Hardy Prothmann

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Sckerl: "Waffenamnestie wiederholen." Bild: GAL

Herr Sckerl: Sie fordern eine zweite Waffenamnestie-Runde. Warum?
MdL Uli Sckerl: “Weil sie ein Erfolg war – nur nicht im Rhein-Neckar-Kreis und den Stadtkreisen Heidelberg und Mannheim. Im Rhein-Neckar-Kreis wurden gerade mal 792 Waffen abgegeben. Hier wurde zu wenig dafür geworben, vorhandene Waffen abzugeben. Das Landratsamt hat viel zu wenig unternommen, um die Bürger dazu zu bewegen, sich von ihren Schießeisen zu trennen. Wir Grüne wollen aber den privaten Waffenbesitz reduzieren.”

Warum sollen Privatleute, beispielsweise Schützen, keine Waffen besitzen dürfen?
Sckerl: “Ich glaube nicht, dass wir im Rhein-Neckar-Kreis 40.000 Sportschützen haben – so viele Waffen sind hier aber legal registriert. Hinzu kommt die zwei- bis dreifache Menge an illegalen Waffen, schätzen Polizeiexperten. Illegal ist dieser Waffenbesitz deshalb, weil deren “Besitzer” keinen Waffenschein dafür haben.”

“Nach Winnenden musste man ein bisschen was für die Öffentlichkeit machen.” Uli Sckerl

Wurden die alle illegal beschafft?
Sckerl: “Es können aber auch Erbstücke sein. Aber zum großen Teil sind es sicher illegal erworbene Waffen.”

Innenminister Heribert Rech hat Ihre Forderung abgelehnt. Was vermuten Sie als Grund?
Sckerl: “Mit der FDP sitzt die Waffenlobby am Tisch der Landesregierung. Klar, nach dem Amoklauf von Winnenden musste man für die Öffentlichkeit ein bisschen was machen, aber tatsächlich interessiert das Thema die schwarz-gelbe Regierung nicht. Es ist kein echter politischer Wille zu erkennen, den privaten Waffenbesitz einzudämmen.”

Dokumentation:
Pressemitteilung der Grünen zur Waffenamnestie
Übersicht der abgegebenen Waffen
Stellungnahme des Innenministeriums

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Gabis Kolumne

Der Tag der Liebe war gestern. Und heute?

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Guten Tag!

Hirschberg, 15. Februar 2010. Gestern war der Tag der Liebe – heute ist ein neuer Tag. Ohne Liebe? Das wäre aber sehr schade, meint zumindest Gabi. Und überhaupt: Was ist das eigentlich? Nur ein Marketing-Schachzug der Floristen oder hat “Valentin” tatsächlich eine Tradition? Gabi hat recherchiert und ihre Gedanken zum Ergebnis aufgeschrieben. Wie immer montags – den soviel ist sicher: Montag kommt Gabis Kolumne.

Haben Sie gestern etwas zum Valentinstag bekommen? Vielleicht einen Strauß Rosen oder ein Schokoladenherz oder gar einen Gutschein für Schuhe, denn die halten ja bekanntlich länger als Blumen, wie ich vor ein paar Tagen gerade in der Werbung gehört habe. Dann freue ich mich für Sie, ehrlich.

Ich habe nichts bekommen – und das ist auch gut so, denn mich verbindet nichts mit dem „Tag der Liebe“, den in meiner Jugend noch niemand zelebrierte. Ich freue mich auch an anderen Tagen über die Aufmerksamkeiten meines Liebsten.

Marketing oder Tradition?

“Ist das nach dem „Muttertag“ wieder eine gutgemachte PR-Kampagne der Blumengeschäfte oder steckt mehr dahinter?”, fragte ich mich und fing an zu googlen.

teaserherzAls erstes fand ich heraus, dass dieser Tage der Film „Valentinstag“ angelaufen ist. Shortcuts rund um den „Tag der Liebe“ mit vielen Hollywoodstars. Hier dreht sich alles darum, ob und wie man diesen Tag begeht, ob man ein Geschenk oder einen Heiratsantrag bekommt oder vergessen wird.

Auch in einer bekannten deutschen Daily Soap stand der Valentinstag in dieser Woche im Mittelpunkt. Ganz klar, bei den jungen Leuten ist dieser Tag angekommen.

“Aha!”, denke ich: Fleurop macht an diesem Tag zehn Prozent des Jahresumsatzes.

In Mannheimer Schulen konnte man in dieser Woche auch Rosen verschicken, die nach den Ferien auch über die Grenzen der eigenen Schule verteilt werden – schlecht, wenn man keine bekommt. Es geht um Liebe und Anerkennung – das kann bei Jugendlichen leicht zur Hysterie führen.

Liebe ist gut fürs Geschäft.

Ob Blumen, Schmuck oder Pralinen der „Valentinstag“ kurbelt eindeutig das Geschäftsleben an – und das können wir ja gebrauchen, denke ich, vor allem in Krisenzeiten.

Aber ist der Valentinstag jetzt wirklich nur eine gute Geschäftsidee?

Ich googelte weiter und fand Bischof Valentin auf den dieser Tag namentlich zurückgehen soll.

Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus der Bischof der italienischen Stadt Terni. Er hatte laut dieser Legende einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Legende nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt.

Der arme Valentin wurde geköpft.

Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Aber ich finde noch mehr: Eine andere Legende bringt das Datum in Zusammenhang mit dem römischen Fest Lupercalia, die Nacht vom 14. auf 15. Februar. Es ist das Fest der großen Göttin er Göttin des “Liebesfiebers”.: Römische junge Männer zogen die Namen von römischen jungen Frauen aus einer Urne, um mit diesen eine Partnerschaft zu bilden.

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre Ehemänner, männliche Kollegen, Chefs usw. mit Schokolade. Dafür dürfen sie dann einen Monat später am „White Day weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten.

Ystävänpäivä – so heißt Valentin auf finnisch.

Nicht ganz so romantisch ist der Valentinstag in Finnland (“Ystävänpäivä”). Dort ist er ein Freundschaftstag, an dem gute Freunde sich gegenseitig mit Valentinskarten und Valentinsgeschenken bedenken.

Die Popularität des Datums im angelsächsischen Bereich beruht auf einem Gedicht des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer, „Parlament der Vögel“, das 1383 vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof Königs Richard II. fertig gestellt und erstmals öffentlich vorgetragen wurde. In dem Gedicht von Chaucer wird dargestellt, wie sich die Vögel zu eben diesem Feiertag um die Göttin Natur versammeln, damit ein jeder einen Partner finde.

Seit dem 15. Jahrhundert werden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurückgehen, die 1667 mit einem Blumenstrauß auf Pepys’ Liebesbrief reagierte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der noblen britischen Gesellschaft nachgeahmt.

Valentin gibt es bei uns in Deutschland seit 1950.

Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die „Neue Welt“, die USA – und die US-Soldaten brachten nach dem Zweiten Weltkrieg diesen Brauch mit nach Deutschland. So veranstaltete man 1950 in Nürnberg den ersten „Valentinsball“; der Valentinstag wurde offiziell eingeführt.

Was ich gefunden habe, hat mich erstaunt: Dann ist dieser „Tag der Verliebten“ doch mehr als eine PR-Kampagne der Blumenläden, Juweliere und Geschenkeproduzenten.

Wie schon gesagt: Ich habe noch nie etwas zum Valentinstag bekommen und das stört mich auch gar nicht. Aber ich freue mich für all-€™ die Jungverliebten, die sich gestern beschenkt haben.

Und „Ich denk-€™ an Dich“ zu sagen, ob mit Gedichten, Blumen oder kleinen Geschenken ist an jedem Tag im Jahr schön, überall auf der Welt – auch am Valentinstag.
gabi

P.S. Hier noch eine “herzige” Geschichte auf dem Kopfschüttel-Blog